Jiddu Krishnamurti,

indischer Philosoph, Autor, Theosoph und spiritueller Lehrer
(* 12. Mai 1895 in Madanapalle, Indien ; † 17. Februar 1986 Ojai, Kalifornien)

Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.

Also sind wir Menschen im Innern verletzt, und aus diesen Verletzungen entstehen neurotische Aktivitäten – aller Glaube ist neurotisch, Ideale sind neurotisch.

Auf der materiellen Ebene braucht man natürlich Zeit, um von hier nach dort zu gelangen, aber auf der psychischen Ebene existiert keine Zeit. Das ist eine ungeheuerliche Wahrheit, eine ungeheuer wichtige Tatsache, und wenn man sie entdeckt hat, hat man sich von allen Traditionen freigemacht.

Bei den meisten Menschen ist der Geist gespalten, fragmentarisch, und alles Fragmentarische ist korrupt.

Beschränktheit verwandelt sich nicht in Weisheit durch den Prozeß der Zeit, durch die Inspiration eines Ziels. Sie muß in der immerwährenden Gegenwart aufgelöst werden.

Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem.

Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

Da man uns verletzt hat, errichten wir eine Mauer um uns herum, damit man uns nie wieder verletzt; und wenn man eine Mauer um sich herum errichtet, wird man nur noch mehr verletzt.

Das „Wie“, die Methoden, die Systeme, sie alle sind Erfindungen des Denkens, daher sind sie begrenzt, daher taugen sie nichts. Wenn Sie das aber verstehen und die Wahrheit erkennen, daß kein System jemals den Geist befreien kann, dann ist die Freiheit augenblicklich da.

Das alles ist Meditation: Ihr Haus in vollkommene Ordnung zu bringen, so daß es keinen Konflikt, kein Messen gibt, und dann ist in diesem Haus Liebe, dann kann der Inhalt des Geistes, der sein Bewußtsein ist, vollkommen von dem „Ich“, vom „Ego“, vom „Du“ entleert werden.

Das Denken hat Unordnung hervorgebracht, weil es einen Konflikt zwischen dem, „was ist“, und dem, „was sein sollte“, zwischen Wirklichkeit und Theorie erzeugt hat.

Das individuelle Problem steht in direkter Beziehung zum Weltproblem, und ich glaube, daß wir der Macht des individuellen Denkens und Handelns nicht genügend Bedeutung beimessen.

Das Unermeßliche, das Unerkennbare wird nur in der Liebe erkannt, niemals durch die tiefen, subtilen Abwehrmechanismen des Intellekts.

Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor, es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf, es verhindert, dass wir offen für die Wirklichkeit sind. Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit.

Das Wort Disziplin bedeutet lernen, nicht kontrollieren, unterwerfen, nachahmen und anpassen.

Das Wort, das Symbol, das Bild, die Idee ist nicht die Wahrheit; aber wir beten das Bild an, wir verehren das Symbol, wir schreiben dem Wort eine große Bedeutung zu, und das alles ist sehr destruktiv; denn dann wird das Wort, das Symbol, das Bild wichtiger als alles.

Denn eine der Ursachen, daß diese Gesellschaft, in der wir leben, zerfällt, ist, daß wir autoritätsgläubig sind; wir akzeptieren die spirituelle Autorität, den Mittler, den Priester, den Analytiker als unseren Berater in spirituellen Angelegenheiten.

Denn wenn Aufmerksamkeit da ist, wenn ein Gewahrsein da ist, in dem keine Wahl, kein Urteil ist, nur Beobachtung, dann werden Sie sehen, daß Sie nie wieder verletzt sein werden, und die vergangenen Verletzungen sind weggewischt.

Der Geist der meisten Menschen sucht nach einem bestimmten Ziel, mit diesem bestimmten Wunsch, etwas zu finden, und wenn dieser Wunsch sich einmal festgesetzt hat, dann werden Sie auch etwas finden. Doch es wird nichts Lebendiges sein.

Der Geist, der anhäuft, fürchtet sich zu sterben, und ein solcher Geist kann nie entdecken, was Wahrheit ist.

Der Geist, der ein Problem verstehen will, darf sich nicht mit dem Problem selbst befassen, sondern damit, wie sein eigener Mechanismus der Urteilsbildung funktioniert.

Der Mangel an Selbsterkenntnis ist die Essenz der Ignoranz, und das führt zu diesem unermeßlichen Leiden, das überall in der Welt ist.

Der wahrhaft religiöse Geist ist frei von allen Gurus.

Der Wahrheit kann man nicht folgen, sie muß entdeckt werden.

Die Idee, daß ihr eine Pflicht gegenüber euren Eltern, euren Verwandten, eurem Land habt, macht euch zu Opfern.

Die meisten Eltern interessieren sich nur für die Entwicklung oberflächlichen Wissens, das ihren Kindern angesehene Stellungen in einer korrupten Gesellschaft sichert.

Die Ordnung des Denkens wird nicht durch Disziplin in Form dogmatischer Wiedergabe von Wissen herbeigeführt, sondern sie ergibt sich ganz natürlich, wenn der Erzieher versteht, daß bei der Entwicklung der Intelligenz eine Atmosphäre der Freiheit herrschen muß.

Die Revolution, diese psychologische, kreative Revolution, in der das „Ich“ nicht mehr existiert, entsteht nur, wenn der Denker und das Gedachte eins werden, wenn es keine Dualität mehr gibt, in der der Denker das Denken kontrolliert.

Die Suche nach dem Jenseits ist nichts als eine Flucht vor dem, was ist. Wenn du dem Hier und Jetzt entfliehen möchtest, dann ist Religion oder Gott eine ebenso gute Ablenkung wie der Alkohol.

Die Systeme, die Methoden und ihre Lehrer und all die Komplikationen ihrer Rivalitäten, Lockmittel, Versprechungen und Täuschungen bewirken Trennungen im Leben, die uns als Sekten und Kulte bekannt sind.

Die Transformation der Welt kommt, wenn wir uns selbst ändern.

Die Verwandlung dessen, was ist, findet nur statt, wenn keine Trennung, keine Zeit zwischen dem Seher und dem Gesehenen existiert. Liebe kennt keinen Abstand.

Die vornehmste Aufgabe der Erziehung ist es, einen Menschen hervorzubringen, der fähig ist, das Leben in seiner Ganzheit zu erfahren.

Die Wahrheit allein macht frei, nicht irgendeine Willensanstrengung.

Die Wahrheit ist gefährlich für die Gesellschaft.

Die Zivilisation, in der wir leben, ist das Produkt des kollektiven Willens, der vielen gewinnsüchtigen Wünsche, und deshalb haben wir eine Kultur, eine Zivilisation, die ebenfalls gewinnsüchtig ist.

Diejenigen unter euch, die immer noch zögern, die immer noch tastend suchen, die dieses Getümmel von Schmerz und Leid, Angst und Kleinlichkeit gefangenhält, mögen Bücher lesen, Schulen besuchen, die besondere Philosophien lehren, wo es Zeremonien und Einschränkungen gibt. Für jene aber, die sich einzig und allein nach Befreiung sehnen, gibt es keine Schule.

Diese außergewöhnliche Kommunion ohne Objekt, ohne den Denker und das Denken, ohne das Objekt und seine Erfahrung, dieses Gefühl unendlichen Raumes, das ist Schönheit.

Diese Liebe hat nichts mit „meiner“ oder „deiner“ Liebe zu tun. Es ist Liebe. Wenn Sie das erfahren haben, werden Sie Ihre Kinder niemals zur Ausbildung in die Armee schicken, um getötet zu werden. Dann werden Sie eine ganz andere Art von Zivilisation hervorbringen, eine andere Kultur, andere Menschen, Männer und Frauen.

Disziplin führt zur Unterwerfung unter eine Autorität. Sie taugt, um innerhalb eines Gesellschaftsmodells zu funktionieren, das zweckgerichtete Fähigkeiten verlangt, doch sie weckt nicht die Intelligenz, die ihre eigene Fähigkeit mit sich bringt.

Doch die meisten von uns vermeiden oder verdrängen die Spannung in einer Beziehung und bevorzugen die Leichtigkeit und Bequemlichkeit einer befriedigenden Abhängigkeit.

Doch für einen Geist, der jede Minute allem stirbt, das er erfahren hat, zu dem kommt eine erstaunliche Vitalität, weil jeder Augenblick neu ist, und nur dann ist der Geist fähig zu entdecken.

Jemand, der nach der Wahrheit forscht, kann offensichtlich nicht zu einer organisierten Religion gehören, sich zu irgendeinem Glauben, den Göttern irgendeiner Sekte oder nur einem einzigen Gott bekennen.

Ein Geist, der leidet, flüchtet sich in Phantasievorstellungen. Ein Geist, der leidet, hat keine Beziehung zu einem anderen Menschen, ganz gleich, wie intim man auch miteinander lebt. Leid führt zur Vereinsamung.

Ein Geist, der wirklich demütig ist, hat eine unermeßliche Fähigkeit des Untersuchens, während der Geist, der unter der Last des Wissens steht, der von Erfahrung verkrüppelt ist, von seiner eigenen Konditionierung, der kann niemals richtig untersuchen.

Ein glücklicher Mensch folgt niemandem. Nur die Unglücklichen, Verwirrten, folgen eifrig anderen, in der Hoffnung, bei ihnen Zuflucht zu finden. Und sie werden Zuflucht finden, aber diese Zuflucht ist ihre Finsternis, ihr Untergang.

Eine radikale Transformation kann es nur geben, wenn wir unsere eigene Konditionierung verstehen und frei davon sind.

Einfachheit hat kein Ziel; Einfachheit kann nur in jener Nüchternheit bestehen, die nicht das Ergebnis berechnender Disziplin und Selbstverleugnung ist. Einfachheit stellt sich ein, wenn der Geist nicht mehr anhaftet, wenn er nichts mehr erreichen will, wenn er akzeptiert, was ist.

Erleuchtung hat nichts mit Zeit zu tun. Erleuchtung kommt nicht durch jahrelange Übung, durch jahrelange Entsagung, durch jahrelange Askese.

Es gibt keine Gedankenfreiheit, denn jedes Denken ist konditioniert.

Es ist anstrengend, etwas Neues zu entdecken. Also ziehen wir es vor, zu bleiben, wie wir sind. Und da liegt die eigentliche Schwierigkeit.

Es ist außerordentlich schwierig und anstrengend, sich der inneren und äußeren Ablenkungen voll bewußt zu werden; doch nur durch das Verstehen ihrer Natur und ihrer Wirkungsweise und nicht, indem man sie ablehnt, findet man jene umfassende Konzentration.

Es ist die Wahrheit, die dich frei macht, nicht deine Anstrengung, frei zu sein.

Es ist die Wahrheit, die eine neue Gesellschaft hervorbringen wird, nicht die Kommunisten, die Christen, die Hindus, die Buddhisten oder die Muslime.

Es ist ein seltsames Phänomen, daß das Denken Götter erfindet und sie dann anbetet. Das ist Selbstanbetung.

Es ist nicht so, dass zuerst das Verstehen kommt und dann das Handeln. Wenn du verstehst, dann ist dieses Verstehen bereits Handeln.

Es ist viel wichtiger, den Irrglauben zu vertreiben, als irgendeinen Glauben, einen Plan oder eine Technik zu dessen Erfüllung zu akzeptieren.

Freude stellt sich ganz natürlich ein. Sie geschieht, sie kommt wie das Glück. Doch in dem Augenblick, in dem man sagt; „Oh, ich bin sehr glücklich!“ ist man es nicht mehr.

Für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ist das Alleinsein unbedingt notwendig, um seine Sensibilität zu wecken.

Für die meisten von uns besteht die Schwierigkeit darin, daß uns unsere Fluchtwege nicht bewußt sind. Wir sind so gebunden, so gewöhnt an unsere Fluchtwege, daß wir sie für das Wirkliche halten.

Ganz sein, nicht fragmentiert in unseren Handlungen, im Leben, in jeder Art von Beziehung, das ist das eigentliche Wesen geistiger Gesundheit.

Gewohnheit ist ein äußerst destruktiver Faktor, denn wenn ihr kreativ denken wollt, dann schiebt sich die Gewohnheit dazwischen.

Gibt es eine Möglichkeit, ohne Grund zu leben? Denn in dem Moment, in dem Sie einen Grund haben, wird das Leben relativ. Wenn ich einen Grund habe, Sie zu lieben – weil Sie mir Trost geben, psychisch und physisch, sexuell, moralisch -, dann ist es nicht Liebe.

Gier nach einem Ergebnis verhindert das Erblühen der Selbsterkenntnis. Die Suche an sich ist Hingabe, sie selbst ist die Inspiration.

Glaubenssysteme sind eigentlich völlig unnötig, aber wenn man eines hat, wenn man an Gott, Jesus, Krishna oder was auch immer glaubt – fühlt man sich beschützt, man fühlt sich wie im Schoß Gottes, aber das ist eine Illusion.

Güte kann nur auf dem Boden totaler Achtsamkeit aufblühen, da, wo es keinerlei Autoritäten gibt.

Ich behaupte, daß die WAHRHEIT ein pfadloses Land ist, und Sie können sich ihr auf keinem Pfad nähern, durch keine Religion, durch keine Sekte.

Ich habe immer wieder betont, daß es keine Rolle spielt, aus welcher Quelle Sie das Wasser schöpfen, solange es rein ist und solange das Wasser den Durst der Menschen löscht.

Ich habe mich immer vor Organisationen, Gesellschaften, und Orden gefürchtet, da sie alle dazu neigen, ihre besondere Wortwahl, ihren Wortlaut als einzige Wahrheit zu betrachten.

Im Westen verdrängt man das Leiden in einen Menschen oder in ein Bild, das man anbetet – das Leiden der Menschheit wird in ein Individuum projiziert.

In der Konzentration wird der Geist immer durch eine Grenze eingeengt, doch wenn es uns darum geht, die Totalität des Geistes zu verstehen, dann wird die bloße Konzentration ein Hindernis.

In der Liebe eines anderen Menschen fühlen wir uns seltsam gestärkt, schöpferisch, glücklich; der andere wird zu unserem Glück notwendig, und daraus wachsen Abhängigkeit und Gebundenheit.

In der Liebe gibt es weder „Du“ noch „Ich“.

In dir selbst ist die ganze Welt verborgen, und wenn du weißt, wie man schaut und lernt, dann ist die Tür da und der Schlüssel ist in deiner Hand. Niemand kann dir diesen Schlüssel geben oder die Tür zeigen, nur du bist dazu in der Lage.

Ist also Gebundensein Liebe? Wo ein Gebundensein besteht, da muß auch Ausbeutung sein. Und wir benutzen dieses Wort „Liebe“, um das alles zu vertuschen.

Je größer und mächtiger die Organisation ist, sei sie nun religiös oder weltlich, um so weiter ist sie von der Wirklichkeit entfernt.

Jede Herausforderung muß immer neu sein, und solange der Geist konditioniert ist, reagiert er auf Herausforderungen entsprechend seiner Konditionierung; deshalb ist die Reaktion niemals angemessen.

Jeder Führer, den wir wählen, wird sein wie wir; wir werden keinen Führer wählen, der völlig verschieden von uns ist.

Jeder Kanon von Dogmen und Glaubenslehren kommt mit einer Reihe von Ritualen, einer Reihe von Zwängen, die den Geist binden und den Menschen vom Menschen trennen.

Leid und Liebe können nicht zusammenleben, doch in der christlichen Welt hat man das idealisierte Leiden, das man an ein Kreuz gehängt und angebetet hat.

Liebe ist die einzige Revolution. Liebe kann nicht durch Wissen erkauft werden; und ein Geist, der ohne Liebe nach Wissen strebt, ist ein Geist, der rücksichtslos handelt und dem es nur um Leistungsfähigkeit geht.

Man muß sich selbst ein Licht sein; dieses Licht ist das Gesetz. Alle anderen Gesetze sind Produkte des Denkens und daher fragmentarisch und widersprüchlich.

Mit-Leiden bedeutet, Leidenschaft für alle Dinge zu haben, nicht nur die Leidenschaft zwischen zwei Menschen, sondern für die ganze Menschheit, für alle Wesen auf der Erde, Tiere, Bäume, alles, was die Erde trägt.

Moralische Normen sind bloße Erfindungen der Gesellschaft, um das Individuum zu unterjochen.

Nur der chaotische Geist ist auf der Suche nach der Freiheit. Wenn vollkommene Ordnung herrscht, dann ist diese Ordnung Freiheit.

Nur der religiöse Mensch kann eine fundamentale Revolution herbeiführen, doch der Mensch, der einen Glauben, ein Dogma hat, der zu einer besonderen Religion gehört, ist kein religiöser Mensch.

Nur durch Selbst-Bewußtheit, die Selbsterkenntnis und das richtige Denken bewirkt, gewinnen Geist und Herz an Tiefe und Weite.

Nur ein Gast bin ich in dieser Welt vergänglicher Dinge, durch nichts in ihr gebunden. Keinem Land gehöre ich an. Keine Grenzen schließen mich ein.

Nur ein Individuum, das nicht in gesellschaftliche Zwänge eingebunden ist, kann einen tief greifenden Einfluss auf die Gesellschaft ausüben.

Nur jemand, der weiß, was Schönheit ist, blickt einen Baum oder die Sterne oder das funkelnde Wasser eines Flusses mit völliger Hingabe an, und wenn wir wirklich sehen, befinden wir uns im Zustand der Liebe.

Nur weil wir den Kontakt mit der Natur verloren haben, nehmen Malerei, Museen und Konzerte so einen wichtigen Platz ein.

Nur wenn der Geist das Oberflächliche und das Verborgene versteht, kann er über seine eigene Begrenztheit hinausgelangen und jene Glückseligkeit entdecken, die nicht an die Zeit gebunden ist.

Nur wenn der Geist frei von allen Ideen und allen Glaubenssätzen ist, kann er richtig handeln.

Organisierte Religion ist keine Religion. Dieser ganze Unsinn aus Ritualen, Dogmen, Theorien und den Theologen, die sich neue Theorien ausdenken, ist keine Religion.

Religion ist meiner Ansicht nach der eingefrorene Gedanke des Menschen, aus dem er Tempel und Kirchen gebaut hat.

Sicherheit und Selbstschutz sind das Ergebnis der Unzulänglichkeit, in der keine Intelligenz ist, in der es kein kreatives Denken gibt, in der ein ständiger Kampf zwischen dem „Selbst“ und der Gesellschaft stattfindet und in dem gerissene Menschen Sie skrupellos ausbeuten.

Sie haben keinen inneren Raum, wenn Ihr Geist vollgestopft ist mit Vorlieben und Bindungen, mit Ängsten und Wünschen, mit dem Verlangen nach Vergnügen, Macht und Status. Dann herrscht in Ihrem Geist drangvolle Enge.

Sie jagen dem nach, was Sie erfreut hat, woran Sie Vernügen hatten. Es ist die Fortsetzung der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Das ist die ständige Triebkraft des Lebens: Verlangen und Vergnügen.

Sie können Erleuchtung nicht erfahren. Die bloße Idee, sie zu erfahren, ist eine Torheit.

Sie können etwas Schönes betrachten, die Bäume und die Wolken und das Licht. Doch wenn das Denken hinzukommt und sagt: „Das war wunderschön“, dann ist es bereits vorbei.

Sie sind daran gewöhnt, daß man Ihnen sagt, welche Fortschritte Sie gemacht haben, was Ihr spiritueller Status ist. Wie kindisch! Wer außer Ihnen selbst kann Ihnen sagen, ob Sie innerlich schön oder häßlich sind?

Sie suchen immerfort Unsterblichkeit für dieses „Ich“. Mit anderen Worten, das Falsche versucht, das Wahre, das Ewige zu werden.

So haben sie eine künstliche Trennung zwischen dem Analytiker und dem Analysanden geschaffen, doch in Wirklichkeit ist der Analytiker der Analysand.

So ist also das „Ich“, an das wir uns klammern, frei erfunden. Das könnte die tiefste Ursache der Angst sein -, daß man sich an etwas klammert, das nicht existiert.

Sobald Sie einem Menschen folgen, hören Sie auf, der Wahrheit zu folgen.

Solange also der Geist unfähig ist, das Problem zu betrachten, solange er nicht fähig ist, das Problem zu lösen, muß er verschiedene Wege der Flucht vor dem Problem finden, und die Fluchtwege sind Hoffnungen, sie sind der Abwehrmechanismus.

Wenn wir die Wahrheit nicht entdecken, gibt es keinen Ausweg aus unseren Problemen und unserem Leiden. Die Lösung ist die direkte Erfahrung der Wahrheit in der Stille des Geistes, in der Ruhe vollkommener Aufmerksamkeit, in der Offenheit äußerster Empfindsamkeit.

Strebe danach zu verstehen, nicht zu wissen, denn im Verstehen endet der dualistische Prozess von Wissendem und Gewusstem.

Um das Heilige, das Namenlose, Zeitlose erforschen zu können, darf man zweifellos keiner Gruppe, keiner Religion, keinem Glaubenssystem angehören, weil Glaubenssysteme Dinge als wahr akzeptieren, die vielleicht überhaupt nicht existieren.

Um die Gesellschaft zu verändern, musst du dich von ihr lösen. Du musst aufhören, wie die Gesellschaft zu sein: besitzgierig, ehrgeizig, neidisch, machthungrig und so weiter.

Um die höchste Realität zu entdecken, die der Mensch seit Abertausenden von Jahren Gott nennt, musst du frei von Glauben, frei von aller Autorität sein. Nur dann kannst du selbst herausfinden, ob es so etwas wie Gott gibt.

Um sich miteinander zu verständigen, muß man nicht nur auf den Sprecher hören, sondern auf den Akt des Zuhörens selbst.

Und das ist das einzig Heilige – nicht die Bilder und Rituale, die Erlöser, Gurus und Visionen. Nur das ist heilig, worauf der Geist, ohne es zu wünschen, gestoßen ist, weil er innerlich vollkommen leer ist.

Und das ist Meditation: nicht im Lotussitz sitzen oder auf dem Kopf stehen, sondern das Wahrnehmen der Ganzheit und Einheit des Lebens. Das ist nur möglich, wenn Liebe und Mitgefühl da sind.

Und wenn dieser Strom, der unser Bewußtsein samt seinem Inhalt ist, ans Ende gelangt, dann steht die Zeit still, und dann ist da eine total andere Dimension. Wenn Sie das verstehen, dann werden Sie sehen, daß der Tod eine vollkommen andere Bedeutung hat.

Wenn Sie etwas in Freiheit anschauen, dann ist es immer neu. Ein Mensch mit Überzeugungen ist ein toter Mensch.

Unsere Visionen sind das Ergebnis unserer Konditionierung – der religiösen wie der nicht religiösen.

Vergleichen führt zu Enttäuschungen und ermutigt nur den Neid, den man als Wettbewerb bezeichnet.

Wahre Religion ist keine Frage von Dogmen, Orthodoxien und Ritualen, sie ist kein organisierter Glaube. Der organisierte Glaube tötet die Liebe und Güte. Religion ist ein Gefühl von Heiligkeit, Mitgefühl und Liebe.

Wahrheit ist immer neu, vollkommen unbekannt und unerkennbar. Der Geist muss zu ihr ohne Forderungen, ohne Wissen und ohne Wünsche kommen; er muss vollkommen leer und nackt sein. Nur dann geschieht die Wahrheit.

Was jenseits des Denkens, jenseits des Wissens liegt, das kann man sich nicht vorstellen oder in einen Mythos oder ein Geheimnis für die Wenigen verwandeln. Es ist da, man muß es nur sehen.

Weil der Mensch zur Selbsttäuschung neigt, sich gern in den komfortablen Mantel der Religionen hüllt, versteht er nicht, und deshalb gibt es Leid und immerwährenden Streit.

Weil du die Welt bist, werden deine Taten die Welt beeinflussen, in der du lebst, die Welt deiner Beziehungen. Aber die Schwierigkeit liegt darin, die Bedeutung der individuellen Transformation zu erkennen. Wir möchten, daß sich die Gesellschaft um uns herum ändert, aber wir sind blind und wollen uns selbst nicht ändern.

Weisheit ist etwas, das jeder Einzelne von uns entdecken muss, aber sie ist nicht das Ergebnis von Wissen. Wissen und Weisheit haben nichts miteinander zu tun.

Wenn das Denken sagt, daß es sich auf die Suche nach etwas Echtem, Ursprünglichen machen will, kann es das, was es als echt betrachtet, projizieren, aber das ist nur eine Illusion.

Wenn der Verstand leicht verwundbar ist, wenn er alle Unterstützung, alle Erklärungen verloren hat, wenn er nackt ist, dann wird er die Glückseligkeit der Wahrheit erfahren.

Wenn ein Guru aus dem Osten oder ein Mann im Westen sagt: «Ich habe Erleuchtung erlangt», dann können Sie sicher sein, daß er nicht erleuchtet ist. Erleuchtung ist nicht etwas, das man erreichen kann.

Wenn ein Mensch in sich keinen Streit kennt, erzeugt er auch nach außen keinen Streit. Der innere Streit, projiziert nach außen, wird zum Weltchaos. Nach allem ist der Krieg das Ergebnis unseres täglichen Lebens, und ohne Änderung unseres Lebens wird es immer mehr Soldaten, Drill und Fahneneide geben und all den Unrat, der damit einhergeht.

Wenn ich jemanden besitze, will ich nicht, daß diese Person einem anderen nachschaut. Wenn ich diesen Menschen als „mein“ betrachte, ist das Liebe?

Wenn ihr glaubt, Gott ist Liebe, Gott ist gut, Gott ist dieses oder jenes, dann ist es eben dieser Glaube, der euch daran hindert zu verstehen, was Gott ist, was wahr ist.

Wenn Sie ohne jegliches Urteil schauen, ohne irgendeine Wahl, nur einfach beobachten, dann ist in dieser Beobachtung kein Beobachter. In dem Augenblick, in dem der Beobachter hinzukommt, beginnt das Vorurteil, beginnen die Vorlieben und Abneigungen.

Wenn wir Angst haben, werden wir gewalttätig. Wir wollen vernichten im Namen Gottes, im Namen der Religion, im Namen einer sozialen Revolution, und so weiter und so weiter.

Wenn wir nicht bald erkennen, dass Besitzdenken grundlegend falsch ist, dann werden wir weder individuell noch kollektiv eine andere Lebensweise haben können – und daher auch keine andere Zivilisation.

Wenn wir zu schlechten Methoden greifen, um das Schlechte zu besiegen, dann sind oder werden wir selbst schlecht und verewigen das Schlechte.

Wir handeln, wir leben nach bestimmten Mustern, die bewußt oder zutiefst unbewußt vom Denken vorgeschrieben werden. Es ist außerordentlich wichtig, das Denken zu verstehen, denn das Denken hat die Menschen getrennt, national, geographisch, nach ihren Glaubensvorstellungen, nach ihren Dogmen.

Wir können die Gesellschaft nicht verändern, nur das Individuum kann sich verändern.

Wir möchten die Welt verändern – in ökonomischer, sozialer Hinsicht, aber es scheint mir, daß eine wesentliche äußere Veränderung nicht möglich sein wird, wenn es keine radikale psychologische Revolution, eine Transformation gibt.

Wo auch nur ein Funke der Selbstsucht herrscht, kann der andere nicht existieren. Und der Prozeß des Registrierens ist die Essenz der Selbstsucht.

Wo Liebe ist, da ist keine Pflicht und keine Verantwortung.

Über die Wirklichkeit kann man nicht sprechen; wenn man darüber spricht, ist es nicht mehr die Wirklichkeit.

Übernehmt nicht einfach das Wort „Pflicht“, denn wo „Pflicht“ ist, da ist keine Liebe.

 Immanuel Kant,

deutscher Philosoph der Aufklärung
(* 22. April 1724 in Königsberg, Preußen; † 12. Februar 1804 ebenda)

Die Bibel ist das Buch, dessen Inhalt selbst von seinem göttlichen Ursprung zeugt. Die Bibel ist mein edelster Schatz, ohne den ich elend wäre.

Alle Bücher, die ich je gelesen, haben mir nicht den Trost geben können, den mir das eine Wort der Bibel gab: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Die Aufgabe des Menschengeistes besteht nicht darin, die Wahrheit zu suchen, sondern ein möglichst treffliches Bild der Wahrheit zu bekommen.

Es gibt Irrtümer, die man nicht widerlegen kann. Man muß den verkehrten Kopf in Erkenntnisse führen, die ihn aufklären; alsdann verliert sich der Irrtum von selbst.

Die wahre Gottesverehrung besteht darin, daß man nach Gottes Willen handelt.

Für die lernende Seele hat das Leben auch in seinen dunkelsten Stunden einen unendlichen Wert.

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.

Man verliebt sich nur in den Schein, man liebt aber die Wahrheit.

Es gehört ein gutes Herz dazu, um die Wahrheit zu finden, vornehmlich bei dem Widerstreit der Eitelkeit der Menschen untereinander.

Je mehr du gedacht, je mehr du getan hast, desto länger hast du gelebt.

Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner sebstverschuldeten Unmündigkeit.

Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.

Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.

Es ist nur eine Religion, aber es kann vielerlei Arten des Glaubens geben.

Den Mut auffordern, ist zur Hälfte so viel als ihn einflößen, dagegen spannt die faule, sich selbst gänzlich mißtrauende und auf äußere Hilfe wartende kleinmütige Denkungsart alle Kräfte des Menschen ab und macht ihn dieser Hilfe selbst unwürdig.

Allgemeine Regeln und Bedingungen der Vermeidung des Irrtum überhaupt sind: 1. selbst zu denken, 2. sich an die Stelle eines anderen zu denken und 3. jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken.

Aufklärung ist die Maxime, selber zu denken.

Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist leider gar nicht abzuhelfen.

Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, daß der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.

Irrtümer entspringen nicht allein daher, weil man gewisse Dinge nicht weiß, sondern weil man sich zu urteilen unternimmt, obgleich man noch nicht alles weiß, was dazu erfordert wird.

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern vielmehr durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß. Und es könnte sein, daß die Menschheit reicher wird, indem sie ärmer wird, daß sie gewinnt, indem sie verliert.

Tue das, wodurch du würdig bist, glücklich zu sein!

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird.

Wir denken selten bei dem Licht an Finsternis, beim Glück an Elend; bei der Zufriedenheit an Schmerz; aber umgekehrt jederzeit.

Es kann sein, daß nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muß er wahrhaftig sein.

Genie ist das Talent der Erfindung dessen, was nicht gelehrt oder gelernt werden kann.

Es gibt ein Reich was nicht da ist, aber durch unser Tun und Lassen wirklich werden kann.

Behandle andere Menschen immer als Zweck an sich selbst, nicht bloß als Mittel zu etwas anderem.

Gedanken ohne Inhalte sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. Aber auch die Anschauungen entwirft die Subjektivität aus den eigenen Empfindungen.

Die Natur hat gewollt, daß der Mensch keiner Glückseligkeit oder Vollkommenheit teilhaftig werde, als die er sich selbst, frei vom Instinkt, durch eigene Vernunft verschafft hat.

Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv als auch objektiv unzureichendes Führwahrhalten.

Gewissen ist das Bewußtsein eines inneren Gerichtshofes im Menschen.

Der Friede muß gestiftet werden, er kommt nicht von selber.

Gesetz ist die Regel, nach der das Design der Dinge bestimmbar ist.

Religion ist die Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttlicher Gebote.

Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

Alles Gute, das nicht auf moralisch gute Gesinnung gepfropft ist, ist nichts als Schein und schimmerndes Elend.

Die größte Angelegenheit des Menschen ist, zu wissen, wie er seine Stelle in der Schöpfung gehörig erfülle und recht verstehe, was man sein muß, um ein Mensch zu sein.

Und wenn alles, was man sagt, wahr sein muß, so ist darum nicht auch die Pflicht, alle Wahrheit öffentlich zu sagen.

Es ist niemals zu spät, vernünftig und weise zu werden; es ist aber schwerer, wenn die Einsicht zu spät kommt.

Widerlegt zu werden, ist keine Gefahr, wohl aber, nicht verstanden zu werden.

Es hat wohl niemals eine rechtschaffene Seele gelebt, welche den Gedanken hätte ertragen können, daß mit dem Tod alles zu Ende sei, und deren edle Gesinnung sich nicht zur Hoffnung und Zukunft erhoben hätte.

Niemand kann mich zwingen, auf seine Art glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, der ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit anderer nicht Abbruch tut.

Intrigante Leute sind schwache Köpfe, öfters haben sie Einfälle, aber im Großen kann ein böser Mensch nichts einsehen.

Im Gleichnis Christi ist die enge Pforte und der schmale Weg, der zum Leben führt, der des guten Lebenswandels; die weite Pforte und der breite Weg, den viele wandeln, ist die Kirche.

Der Glaube an einen Gott und eine andere Welt ist mit meiner moralischen Gesinnung so verwebt, daß, sowenig ich Gefahr laufe, die Letztere einzubüßen, ebenso wenig besorge ich; daß mir der Erstere jemals entrissen werden könne.

Der Glaube einer gottesdienstlichen Religion ist ein Fron- und Lohnglaube (fides mercenaria, servilis) und kann nicht für den seligmachenden angesehen werden, weil er nicht moralisch ist. Dieser muß ein freier, auf lauter Herzensgesinnungen gegründeter Glaube sein.

Die erste und letzte Aufgabe eines jeden Menschen ist Sittlichkeit, Tugend. Es ist ganz gleich, welchen Beruf der Mensch erwählt, welcher Partei er angehört, welchen Glauben er besitzt, nichts wird ihm von der allgemeinen Notwendigkeit, gut, gerecht und fromm zu sein, frei machen.

Alle sittlichen Begriffe haben a priori in der Vernunft ihren Sitz und Ursprung, und dieses zwar in der gemeinsten Menschenvernunft ebenso als der im höchsten Maße spekulativen. Sie können von keinem empirischen und darum bloß zufälligen Erkenntnisse abstrahiert werden.

Die Menschen sind insgesamt je zivilisierter, desto mehr Schauspieler.

Der ewige Friede ist keine leere Idee, sondern eine Aufgabe, die, nach und nach aufgelöst, ihrem Ziele beständig näher kommt.

Man merkt leicht, daß auch kluge Leute bisweilen faseln.

Zu einer Gesinnung, einer Maxime, kann man von niemand gezwungen werden; hier bleibt daher als Beweggrund unseres Handelns nur jener freie Selbstzwang übrig, auf den sich jede wahre Sittlichkeit gründet.

Ich stehe in der Einbildung, es sei zuweilen nicht unnütz, ein gewisses edles Vertrauen in seine eigenen Kräfte zu setzen.

Sparsamkeit in allen Dingen ist die vernünftige Handlung eines rechtdenkenden Menschen.

Eltern erziehen gemeiniglich ihre Kinder nur so, daß sie in die gegenwärtige Welt, sei sie auch verderbt, passen. Sie sollten sie aber besser erziehen, damit ein zukünftiger besserer Zustand hervorgebracht werde.

Als ein vernünftiges, mithin zur intelligiblen Welt gehöriges Wesen kann der Mensch die Kausalität seines eigenen Willens niemals anders als unter der Idee der Freiheit denken.

Der Mensch kann ein neuer Mensch nur durch eine Art von Wiedergeburt, gleich als durch eine neue Schöpfung und Änderung des Herzens werden.

Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: daß sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft.

Alle Naturanlagen eines Geschöpfs sind bestimmt, sich einmal vollständig und zweckmäßig auszuwickeln.

Wenn wir uns als frei denken, so versetzen wir uns als Glieder in die Verstandeswelt und erkennen die Autonomie des Willens, samt ihrer Folge, der Moralität; denken wir uns aber als verpflichtet, so betrachten wir uns als zur Sinnenwelt und doch zugleich zur Verstandeswelt gehörig.

Wenn man mit einer kühnen Vorstellung die ganze Ewigkeit, sozusagen, in einem Begriffe zusammenfassen könnte: So würde man auch den ganzen unendlichen Raum mit Weltordnungen angefüllet und die Schöpfung vollendet ansehen können.

Welcher Philosoph hat nicht einmal, zwischen den Beteuerungen eines vernünftigen und fest überredeten Augenzeugen und der inneren Gegenwehr eines unüberwindlichen Zweifels, die einfältigste Figur gemacht, die man sich vorstellen kann? Soll er die Richtigkeit aller solcher Geistererscheinungen gänzlich ableugnen? Was kann er für Gründe anführen, sie zu widerlegen?

Eines der größten Probleme der Erziehung ist, wie man die Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich seiner Freiheit zu bedienen, vereinigen könne. Denn Zwang ist nötig! Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?

Alles Denken ist nichts anderes als ein Vorstellen durch Merkmale.

Die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind.

Die sogenannten Religionsstreitigkeiten, welche die Welt so oft erschüttert und mit Blut bespritzt haben, sind nur etwas anderes als Zänkereien um den Kirchenglauben gewesen.

Wir werden gewisse Handlungen nicht darum für verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie darum als göttliche Gebote ansehen, weil wir dazu innerlich verpflichtet sind.

Der Ausspruch, »wir wissen nur soviel, als wir im Gedächtnis haben«, hat seine Richtigkeit und daher ist die Kultur des Gedächtnisses sehr notwendig. Man muß aber dasselbe nur mit solchen Dingen beschäftigen, an denen uns gelegen ist, daß wir sie behalten und die auf das wirkliche Leben Beziehung haben.

Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß. Religion, durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdenn erregen sie gerechten Verdacht wider sich, und können auf unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und öffentliche Prüfung hat aushalten können.

Freunde des Menschengeschlechts und dessen, was ihm am heiligsten ist! Nehmt an, was euch nach sorgfältiger und aufrichtiger Prüfung am glaubwürdigsten scheint, es mögen nun Facta, es mögen Vernunftgründe sein; nur streitet der Vernunft nicht das, was sie zum höchsten Gut auf Erden macht, nämlich das Vorrecht ab, der letzte Probierstein der Wahrheit zu sein.

Niemals empört etwas mehr als Ungerechtigkeit. Alle anderen Übel, die wir ausstehen, sind nichts dagegen.

Der Anfang des Lebens ist die Geburt, diese aber nicht der Anfang des Lebens der Seele, sondern des Menschen. – Das Ende des Lebens ist der Tod, dieser aber nicht das Ende des Lebens der Seele, sondern des Menschen.

Ich werde meine Mutter nie vergessen; denn sie pflanzte und nährte den ersten Keim des Guten in mir, sie öffnete mein Herz den Eindrücken der Natur; sie weckte und erweiterte meine Begriffe, und die Lehren haben einen immerwährenden Einfluß auf mein Leben gehabt.

Der Verstand ist positiv und vertreibt die Finsternis der Unwissenheit – die Urteilskraft mehr negativ zur Verhütung der Irrtümer aus dem dämmernden Licht, darin die Gegenstände erscheinen. – Die Vernunft verstopft die Quelle der Irrtümer (die Vorurteile) und sichert hiermit den Verstand durch die Allgemeinheit der Prinzipien.

Nur durch allmähliche Reform nach festen Grundsätzen kann man in kontinuierlicher Annäherung zum höchsten persönlichen Gut, zum ewigen Frieden gelangen. Dieser ist eine Aufgabe, die nach und nach aufgelöst, ihrem Ziele, weil die Zeiten, in denen gleiche Fortschritte geschehen, hoffentlich immer kürzer werden, beständig näher kommt.

Sonst ist es Beweis von gutem Verstande, wenn der Mensch auch nur weiß, wie er gut fragen soll, um entweder von der Natur oder einem anderen Menschen belehrt zu werden.

Wenn ein Mensch sich kriechend gegen andere beträgt, immer Komplimente macht, um sich durch ein so unwürdiges Benehmen, wie er wähnt, einzuschmeicheln, so ist auch dieses wider die Würde der Menschheit.

Einsehende Leute, weil die Wahrheit ihr eigentliches Objekt ist, und sie nur an dem, was beständig ist, Vergnügen finden, sind jederzeit ehrlich.

Wissen: Fürwahrhalten aus einem Erkenntnisgrunde, der sowohl objektiv als subjektiv zureichend ist.

Der Mensch ist so von sich eingenommen, daß er sich lediglich als das einzige Ziel der Anstalten Gottes ansieht.

Der bejahrte Murrkopf, welcher fest glaubt, daß in seiner Jugend die Welt viel ordentlicher und die Menschen besser gewesen wären, ist ein Phantast in Ansehung der Erinnerung.

Der praktische Philosoph, der Lehrer der Weisheit durch Lehre und Beispiel, ist der eigentliche Philosoph. Denn Philosophie ist die Idee einer vollkommenen Weisheit, die uns die letzten Zwecke der menschlichen Vernunft zeigt.

Ich habe gar nicht den Ehrgeiz, ein Seraph sein zu wollen, mein Stolz ist nur dieser, desto mehr Mensch zu sein.

Ein Entwurf zu einer Theorie der Erziehung ist ein herzliches Ideal, und es schadet nichts, wenn wir auch nicht gleich imstande sind, es zu realisieren. Man muß nur nicht gleich die Idee für schimärisch halten, und sie als einen schönen Traum verrufen,wenn auch Hindernisse bei ihrer Ausführung eintreten.

Was Freiheit in praktischer Beziehung ist, verstehen wir gar wohl, in theoretischer Absicht aber, was ihre Natur betrifft, können wir ohne Widerspruch nicht einmal daran denken, sie verstehen zu wollen.

Ich kann niemand besser machen, als durch den Rest des Guten, das in ihm ist; ich kann niemand klüger machen, als durch den Rest der Klugheit, die in ihm ist.

Bäume, wenn sie im Freien stehen und im Wachstum begriffen sind, gedeihen besser und tragen einst herrlichere Früchte, als wenn sie durch Künsteleien, Treibhäuser und konfiszierte Formen dazu gebracht werden sollen.

Der Wert des Lebens, sofern es in dem besteht, was wir Gutes genießen können, wird von den Menschen viel zu hoch angeschlagen; sofern es aber nach dem geschätzt wird, was wir Gutes tun können, ist es der höchsten Achtung und Sorgfalt, es zu erhalten und fröhlich zu guten Zwecken zu gebrauchen, würdig.

Es zum Grundsatz zu machen, daß denen, die ihnen (den derzeitigen Gewalthabern) einmal unterworfen sind, überhaupt die Freiheit nicht tauge, und man berechtigt sei, sie jederzeit davon zu entfernen, ist ein Eingriff in die Regalien der Gottheit selbst, die den Menschen zur Freiheit schuf. Bequemer ist freilich, im Staat, Hause und Kirche zu herrschen, wenn man einen solchen Grundsatz durchzusetzen vermag. Aber auch gerechter?

Ein kleiner Anfang, der aber Epoche macht, indem er der Denkungsart eine ganz neue Richtung gibt, ist wichtiger als die ganze unabsehliche Reihe von darauffolgenden Erweiterungen der Kultur.

Der Verstand vermag nichts anzuschauen und die Sinne nichts zu denken. Nur daraus, daß sie sich vereinigen, kann Erkenntnis entspringen.

Von dem Tage an, wo der Mensch anfängt durch »Ich« zu sprechen, bringt er sein geliebtes Selbst, wo er nur darf, zum Vorschein, und der Egoismus schreitet unaufhaltsam fort.

Denken ohne Erfahrung ist leer. Erfahrung ohne Denken ist blind.

Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, das hat seine Würde.

Ich setze den Fall, ein Land besteht aus lauter Einwohnern, die sich vor Gott verpflichtet haben, sich nach den Anweisungen der Bibel zu richten: wie wohl würde es ihnen ergehen!

Was kann, wenn man nahe dran ist, diese Welt zu verlassen, tröstender sein, als zu sehen, daß man nicht umsonst gelebt habe, weil man einige, wenngleich nur wenige, zu guten Menschen gebildet hat.

Moralität muß also vorhergehen, die Theologie ihr dann folgen, und das heißt Religion.

Tue das Vollkommenste, was durch dich möglich ist!

Gewissenlosigkeit ist nicht Mangel des Gewissens, sondern der Hang, sich nicht an dessen Urteil zu kehren.

Die Selbstprüfung, die in die schwer zu ergründenden Tiefen oder den Abgrund des Herzens zu dringen verlangt und die dadurch zu erhaltende Selbstkenntnis ist aller menschlichen Weisheit Anfang.

Der Mensch, der die menschlichen Gefühle nicht ersticken will, muß sich den Tieren gegenüber mit Güte verhalten; weil der, der unmenschlich gegenüber den Tieren ist, auch hart mit dem Menschen wird. Wir können die Seele eines Menschen an der Verhaltensweise gegenüber den Tieren erkennen.

Die moralische Bildung des Menschen darf nicht von der Besserung der Sitten, sondern muß von der Umwandlung der Denkungsart und von dort der Gründung eines Charakters anfangen.

Was sollen uns alle Bearbeitungen und Streitigkeiten der Spekulation, wenn man die Herzensgüte darüber einbüßt?

Der wahre Philosoph muß also als Selbstdenker einen freien und selbsteigenen, keinen sklavisch nachahmenden Gebrauch von seiner Vernunft machen.

Eine jede Lehre, wenn sie ein nach Prinzipien geordnetes Ganzes der Erkenntnis sein soll, heißt Wissenschaft.

Ein jeder Mensch hat rechtmäßigen Anspruch auf Achtung von seinen Mitmenschen, und wechselseitig ist er dazu auch gegen jeden anderen verbunden.

Wer ängstlich wegen seiner Existenz bekümmert ist, wird des Lebens nie froh werden.

Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.

Ich habe die Gebrechen der Erkenntniskraft Krankheiten des Kopfes genannt.

Tugend ist die moralische Stärke in Befolgung seiner Pflicht, die niemals zur Gewohnheit werden, sondern immer ganz neu und ursprünglich aus der Denkungsart hervorgehen soll.

Derjenigen unter den Menschen, die nach Grundsätzen verfahren, sind und waren immer die wenigsten. Derer, so aus gutherzigen Trieben handeln, sind weit mehrere. Derer, die ihr allerliebstes Selbst als den einzigen Beziehungspunkt ihrer Bemühungen starr vor Augen haben und die um den Eigennutz als um die große Achse alles zu drehen suchen, gibt es die meisten.

Die Welt ist nicht ein Accidens der Gottheit, weil in ihr Widerstreit, Mängel, Veränderlichkeit, alles Gegenteile der Bestimmungen einer Gottheit, angetroffen werden.

Wenn das moralische Gesetz gebietet, wir sollen bessere Menschen sein, so folgt unumgänglich, wir müssen es auch können.

Je mehr eigennütziger Beweggrund, desto weniger Moralität.

Alle Menschen haben Vorurteile, nur von verschiedener Art.

Philosophie ist die Idee einer vollkommenen Weisheit, die uns die letzten Zwecke der menschlichen Vernunft bringt.

Selbstdenken heißt: den obersten Problemstein der Wahrheit an sich selbst suchen.

Die Lüge ist ein Verbrechen des Menschen an seiner eigenen Person.

Ludwig Andreas Feuerbach,

deutscher Philosoph, Anthropologe und Religionskritiker
(* 28. Juli 1804 in Landshut; † 13. September 1872)

Der Unterschied zwischen Tier und Mensch ist das Bewusstsein, nicht im Sinne des Selbstgefühls, sondern die Fähigkeit, sich selbst im Verhältnis zur Gattung zu sehen. Das Tier hat nur ein inneres Wesen, der Mensch hingegen ein inneres und ein äußeres. Das innere Leben des Menschen ist das Leben im Verhältnis zu seiner Gattung.

Ebenso wird der Mensch an dem Gegenstand seiner selbst bewusst: Das Bewusstsein des Gegenstandes ist das Selbstbewusstsein des Menschen. Wie der Mensch etwas sieht, zeigt ihm sein eigenes Wesen. Was für eines Gegenstandes wir uns daher auch nur immer bewusst werden: wir werden stets zugleich unseres eigenen Wesens bewusst.

Die Raupe, die über ihre Welt hinaus nichts kennt, kann sich nicht als endlich erkennen. Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist für sie eine Welt, ein unendlicher Raum, weil sie darüber hinaus nichts kennt. Einem beschränkten Wesen ist sein beschränkter Verstand keine Schranke, es ist vielmehr vollkommen glücklich und befriedigt.

Wenn ich kein religiöses Gefühl in mir habe, kann ich nichts Religiöses erkennen. Also ist Religion nur ein Gefühl in mir selbst. Das Religiöse entsteht in mir selbst, somit ist der Gegenstand, der in mir das religiöse Gefühl auslöst, außerhalb von mir variabel. Das Gefühl ist atheistisch im Sinne des orthodoxen Glaubens, als welcher Religion an einem äußeren Gegenstand anknüpft; es leugnet einen gegenständlichen Gott – er ist sich selbst Gott.

Der Gegenstand des Menschen ist nichts anderes als sein gegenständliches Wesen selbst. Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott. Die Erkenntnis Gottes ist deshalb die Selbsterkenntnis des Menschen. Der Mensch ist sich dessen jedoch nicht bewusst. Er verlegt sein Wesen zuerst außer sich, ehe er es in sich findet.

Die Religion gesteht ein, dass die Wesenmerkmale Gottes menschlich sind. Dies sagt jedoch nichts über Gott aus. Der Mensch kann sich unter Gott nur das vorstellen, was Gott ist. Deshalb ist das Gottesbild menschenähnlich, was nicht bedeutet, dass Gott so ist.

Gott ist das Größte, was man sich vorstellen kann. Würde ein Vogel sich Gott vorstellen, so hätte sein Gott Flügel, denn für einen Vogel gibt es nichts Größeres als Flügel zu haben. Die Götter der Menschen entsprechen ihnen selbst. Einen Gott, der in einem Tempel wohnt, gibt es erst, seitdem der Mensch in Häusern wohnt. Für die alten Germanen war die Tugend des Krieges ihre höchste Tugend. Daher war ihr höchster Gott der Kriegsgott – Odin. Ein wahrer Atheist ist daher nur der, dem diese Prädikate wie Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit nichts bedeuten.

Die Religionen rechtfertigen die Parallelität von menschlich geschätzten und göttlichen Prädikaten damit, dass dies nur die Auswahl der göttlichen Prädikate sei, die der Mensch erkennt. Gott habe darüber hinaus unendlich viele mehr. Der Religion sind die Anthropomorphismen keine Anthropomorphismen.

Eine Qualität ist nicht göttlich, weil Gott sie hat, sondern Gott hat sie, weil sie selbst göttlich ist, weil Gott ohne sie ein mangelhaftes Wesen ist.

Im Spiegel des unendlich guten Gottes erkennt der Mensch sich als begrenzt. Zur Verehrung Gottes macht der Mensch sich klein und gesteht sich ein, dass er, im Gegensatz zu Gott, nur begrenzt gut, liebend, weise etc. ist. Durch Gott erkennt der Mensch, was er selbst nicht ist, aber sein soll, und somit sein kann. Denn ein Sollen ohne Können wäre lächerlich.

Wer an der Wahrheit seines Gottesbildes zweifelt, muss auch an der Existenz Gottes überhaupt zweifeln.

Die Empfindung von dem Unglück des Schlechten ist Empfindung von dem Glück des Guten: der Mangel eines Gutes bringt oft dieselbe Wirkung hervor als der Besitz desselben.

So lange der Mensch nicht im Höchsten frei, bei sich, selbständig ist, so lange kann er auch in Kunst und Wissenschaft nicht das Höchste erreichen.

Was wäre der Mensch ohne Empfindung? Sie ist die musikalische Macht im Menschen.

Die Form der Wissenschaft ist ewig die Notwendigkeit. Die Notwendigkeit negieren, heißt den Standpunkt der Erkenntnis und Wissenschaft negieren.

An dem andern habe ich erst das Bewußtsein der Menschheit; durch ihn erst erfahre, fühle ich, daß ich Mensch bin; in der Liebe zu ihm wird mir erst klar, daß er zu mir und ich zu ihm gehöre, daß wir beide nicht ohne einander sein können, daß nur die Gemeinsamkeit die Menschheit ausmacht.

Die echten Schriftsteller sind Gewissensbisse der Menschheit.

Die Kunst ist nur Kunst, wo sie sich Selbstzweck, wo sie absolut frei, sich selbst überlassen ist, wo sie keine höheren Gesetze kennt als ihre eigenen, die Gesetze der Wahrheit und Schönheit.

Mäkeln und Tadeln ist bei vielen ein Trost für Unverständnis.

Wo keine Liebe, ist auch keine Wahrheit. Und nur der ist etwas, der etwas liebt. Nichts sein und nichts lieben ist identisch.

Je mehr du von deinem Selbst aufgibst, desto größer und wahrer ist deine Liebe.

Alles überwindet der Mensch; aber nur, wenn die Überwindung für ihn eine Notwendigkeit ist – alles vermag er, wenn er muß.

Die einfachsten Wahrheiten sind es gerade, auf die der Mensch immer erst am spätesten kommt.

Ein Dogma ist das ausdrückliche Verbot, selber zu denken.

Nur für die Erbärmlichen ist die Welt erbärmlich, nur für die Leeren leer.

Die wahre Philosophie besteht darin, nicht Bücher, sondern Menschen zu machen.

Was dein Inneres beschäftigt, das beschäftigt auch deinen Verstand, das nimmst du auch in ihn auf, als ein Objekt deiner Betrachtung, von dem du nicht lassen kannst.

Das Denken ist das Vermögen der Objektivität im Menschen. – Wer darum nicht von sich selbst abstrahieren kann, wie z.B. ein bloßer Gefühlsmensch, ist unfähig des richtigen Denkens, unfähig der Wissenschaft, oder kommt er in sie, so stiftet er nur Verderben.

Du bist nur, wenn du liebst; Sein ist erst Sein, wenn es Sein der Liebe ist, aber zugleich geht in der Liebe dein persönliches Dasein, dein abgesondertes Fürdichsein zu Grunde. Du bist nur noch in dem geliebten Gegenstande, Alles außer ihm, du selbst ohne ihn bist dir Nichts. Die Liebe ist die Quelle aller Freuden, aber auch aller Schmerzen.

So ist die Liebe der wahre ontologische Beweis vom Dasein eines Gegenstandes außer unserem Kopfe – und es gibt keinen anderen Beweis vom Sein als die Liebe, die Empfindung überhaupt. Das, dessen Sein Dir Freude, dessen Nichtsein Dir Schmerz bereitet, das nur ist.

Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion ist der Wunsch. Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.

Die wahren Gesinnungen der Menschen in Betreff der Bedeutung einer Handlung offenbaren sich nicht in ihren Urteilen über das Tun, sondern über das Nicht-Tun der Handlung, da wo sie einer überläßt.

Der Religion ist nur das Heilige wahr, der Philosophie nur das Wahre heilig.

Die Zeit ist die Quelle der Poesie. Der Blick in die Vergangenheit ist ein Stich ins Herz, der die poetische Ader öffnet.

Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme löset der Glaube nicht auf, sondern verschiebt sie nur.

Die Schmerzen, die wir dem Freund offenbaren, sind schon halb geheilt. Worüber wir sprechen, darüber mildern sich unsere Leidenschaften; es wird hell in uns; der Gegenstand des Zorns, des Ärgers, des Kummers erscheint uns in einem Licht, in welchem wir die Unwürdigkeit der Leidenschaft erkennen. Worüber wir im Dunkel und Zweifel sind, wir dürfen nur darüber sprechen – oft in dem Augenblick schon, wo wir den Mund auftun, um den Freund zu fragen, schwinden die Zweifel und Dunkelheiten.

Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.

Wahre Religion ist gebaut auf das Wahre, das Gute in der Menschennatur nicht auf der Sünde Morast.

Nur der Gegenstand der wahren Liebe entwickelt und offenbart auch das wahre Wesen des Menschen.

Dem wahrhaft religiösen Menschen ist Gott kein bestimmungsloses Wesen, weil er ihm ein gewisses, wirkliches Wesen ist. Die Bestimmungslosigkeit und die mit ihr identische Unerkennbarkeit Gottes ist daher nur eine Frucht der neuem Zeit, ein Produkt der modernen Ungläubigkeit.

Das Auge ist himmlischer Natur. Darum erhebt sich der Mensch über die Erde nur mit dem Auge; darum beginnt die Theorie mit dem Blicke nach dem Himmel. Die ersten Philosophen waren Astronomen.

Der Mensch ist der Anfang der Religion, der Mensch der Mittelpunkt der Religion, der Mensch das Ende der Religion.

Die Liebe ist das Band, das Vermittlungsprinzip zwischen dem Vollkommnen und Unvollkommnen, dem sündlosen und sündhaften Wesen, dem Allgemeinen und Individuellen, dem Gesetz und dem Herzen, dem Göttlichen und Menschlichen. […] Die Liebe stärket das Schwache und schwächt das Starke, erniedrigt das Hohe und erhöhet das Niedrige, idealisiert die Materie und materialisiert den Geist. […] Lieben heißt vom Geiste aus: den Geist, von der Materie aus: die Materie aufheben.

Der Glaube entfesselt die Wünsche des Menschen von den Banden der natürlichen Vernunft; er genehmigt, was Natur und Vernunft versagen; er macht den Menschen darum selig, denn er befriedigt seine subjektivsten Wünsche.

Wenn Gott sein Ebenbild wie sich selbst liebt, warum soll nicht auch ich das Bild Gottes wie Gott selbst lieben?

Nur der, der liebt, lebt.

Wo keine Liebe ist, ist auch keine Wahrheit.

Man kann nicht wenig genug schreiben, wie man nicht wenig genug reden kann, denn das meiste, was man schreibt und spricht, ist doch nur dummes und überflüssiges Zeug.

Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist, seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott.

Wer nicht, wenn auch unabsichtlich, beleidigen oder verletzen will, dem fehlt alle Energie, alle Tatkraft; denn man kann keinen Fuß bewegen, ohne Wesen zu zertreten, keinen Tropfen Wasser vergießen, ohne Infusorien zu verschlucken.

Die Wissenschaft soll nicht sein ein Ruhebett für den von Neugier geplagten Geist oder ein Spaziergang zum Vergnügen oder ein hoher Turm, von dem man verächtlich herabblickt, oder eine Burg und Schanze für Streit und Hader oder eine Werkstatt für die Gewinnsucht und den Wucher, sondern ein reicher Warenbehälter, eine Schatzkammer zur Ehre des Werkmeisters aller Dinge und zum Nutzen der Menschheit.

Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel steht, sondern der Mensch schuf, wie ich im »Wesen des Christentums« zeigte, Gott nach seinem Bilde.

Die Natur antwortet nicht auf die Klagen und Fragen des Menschen; sie schleudert unerbittlich ihn auf sich selbst zurück.

Wo Bewußtsein ist, da ist Fähigkeit zur Wissenschaft.

Ein Mensch ohne Verstand ist auch ein Mensch ohne Willen. Wer keinen Verstand hat, läßt sich verführen, verblenden, von andern als Mittel gebrauchen; nur wer denkt, ist frei und selbständig.

Je mehr das Sinnliche verneint wird, desto sinnlicher ist der Gott, dem man das Sinnliche opfert.

Wirklich ist, was wirklich für den Menschen ist. Begnüge dich mit der gegebenen Welt.

Nie ist das Richtige das, was ihr macht, sondern wie ihr’s macht.

Die Sache muß an und für sich selbst betrachtet werden, wenn man ihre Wahrheit erkennen will, unabhängig von den Beziehungen auf den Menschen und anderen äußerlichen Gründen. – Der innere Sachgrund allein – der Gedanke entscheidet.

Magst du vom Zweifel ausnehmen, was du willst: die Grenzen, die du dem Zweifel im besonderen setzest, fallen über kurz oder lang, sind nur die Schranken deiner Persönlichkeit, die andere, wenn sie deinen Geist übernehmen, nicht mehr berücksichtigen und so den wahren Sinn deiner Zweifel enthüllen werden.

Wissenschaft und Menschheit können nur unter dem Schutze der Toleranz gedeihen. – Wo keine Wahrheit, ist keine Toleranz. Furcht ist die Quelle der Intoleranz, aber Furcht ist nicht in der Wahrheit.

Die Geschichte der Menschheit besteht in nichts anderem als einer fortgehenden Überwindung von Schranken, die zu einer bestimmten Zeit für Schranken der Menschheit und darum für absolute, unübersteigliche Schranken gelten. Die Zukunft enthüllt aber immer wieder, daß die angeblichen Schranken der Gattung nur Schranken der Individuen waren. Die Geschichte der Wissenschaften, namentlich der Philosophie und Naturwissenschaften liefert hierfür die interessantesten Belege.

Gott war mein erster Gedanke, die Vernunft mein zweiter, der Mensch mein dritter und letzter Gedanke.

Das göttliche Wesen, das sich in der Natur offenbart, ist nichts anderes, als die Natur selbst, die sich dem Menschen als ein göttliches Wesen offenbart, darstellt und aufdrängt.

Die Natur ist der erste, ursprüngliche Gegenstand der Religion, wie die Geschichte aller Religionen und Völker sattsam beweist.

Sigmund Freud,

österreichischer Neurologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker
(* 6. Mai 1856 in Freiberg, † 23. September 1939 in London)

In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.

Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen.

Die Religiosität führt sich biologisch auf die langanhaltende Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes zurück, welches, wenn es später seine wirkliche Verlassenheit und Schwäche gegen die großen Mächte des Lebens erkannt hat, seine Lage ähnlich wie in der Kindheit empfindet und deren Trostlosigkeit durch die regressive Erneuerung der infantilen Schutzmächte zu verleugnen versucht.

Auch die Religion kann ihr Versprechen (des Glücks) nicht halten. Wenn der Gläubige sich endlich genötigt findet, von ›Gottes unerforschlichem Ratschluß‹ zu reden, so gesteht er damit ein, daß ihm als letzte Trostmöglichkeit und Lustquelle im Leiden nur die bedingungslose Unterwerfung geblieben ist. Und wenn er zu dieser bereit ist, hätte er sich den Umweg wahrscheinlich sparen können.

Wenn die Wahrheit der religiösen Lehren abhängig ist von einem inneren Erlebnis, das diese Wahrheit bezeugt, was macht man mit den vielen Menschen, die solch ein seltenes Erlebnis nicht haben?

Das zusammenfassende Urteil der Wissenschaft über die religiöse Weltanschauung lautet: Während die einzelnen Religionen miteinander hadern, welche von ihnen im Besitz der Wahrheit sei, meinen wir, daß der Wahrheitsgehalt der Religion überhaupt vernachlässigt werden darf. Religion ist der Versuch, die Sinnenwelt, in der wir gestellt sind, mittels der Wunschwelt zu bewältigen […] Aber sie kann es nicht leisten. Ihre Lehren tragen das Gepräge der Zeiten, in denen sie entstanden sind, der unwissenden Kinderzeiten der Menschheit.

Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur als episodisches Phänomen möglich.

Eines Tages, zurückblickend auf die Jahre, wo du gekämpft hast, werden sie dir wie die schönsten vorkommen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Menschen gemeinhin mit falschen Maßstäben messen, Macht, Erfolg und Reichtum für sich anstreben und bei anderen bewundern, die wahren Werte des Lebens aber unterschätzen.

Niemals sind wir ungeschützter gegen das Leiden, als wenn wir lieben, niemals hilfloser ungücklich, als wenn wir das geliebte Objekt oder seine Liebe verloren haben.

Der Melancholiker zeigt eine außerordentliche Herabsetzung seines Ichgefühls, eine großartige Ichverarmung. Bei der Trauer ist die Welt arm und leer geworden, bei der Melancholie ist es das Ich selbst.

Es gibt viele Wege, die zu dem Glück führen können, wie es dem Menschen erreichbar ist; keinen, der sicher dahin leitet.

Die große Mehrzahl der Menschen arbeitet nur notgedrungen, und aus dieser natürlichen Arbeitsscheu der Menschen leiten sich die schwierigsten sozialen Probleme ab.

Wir werden die Natur nie vollkommen beherrschen; unser Organismus, selbst ein Stück dieser Natur, wird immer ein vergängliches, in Anpassung und Leistung beschränktes Gebilde bleiben.

Gewollte Vereinsamung, Fernhaltung von den anderen ist der nächstliegende Schutz gegen das Leid, das einem aus menschlichen Beziehungen erwachsen kann.

Auf der Höhe der Verliebheit droht die Grenze zwischen Ich und Objekt zu verschwimmen. Allen Zeugnissen der Sinne entgegen, behauptet der Verliebte, daß Ich und Du eines seien, und ist bereit, sich, als ob es so wäre, zu benehmen.

Wie der Planet noch um seinen Zentralkörper kreist, außer daß er um die eigene Achse rotiert, so nimmt auch der einzelne Mensch am Entwicklungsgang der Menschheit teil, während er seinen eigenen Lebensweg geht.

Das Leiden der Hysterischen kommt hauptsächlich von ihren Erinnerungen.

So sinkt mir der Mut, vor meinen Mitmenschen als Prophet aufzustehen, und ich beuge mich ihrem Vorwurf, daß ich ihnen keinen Trost zu bringen weiß, denn das verlangen sie im Grunde alle, die wildesten Revolutionäre nicht weniger leidenschaftlich als die bravsten Frommgläubigen.

Wir versuchen unterdes, die Leistungsfähigkeit unserer Sinnesorgane durch künstliche Hilfsmittel aufs äußerste zu steigern, aber man darf erwarten, daß alle solche Bemühungen am Endergebnis nichts ändern werden. Das Reale wird immer unerkennbar bleiben.

Niemals sind wir so verletzlich, als wenn wir lieben.

Ein Jeder von uns kommt dahin, die Erwartungen, die er in der Jugend an seine Mitmenschen knüpft, als Illusionen fallen zu lassen, und kann erfahren, wie sehr ihm das Leben durch deren Übelwollen erschwert und schmerzhaft gemacht wird.

Zu sich selbst vollkommen ehrlich zu sein, ist eine gute Übung.

Jede Phantasie ist ein Wunsch, der realisiert wird, eine Phantasiekorrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.

Wenn es sich um Fragen der Religion handelt, machen sich die Menschen aller möglichen Unaufrichtigkeiten und intellektuellen Unarten schuldig.

Der Stacheldraht kann uns wohl trennen, den Glauben kann uns keiner nehmen.

Denken Sie an den betrübenden Kontrast zwischen der strahlenden Intelligenz eines gesunden Kindes und der Denkschwäche des durchschnittlichen Erwachsenen. Wäre es so ganz unmöglich, daß gerade die religiöse Erziehung ein großes Teil Schuld an dieser relativen Verkümmerung trägt?

Gedanken sind die Proben zu Handlungen.

Wir sind so eingerichtet, daß wir nur den Kontrast intensiv genießen können, den Zustand nur sehr wenig. Somit sind unsere Glücksmomente schon durch unsere Konstruktion beschränkt.

Ich darf nicht wie Sie auf die Liebe vieler Menschen rechnen. Ich habe sie nicht erfreut, getröstet, erhoben. Ich hatte es gar nicht in Absicht, wollte nur forschen, Rätsel lösen, ein Stückchen Wahrheit aufdecken. Dies mag vielen wehe, manchen wohlgetan haben, beides nicht meine Schuld und nicht mein Verdienst.

Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden.

Die meisten Menschen wollen die Freiheit nicht wirklich, weil Freiheit Annahme von Verantwortung bedeutet, die meisten Menschen zittern vor solcher Annahme.

Es wird aber behauptet, daß jeder von uns sich in irgendeinem Punkt ähnlich wie der Paranoiker benimmt, eine ihm unleidliche Seite der Welt durch eine Wunschbildung korrigiert und diesen Wahn in die Realität einträgt. Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, daß eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glücksversicherung und Leidensschutz durch eine wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.

Anjezë Gonxha Bojaxhiu,

Ordensschwester und Missionarin
(* 26. August 1910 in Üsküb, Osmanisches Reich; † 5. September 1997 in Kalkutta)

Anfangs glaubte ich, bekehren zu müssen. Inzwischen habe ich gelernt, dass es meine Aufgabe ist zu lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie will.

Beten macht das Herz weit, bis es so groß ist, dass es Gottes Geschenk, nämlich ihn selbst, in sich aufnehmen kann.

Christus wird uns nicht fragen, wie viel wir geleistet haben, sondern mit wie viel Liebe wir unsere Taten vollbracht haben.

Das Gebet nützt der ganzen Welt, denn der Frieden beginnt zu Hause und in unseren eigenen Herzen. Wie können wir Frieden in die Welt bringen, wenn wir keinen Frieden in uns haben?

Das Gute, dass du heute tust, werden die Menschen morgen oft schon wieder vergessen haben. Tu weiterhin Gutes.

Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich vielleicht an, wenn du ihnen hilfst, hilf ihnen trotzdem.

Der einfache Weg! Die Frucht der Stille ist das Gebet. Die Frucht des Gebetes ist der Glaube. Die Frucht des Glaubens ist die Liebe. Die Frucht der Liebe ist das Dienen. Die Frucht des Dienens ist der Friede!

Der Glaube muss, um echt zu sein, gebende Liebe sein. Glaube und Liebe gehen zusammen.

Der Schmerz an sich ist nichts; aber der Schmerz, der an der Passion Christi teilnimmt, ist ein wunderbares, ja das schönste Geschenk und ein Beweis der Liebe, weil der Vater gezeigt hat, dass er die Welt liebt, als er seinen Sohn hingab.

Du kannst beten, während du arbeitest. Die Arbeit hält das Gebet nicht auf und das Gebet nicht die Arbeit.

Du wirst sehen – schlußendlich ist alles eine Sache zwischen dir und Gott. Nicht zwischen dir und Menschen.

Es geht nicht um das, was wir tun oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat.

Es gibt viele Leute, die die großen Dinge tun können. Aber es gibt sehr wenig Leute, die die kleinen Dinge tun wollen.

Friede ist für mich eins sein mit Gott. Christus ist Gottes Friede… Ich habe ihm mein Leben gegeben und gesehen: Je mehr ich an ihn glaube, desto mehr verstehe ich – er ist der Friede.

Gott achtet nicht darauf, wie viel wir tun, sondern mit wie viel Liebe wir etwas tun.

Ich glaube, je weniger wir besitzen, umso mehr haben wir zu geben. Und je mehr wir besitzen, umso weniger können wir noch geben.

Ich kümmere mich nie um Menschenscharen, sondern nur um eine Person. Würde ich die Scharen ansehen, würde ich nie beginnen.

Ich nehme keine Auszeichnungen in meinem Namen an. Ich bin nichts.

Ich wäre eher bereit, mein Leben herzugeben als meinen Glauben.

Ich weiß, dass Gott nie mehr von mir verlangen wird, als ich ertragen kann. Ich würde mir nur wünschen, er würde mir nicht gar so viel zutrauen.

Lass nicht zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher geworden ist!

Menschen sind oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert. Vergib ihnen einfach.

Mir ist lieber, dass ihr Fehler macht und freundlich seid, als dass ihr Wunder wirkt und unfreundlich seid.

Sich selbst geben ist besser als nur geben.

Viele versuchen, die Leere, die sie empfinden, mit Essen, Radio, Fernsehen und ständigen äußerlichen Aktivitäten zu füllen. Doch diese Leere kann nur durch Gott gefüllt werden.

Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, können Menschen über Nacht zerstören. Bau weiter auf.

Wenn du Menschen verurteilst, hast du keine Zeit, sie zu lieben.

Wenn du weißt wie sehr Gott dich liebt, dann kannst du nur leben, indem du diese Liebe ausstrahlst.

Wenn ihr entmutigt seid, ist das ein Zeichen, dass ihr hochmütig seid; es zeigt, dass ihr zu viel Vertrauen in euch selbst habt.

Wie war es in der Urkirche? Woran haben die anderen die wahren Christen erkannt? Erkannt haben sie die Christen daran, dass sie die Liebe sahen, mit der sie einander zugetan waren.

Wollt ihr etwas Schönes für Gott tun? Es gibt einen Menschen, der euch braucht. Das ist eure Chance.

Verbreite Liebe, wo immer Du auch hingehst: Zuerst in Deinem eigenen Haus. Gib Deinen Kindern Liebe, Deiner Frau oder Deinem Mann, Deinem Nachbarn von gegenüber …

Laß nie jemanden zu Dir kommen, ohne ihn besser fühlend und glücklicher seiend wieder gehen zu lassen.

Sei der lebendige Ausdruck von Gottes Güte; Güte in Deinem Gesicht, Güte in Deinen Augen, Güte in Deinem Lächeln, Güte in Deinem warmen Gruß.

Mohandas Karamchand Gandhi,

indischer Widerstandskämpfer, Revolutionär, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist
(* 2. Oktober 1869 in Porbandar; † 30. Januar 1948 in Neu-Delhi)

Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.

Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.

Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.

Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen.

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.

Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.

Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.

Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt.

Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt droht Untergang.

Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.

Geburt und Tod sind nicht zweierlei Zustände, sie sind zwei Aspekte desselben Zustands.

Man soll weder annehmen noch besitzen, was man nicht wirklich zum Leben braucht.

Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.

Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.

Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel.

Das Geheimnis eines glücklichen Lebens liegt in der Entsagung.

Alle unsere Steitereien entstehen daraus, daß einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will.

Willst du einen Gegner überzeugen, mußt du ihm die besten und edelsten Züge seines Charakters vor Augen führen. Umwirb ihn auf diese Weise, wo du kannst. Halte ihm nicht seine Fehler vor.

Wenn Gott in allem wohnt, was im Universum existiert, wenn der Gelehrte wie der Straßenkehrer von Gott sind, dann gibt es keinen, der hoch ist, und keinen, der niedrig ist, alle sind ohne Einschränkung gleich, sie sind gleich, weil sie die Geschöpfe jenes Schöpfers sind.

Freude liegt im Kampf, im Wagnis, in der Leidensbereitschaft, nicht im Siegen.

Hingabe an die Wahrheit ist der einzige Grund für unser Dasein.

Marie Freifrau Ebner von Eschenbach,

österreichische Schriftstellerin, Philosophin
(* 13. September 1830 in Mähren; † 12. März 1916 in Wien)

Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun

Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehaßt.

Und ich habe mich so gefreut!, sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?

Es gibt wenig aufrichtige Freunde. Die Nachfrage ist auch gering.

So manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus.

Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.

Selbst der bescheidenste Mensch hält mehr von sich, als sein bester Freund von ihm hält.

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzlichen Worten.

Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

Wir verlangen sehr oft nur deshalb Tugenden von anderen, damit unsere Fehler sich bequemer breitmachen können.

Nichts lernen wir so spät und verlernen wir so früh, als zugeben, daß wir unrecht haben.

Das Vertrauen ist etwas so Schönes, daß selbst der ärgste Betrüger sich eines gewissen Respektes nicht erwehren kann vor dem, der es ihm schenkt.

Ein Urteil läßt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.

Wir suchen die Wahrheit, finden wollen wir sie aber nur dort, wo es uns beliebt.

Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an.

Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen.

Nur der Denkende erlebt sein Leben, an Gedankenlosen zieht es vorbei.

Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.

Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

Die kleinsten Sünder tun die größte Buße.

So mancher meint ein gutes Herz zu haben und hat nur schwache Nerven.

Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht.

Überlege einmal, bevor du gibst, zweimal, bevor du annimmst und tausendmal, bevor du verlangst und forderst.

Die Summe unserer Erkenntnis besteht aus dem, was wir gelernt, und aus dem, was wir vergessen haben.

Nur die allergescheitesten Leute benützen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst.

Die wahre Ehrfurcht geht niemals aus der Furcht hervor.

Sag etwas, das sich von selbst versteht, zum ersten Mal, und du bist unsterblich.

Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.

Was nennen die Menschen gerne dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.

Die Leute, denen man nie widerspricht, sind entweder die, welche man am meisten liebt, oder die, welche man am geringsten achtet.

Beim Tode eines geliebten Menschen schöpfen wir eine Art Trost aus dem Glauben, dass der Schmerz über unseren Verlust sich nie vermindern wird.

Menschen, die nach immer grösserem Reichtum jagen, ohne sich jemals Zeit zu gönnen, ihn zu geniessen, sind wie Hungrige, die immerfort kochen, sich aber nicht zu Tische setzen.

Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden.

Johann Wolfgang von Goethe,

deutscher Dichter
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar)

Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen erblicken.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Es ist nicht genug zu wissen – man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.

Mit dem Wissen wächst der Zweifel.

Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten.

Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.

Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.

Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.

Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.

Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch.

Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.

Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.

Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten.

Es bleibt einem jeden immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.

Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.

Glücklich allein ist die Seele, die liebt.

Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.

Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.

Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.

Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem.

Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Missverständnisse und Trägheit machen vielleicht mehr Irrungen in der Welt als List und Bosheit.

Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.

An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.

Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.

Eigentlich lernen wir nur aus Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buches, das wir beurteilen können, müsste von uns lernen.

Die Welt urteilt nach dem Scheine.

Alles ist Kampf, Ringen. Nur der verdient die Liebe und das Leben, der täglich sie erobern muss.

Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.

Jede große Idee, sobald sie in die Erscheinung tritt, wirkt tyrannisch.

Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.

Prüfungen erwarte bis zuletzt.

Wenn je das Göttliche auf Erden erschien, so war es in der Person Christi.

Lao-Tse,

legendärer chinesischer Philosoph
(* † 6. Jahrhundert v. Chr.)

Andere beherrschen erfordert Kraft. Sich selbst beherrschen fordert Stärke.

Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung.

Der Weise lebt in der Einfalt und ist ein Beispiel für viele. Er will nicht selber scheinen, darum wird er erleuchtet.

Besser als einer, der weiß, was recht ist, ist einer, der liebt, was recht ist; und besser als einer, der liebt, was recht ist, ist einer der Begeisterung fühlt für das, was recht ist.

Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren.

Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut. Nur der Liebende ist mutig, nur der Genügsame ist großzügig, nur der Demütige ist fähig zu herrschen.

Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit im Geben schafft Liebe.

Genug zu haben ist Glück, mehr als genug zu haben ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.

Der Weise hat keine unumstößlichen Grundsätze; er passt sich anderen an.

Es gehört schon eine Menge Mut dazu, schlicht und einfach zu erklären, dass der Zweck des Lebens ist, sich seiner zu erfreuen.

Reich ist, wer weiß, dass er genug hat.

Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.

Nur wer selber ruhig bleibt, kann zur Ruhestätte all dessen werden, was Ruhe sucht.

Wer andere beherrscht ist stark; wer sich selbst beherrscht ist mächtig.

Wertvoller Mensch ist streitlos. Streitender Mensch ist wertlos.

Wer gern Recht behält, den überhört man.

Verantwortlich ist man nicht nur, für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus.

Neben der edlen Kunst, etwas zu erledigen, gibt es die nicht minder edle, Dinge ungetan zu lassen. Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.

Weiser ist die Weisheit, die schwer errungen werden musste.

Wissen, dass man nichts weiß, das ist das Allerhöchste.

Alle Dinge haben Zeiten des Vorangehens und Zeiten des Folgens, Zeiten des Flammens und Zeiten des Erkaltens, Zeiten der Kraft und Zeiten der Schwäche, Zeiten des Gewinnens und Zeiten des Verlierens. Deshalb meidet der Weise Übertreibungen, Maßlosigkeit und Überheblichkeit.

Der Weise ist nicht gelehrt, der Gelehrte ist nicht weise.

Nur wer sich in Genügsamkeit genügt, hat stets genug.

Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.

Was ist ein wahres Geheimnis? Etwas, das für jeden offen da liegt – und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

Wenn Gott verloren geht, kommt die Tugend. Wenn die Tugend verloren geht, kommt die Wohltätigkeit. Wenn die Wohltätigkeit verloren geht, kommt die Gerechtigkeit. Wenn die Gerechtigkeit verloren geht, Kommen die Moralregeln.

Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr.

Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden.

Das Böse lebt nicht in der Welt der Menschen. Es lebt allein im Menschen.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.

Wer sich am Ziel glaubt, geht zurück.

Je mehr Verbote, umso ärmer das Volk.

Klar sieht, wer von Ferne sieht – und nebelhaft, wer Anteil nimmt.

Albert Einstein,

deutscher theoretischer Physiker
(* 14. März 1879 in Ulm; † 18. April 1955 in Princeton, New Jersey)

Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht.

Mehr Wissen führt nicht weg von Gott, sondern hin zu Gott.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.

Der gesunde Menschenverstand ist eigentlich nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.

Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.

Gott würfelt nicht.

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.

Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden völlig einig sind, ist ein verlorener Abend.

Jedem tiefen Naturforscher muß eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorzustellen vermag, daß die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum erstenmal gedacht werden.

Die moralischen Qualitäten der führenden Persönlichkeiten sind für eine Generation und für den Lauf der Geschichte vielleicht von noch größerer Bedeutung als rein intellektuelle Leistungen.

Der Intellekt hat ein scharfes Auge für Methoden und Werkzeuge, aber er ist blind gegen Ziele und Werte.

Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!

Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot.

Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wie viel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.

Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen.

Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erschien.

Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.

Wer Freude daran empfindet im Gleichschritt zu marschieren, hat sein Gehirn aus Versehen bekommen.

Die schönste Erfahrung, die wir machen können, ist die Erfahrung des Unbegreiflichen.

Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.

Geniale Menschen sind selten ordentlich, Ordentliche selten genial.

Wenn du ein glückliches Leben willst, verbinde es mit einem Ziel, nicht aber mit Menschen oder Dingen.

Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen.

Jedes Denken wird dadurch gefördert, daß es in einem bestimmten Augenblick sich nicht mehr mit Erdachtem abgeben darf, sondern durch die Wirklichkeit hindurch muß.

Einen innerlich freien und gewissenhaften Menschen kann man zwar vernichten, aber nicht zum Sklaven oder zum blinden Werkzeug machen.

Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

Georg Christoph Lichtenberg,

Mathematiker, Professor für Experimentalphysik
(* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen)

Ist es nicht seltsam, daß die Menschen so gern für ihre Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben?

Wenn die Menschen sagen, sie wollen nichts geschenkt haben, so ist es gemeiniglich ein Zeichen, daß sie etwas geschenkt haben wollen.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Vom Wahrsagen läßt sich’s wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheitsagen.

Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden.

Der gerade Weg ist der kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt.

Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.

Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit, sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen werden.

Es kann nicht alles ganz richtig sein in der Welt weil die Menschen noch mit Betrügereien regiert werden müssen.

Alles ist sich gleich, ein jeder Teil repräsentiert das Ganze. Ich habe zuweilen mein ganzes Leben in einer Stunde gesehen.

Er war ein solcher aufmerksamer Grübler, ein Sandkorn sah er immer eher als ein Haus.

Ich bin überzeugt, man liebt sich nicht bloß in andern, sondern haßt sich auch in andern.

Aus der Weisheit Gottes manche Sachen schließen zu wollen, ist nicht viel besser, als es aus seinem eignen Verstand zu tun.

Habe keine zu künstliche Idee vom Menschen, sondern urteile natürlich von ihm, halt ihn weder für zu gut noch zu böse.

Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.

Dank ist für kleine Seelen eine drückende Last, für edle Herzen ein Bedürfnis.

Durch das Einfache geht der Eingang zur Wahrheit.

Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.

Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.

Man sollte nie so viel zu tun haben, daß man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.

Es gibt Leute, die gut zahlen, die schlecht zahlen, Leute, die prompt zahlen, die nie zahlen, Leute, die schleppend zahlen, die bar zahlen, abzahlen, draufzahlen, heimzahlen – nur Leute, die gern zahlen, die gibt es nicht.

Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.

Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.

Wenn man Mitleid fühlt, so fragt man nicht erst andere Leute, ob man es fühlen soll.

Unsere Theologen wollen mit Gewalt aus der Bibel ein Buch machen, worin kein Menschenverstand ist.

Der gemeine Mann hält bei seinem Kirchengehen und Bibellesen die Mittel für Zweck.

Bei den meisten Menschen gründet sich der Unglaube in einer Sache auf blinden Glauben in einer anderen.

George Bernard Shaw,

irisch-britischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist
(* 26. Juli 1856 in Dublin; † 2. November 1950 in Ayot Saint Lawrence)

Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?

Die Weisheit eines Menschen misst man nicht nach seinen Erfahrungen, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen.

Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.

Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann.

Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen.

Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast.

Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.

Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.

Liebe auf dem ersten Blick ist ungefähr so zuverlässig wie Diagnose auf den ersten Händedruck.

Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit als ein ungeübter Körper.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.

Je mehr ein Mensch sich schämt, desto anständiger ist er.

Es kommt darauf an, sich von anderen zu unterscheiden; ein Engel im Himmel fällt niemandem auf.

Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muss, um zu beweisen, dass er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, dass er nichts taugt.

Nur ein Narr feiert, dass er älter wird.

Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.

Karl Heinrich Waggerl,

österreichischer Schriftsteller
(* 10. Dezember 1897 in Bad Gastein; † 4. November 1973 in Schwarzach)

Am auffälligsten unterscheiden sich die Leute darin, daß die Törichten immer wieder dieselben Fehler machen, die Gescheiten immer wieder neue.

Die meisten guten Werke tut das schlechte Gewissen der Sündigen, nicht das unbefleckte der Gerechten.

Eine halbe Wahrheit ist nie die Hälfte einer ganzen.

Man sollte nicht nur zu wissen meinen, sondern auch zu meinen wissen.

Nichts ist einfacher als sich schwierig auszudrücken, und nichts ist schwieriger als sich einfach auszudrücken.

Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen!

Wer seinen nächsten verurteilt, der kann irren. Wer ihm verzeiht, der irrt nie.

Man erobert die Wahrheit nicht, indem man ihr die Kleider vom Leibe reißt.

Unter allen denkbaren Irrtümern ist immer die Wahrheit am leichtesten zu widerlegen.

Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.

Ein guter Einfall ist wie ein Hahn am Morgen. Gleich krähen andere Hähne mit.

Das Böse, das wir tun, wird uns vielleicht verziehen werden. Aber unverziehen bleibt das Gute, das wir nicht getan haben.

Alle guten Werke sind nur möglich, weil das Herz keine Vernunft kennt.

Konfuzius,

chinesischer Philosoph der Östlichen Zhou-Dynastie
(*551 v. Chr. , † 479 v. Chr)

Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.

Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.

Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, gefährlich.

Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.

Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.

Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.

Der Weg ist das Ziel.

Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern.

Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.

Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum.

Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander.

Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.

Der Anführer eines großen Heeres kann besiegt werden. Aber den festen Entschluß eines einzigen kannst du nicht wankend machen.

Glatte Worte und schmeichelnde Mienen vereinen sich selten mit einem anständigen Charakter.

Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.

Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Von höheren Dingen kann man nur mit Menschen reden, die ein gewisses Niveau haben. Mit Menschen, die kein Niveau haben, kann man auch nicht über höhere Dinge reden.

Benjamin Franklin,

nordamerikanischer Drucker, Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder
(* 17. Januar 1706 in Boston; † 17. April 1790 in Philadelphia)

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Liebst du das Leben? Dann vergeude keine Zeit, denn daraus besteht das Leben.

Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen.

Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.

Ist die Zeit das Kostbarste unter allem, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung.

Mit zwanzig regiert der Wille, mit dreißig der Verstand und mit vierzig das Urteilsvermögen.

Die ganz Schlauen sehen um fünf Ecken und sind geradeaus blind.

Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.

Erfahrung ist eine teure Schule, aber Narren wollen anderswo nicht lernen.

Nach Leiden und Verlusten werden die Menschen bescheidener und weiser.

Es ist leichter das erste Verlangen zu unterdrücken, als alle folgenden zu befriedigen.

Oscar Fingal O‘ Flahertie Wills Wilde,

irischer Schriftsteller
(* 16. Oktober 1854 in Dublin; † 30. November 1900 in Paris)

Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.

Die Erfahrung hat keinerlei ethischen Wert. Sie ist nur ein Name, den die Menschen ihren Irrtümern verleihen.

Jedermann kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühle aufbringen. Es bedarf aber eines wirklich edlen Charakters, um sich über die Erfolge eines Freundes zu freuen.

Was macht letztlich eine glänzende Lüge aus? Doch schlichtweg die Tatsache, dass sie ihr eigener Beweis ist. Wer so fantasielos ist, dass er seine Lüge erst noch beweisen muss, soll sich lieber gleich an die Wahrheit halten.

Wenn eine Wahrheit zum Faktum wird, verliert sie jeden intellektuellen Wert.

Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der menschlichen Dummheit.

Verzeiht euren Feinden, nichts ärgert sie mehr.

Wenn jemand mit mir übereinstimmt, habe ich immer das Gefühl: ich muss mich irren.

Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben.

Fragen sind niemals indiskret. Antworten bisweilen schon.

Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt – die meisten Menschen existieren nur.

Der Individualismus wird ferner uneigennützig und ungeziert sein.

Über den Pforten der antiken Welt stand: »Erkenne dich selbst!«. Über den Pforten unserer neuen Welt sollte stehen: »Sei du selbst!«

Das Leben ist eine Komödie für jene, die denken, eine Tragödie aber für jene, die fühlen.

Bertolt Brecht,

deutscher Dramatiker und Lyriker
(* 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin)

Das Schlimmste ist nicht: Fehler haben, nicht einmal sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.

Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt.

Eine Hauptursache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum. Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum.

Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.

Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen. Aber sage ihnen einen vernünftigen Satz und beweise ihn mit sieben Gründen, und sie werden dich einfach auslachen.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!

Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden, dass sie verschwiegen werden.

Zorn und Unzufriedenheit allein genügen nicht, so etwas muss praktische Folgen haben.

Mark Twain,

US-amerikanischer Schriftsteller
(* 30. November 1835 in Florida; † 21. April 1910 in Redding)

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beißen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.

Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.

Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.

Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.

Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

Ein Dutzend verlogener Komplimente ist leichter zu ertragen als ein einziger aufrichtiger Tadel.

Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.

Kaum verloren wir das Ziel aus den Augen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.

Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.

Albert Schweitzer,

Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist
(* 14. Januar 1875 in Kaysersberg im Oberelsass; † 4. September 1965 in Lambaréné)

Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.

Gebete ändern die Welt nicht. Aber Gebete ändern die Menschen. Und die Menschen verändern die Welt.

Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.

Begeisterung ist ein guter Treibstoff, doch leider verbrennt er zu schnell.

Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.

Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind.

Es ist besser hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer acht lässt.

Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.

Nicht auf das, was geistreich, sondern auf das, was wahr ist, kommt es an.

Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige.

Galileo Galilei,

italienischer Naturforscher
(* 15. 02. 1564 in Pisa; † 08. 01. 1642 in Arcetri, Florenz)

Die Wahrheit ist leicht zu verstehen, wenn sie erst entdeckt ist. Das Schwierige ist nur, sie zu finden.

Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.

Zwei Wahrheiten können sich nie widersprechen.

Ich glaube nicht, daß derselbe Gott, der uns Sinne, Vernunft und Verstand gab, uns ihren Gebrauch verbieten wollte.

Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht.

Ich schätze das Auffinden einer einzigen, wenn auch unbedeutenden Wahrheit höher als das Herumdisputieren über die höchsten Fragen.

Alle Wahrheiten sind leicht verständlich von dem Zeitpunkt an, wo sie aufgedeckt werden. Die Frage ist, ob sie aufgedeckt werden.

André Paul Guillaume Gide,

französischer Schriftstelle und Literaturnobelpreis
(* 22. November 1869 in Paris; † 19. Februar 1951 ebd.)

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.

Es ist besser, für das, was man ist, gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.

So geht es oft mit einer Unterhaltung: Nach einer Weile vergeblicher Auseinandersetzung merkt man, dass man gar nicht von derselben Sache gesprochen hat.

Ein gerader Weg führt immer nur ans Ziel.

Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.

Verschiedene Aphorismen

Um mit Gewissheit zu glauben, musst du erst mal zweifeln.
(Stanislaus I. Leszczyński, polnischer Aristokrat)

Barmherzig sein heißt: Die Türe öffnen, bevor der andere angeklopft hat.
(Fritz Schmidt-König, christlicher Arbeiterdichter)

Kein Problem wird gelöst, wenn wir nur rumstehn und beten.
(Martin Luther King, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler)

Unser Leben endet an dem Tag, an dem wir über Dinge schweigen, die wichtig sind.
(Martin Luther King, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler)

Glaube an Wunder, aber verlass dich nicht drauf.
(Romain Rolland, französischer Schriftsteller, Musikkritiker und Pazifist)

Wer wenig weiß, glaubt besonders fest an das Wenige.
(Livius Maximus)

Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich.
(Victor Hugo, französischer Schriftsteller)

Es gibt keine Ungläubigen – nur Andersgläubige.
(Kurt Goetz, deutsch-schweizerischer Schriftsteller und Schauspieler)

Das Gegenteil der Heiligen sind nicht die Sünder, sondern die Scheinheiligen.
(Glenn Close, US-amerikanische Schauspielerin)

Aberglaube ist das Kennzeichen eines schwachen Geistes.
(Honoré de Balzac, französischer Schriftsteller)

Alles, woran man glaubt, beginnt zu existieren.
(Ilse Aichinger, Repräsentantin der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur)

Die Welt ist voll von Menschen, die Wasser predigen und Wein trinken.
(Giovanni Guareschi, italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller)

Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben.
(Oliver Hassencamp, deutscher Kabarettist, Schauspieler sowie Jugendbuch- und Romanautor)

Wenn Argumente fehlen, kommt meist ein Verbot heraus.
(Oliver Hassencamp, deutscher Kabarettist, Schauspieler sowie Jugendbuch- und Romanautor)

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern, was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.
(Oliver Hassencamp, deutscher Kabarettist, Schauspieler sowie Jugendbuch- und Romanautor)

Die Traurigkeit ist das Los der tiefen Seelen und der starken Intelligenzen.
(Alexandre Vinet, Theologe und Literaturhistoriker)

Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.
(Anatole France, französischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger)

Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an, denn wir lassen einen Teil von uns selbst zurück. Wir müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können.
(Anatole France, französischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger)

Was für den einen verrückt ist, ist für den anderen Realität.
(Tim Burton, US-amerikanischer Autor, Produzent und Filmregisseur)

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten.
(François-Gaston duc de Lévis, französischer Schriftsteller)

Bedenke, daß die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Ich, der ich weiß, mir einzubilden, dass ich weiß, nichts zu wissen, weiß, dass ich nichts weiß.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Genügsamkeit ist natürlicher Reichtum, Luxus ist künstliche Armut.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser.
(Sokrates, griechischer Philosoph)

Es ist erstaunlich, wie vorurteilsfrei wir zu denken vermögen, wenn es gilt, eine Dummheit vor uns selbst zu rechtfertigen. Andererseits kann auch gesagt werden: Es ist erstaunlich, wie dumm wir zu argumentieren vermögen, wenn es gilt, eins unserer Vor-Urteile zu rechtfertigen.
(Karl Heinrich Waggerl, österreichischer Schriftsteller)

Die Kirche ist kein Museum für Heilige, sondern ein Krankenhaus für Sünder.
(M. Kelsey)

Wer die Ordination umdeutet zu einer bloß rechtlichen oder symbolischen Handlung, oder sie am liebsten ganz abschaffen möchte, der führt damit alles, was er tut und redet, auf seine eigenen Fähigkeiten, auf seine Begabung oder seine Kenntnisse zurück. Vorsicht vor allzu betonter Demut! Sie ist – hier wie oft – nur die Maske der Selbsterhöhung. Umgekehrt: Nichts macht uns so klein wie die Ordination. Wer sie verstanden hat, der weiß: nichts war von ihm selbst, alles war Gottes Tat.
(Helmut Echternach in „Amt und Ordination“ (Mitteilungsblatt der Ev.-Ökum. Vereinigung Nr. 76 – 79, 1970/71))

Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der andere könne am Ende vielleicht doch recht haben.
(Robert Frost, Dichter und Pulitzer-Preisträger)

Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt.
(Robert Frost, Dichter und Pulitzer-Preisträger)

Schlimmer als blind zu sein ist nicht sehen zu wollen.
(Wladimir Iljitsch Uljanow, kommunistischer Politiker und Revolutionär, marxistischer Theoretiker)

Wer selber scheinen will, wird nicht erleuchtet.
(Laotse, chinesischer Philosoph)

Ob jemand klug ist, zeigen seine Antworten – ob er weise ist, seine Fragen.
(Nagib Mahfuz, ägyptischer Schriftsteller)

Wir lösen philosophische Brocken auf in einer Lauge, die aus abgestandener Mystik, gelehrter Arroganz und sämtlichen je dagewesenen Ressentiments zusammengesetzt ist, kleben einen Bibelspruch auf die Flasche und verkaufen das Ganze unter dem Namen: ‚Das protestantische Prinzip‘.
(Helmut Echternach, Pastor, lutherischer Theologe und Bischof.)

Frei ist nicht, wer tun kann, was er will, sondern wer sein kann, was er soll. […] Nicht die wuchernde Krebszelle ist frei, sondern das Organ oder Glied, das im gesund funktionierenden Organismus seine Bestimmung erfüllt.
(Helmut Echternach, Pastor, lutherischer Theologe und Bischof.)

Es ist unsere eigene Schwäche, die uns dazu veranlaßt, die Schwächen der anderen zu tadeln. Es ist oft eine große Selbstliebe, die die Selbstliebe der anderen nicht verzeihen kann.
(François de Salignac de la Mothe-Fénelon, Bischof von Cambrai)

Wenn man im falschen Zug sitzt, nützt es nichts, aus Protest im Gang entgegen der Fahrtrichtung zu laufen.
(Unbekannt)

Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.
(Ernst Reinhold Hauschka, deutscher Aphoristiker und Lyriker)

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
(Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller)

Um die Wahrheit wird gestritten, um die Lüge einigt man sich.
(Alexander Weiss, deutscher Eishockeyspieler)

Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.
(Heinar Kipphardt, deutscher Schriftsteller und Vertreter des Dokumentartheaters)

Wenn jeder nur das akzeptieren kann, was ihm in den Kram paßt oder was er für richtig hält, dann wird eine Sektenbildung in der Kirche kaum zu verhindern sein, und dann werden auch wir Katholiken von der Welt gestreichelt und gelobt werden als tolerant, weltoffen, modern, aufgeschlossen, anpassungsfähig, lernfähig, dialogbereit, und frei, bevor sie uns zu Staub zerreibt, der den Wind der Zeit nichts mehr entgegenzusetzen hat.
(Udo Borkner)

Große Dinge fingen nie so an: „Es diskutierte und beschloß eine Versammlung.“ Sie begannen stets so: „Es war ein Mensch, von Gott gesandt.“
(Unbekannt)

Den Schlüssel zum Erfolg kenne ich nicht, aber der Schlüssel zum Mißerfolg ist das Bestreben, jedem zu gefallen.
(Bill Crosby, US-amerikanischer Komiker, Schauspieler, Sänger und Buchautor)

Alles, was mit unseren persönlichen Wünschen übereinstimmt, erscheint uns als wahr. Alles andere macht uns wütend.
(André Maurois, französischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Historiker)

Will die christliche Religion ihrem Auftrag entsprechen, muß sie selbst nicht nur um Gott als den Heiligen wissen, sondern auch in der Lage sein, ihn den Zeitgenossen als solchen zu vermitteln.
(Otto Kaiser, deutscher protestantischer Theologe und Alttestamentler)

Wer alles, was erlaubt ist, tut, ist nicht mehr fern vom Unerlaubten.
(Aurelius Augustinus, Bischof und Kirchenvater)

Nicht der liebt die Wahrheit, der sie anderen sagt. Nur der liebt die Wahrheit, der sie gegen sich verträgt.
(Hermann Oeser, deutscher Pädagoge und Schriftsteller)

Das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, daß immer die falsche Hälfte geglaubt wird.
(Hans Krailsheimer, deutscher Schriftsteller)

Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.
(Hermann von Bezzel)

Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.
(Mark Twain)

Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und Stoiker)

Glaube fängt nicht da an, wo der Verstand aufhört, sondern da, wo der Widerstand aufhört.
(Unbekannt)

Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche.
(Gilbert Keith Chesterton, englischer Buchautor und Journalist)

Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.
(Max Planck, deutscher Physiker)

Die Kirche darf nicht mit den Wölfen heulen, um die Schafe für den Herrn zu gewinnen. Sie ist glaubwürdig, wenn ihre Weltoffenheit nicht zur Weltgleichheit wird, die der Welt nur mehr zu sagen hat, was diese selber bereits besser weiß. Sie muß „weltfremd“ bleiben, soll sie das bezeugen, was der Welt fehlt.
(Christoph Kardinal Schönborn, römisch-katholischer Theologe und Erzbischof)

Viel Ohnmacht in der Kirche hängt mit dem Irrtum zusammen, zu meinen, aus der Tatsache verkehrten Lebens erwachse die Notwendigkeit, auch falsch zu lehren, um auf diese Weise zu mehr Übereinstimmung von Leben und Lehre zu kommen.
(Christoph Kardinal Schönborn, römisch-katholischer Theologe und Erzbischof)

Das ist der ganze Jammer. Die Dummen sind so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel.
(Bertrand Russell, britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker)

Es ist leichter, alle zu lieben als einen. Die Liebe zur ganzen Menschheit kostet gewöhnlich nichts als eine Phrase; die Liebe zum Nächsten fordert Opfer.
(Peter Rosegger, österreichischer Schriftsteller)

Wenn an einer Wahrheit Ärgernis genommen wird, ist es nützlicher, das Ärgernis entstehen zu lassen, als auf die Wahrheit zu verzichten.
(Aurelius Augustinus, Bischof und Kirchenvater)

Niemand leugnet Gott, wenn er kein Interesse daran hat, daß es ihn nicht gibt.
(Aurelius Augustinus, Bischof und Kirchenvater)

Gott hat nicht Objekt der Spekulation zu sein, sondern der Anbetung.
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph)

Jene, die den „Buchstaben“ des Christentums durch seinen „Geist“ ersetzen wollen, verwandeln es meist in ein sozio-ökonomisches Geschwätz.
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph)

Die Wahrheiten sind nicht relativ. Relativ sind die Meinungen über sie.
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph)

Es gibt nur ein einziges Indiz für die Echtheit der Gewissensentscheidung, das ist die Bereitschaft des Betreffenden, eine unangenehme Alternative in Kauf zu nehmen.
(Robert Spaemann, deutscher Philosoph)

Lassen wir uns nicht täuschen: Hinter der Scheindemut protestantischer Prediger steht das Selbstbewußtsein des humanistischen Gelehrten. Je weniger die Ordination bedeutet, desto mehr tritt die eigene Person, die eigene Begabung, die eigenen Gelehrsamkeit in den Vordergrund. Desto leichter werden Begeisterung und vielleicht auch Temperament oder gar Rhetorik kurzschlüssig überbewertet als unmittelbares göttliches Tun. Desto mehr haftet der Blick am Sichtbaren. Desto gefährlicher wird der „Erfolg“ und desto quälender der Mißverfolg. Verdientermaßen!
(Pastor, lutherischer Theologe und Bischof)

Es ist besser, über seinen Hochmut gedemütigt als über seine Demut hochmütig zu werden!
(Hermann Heinrich Grafe, Gründer der Freien evangelischen Gemeinden und Kirchenliederdichter)

Reue wäre überflüssig, wenn sie vorher käme.
(Alfred Mohler)

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
(Francis Bacon, englischer Philosoph)

Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun.
(Orson Welles)

Die Straße des geringsten Widerstandes ist nur am Anfang asphaltiert.
(Hans Kasper, deutscher Schriftsteller)

Gott hat uns keine ruhige Reise verheißen, aber sehr wohl eine sichere Ankunft.
(Unbekannt)

Wenn deine Probleme zu klein sind, um darüber zu beten, sind sie auch zu klein, um sich darüber zu sorgen.
(Unbekannt)

Alle Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, die man einsetzt, um sie zu verbergen.
(Unbekannt)

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
(Chinesisches Sprichwort)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.
(Aldous Huxley, britischer Schriftsteller)

Die wahre Kirche ist nicht die reine Kirche, die sich durch Selbstabgrenzung rein erhält, sondern die Kirche der ungehinderten Verkündigung Jesu Christi und der dadurch bewirkten Abgrenzung. Die wahre Kirche zieht ihre Grenzen nicht, sie stößt auf sie.
(Johannes Wirsching, deutscher evangelischer Theologe)

Die höchste Gotteserkenntnis, die wir in diesem Leben haben können, besteht darin einzusehen, daß Gott alles übersteigt, was wir von ihm denken.
(Thomas von Aquin, Dominikaner, Philosoph und Theologe)

Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.
(Francois Duc de La Rochefoucauld, französischer Adeliger)

In einer Werkstatt hat man nicht den Mut, den Handwerker zu tadeln, in dieser Welt aber nimmt sich jeder Naseweis heraus, an Gott Kritik zu üben.
(Aurelius Augustinus, Bischof und Kirchenvater)

Wer selber nicht im Lichte wandelt, kann andere nicht zum Lichte führen.
(Johannes Chrysostomus, Bischof und Kirchenvater)

Obwohl wir unserem Gewissen folgen müssen, ist es nicht Aufgabe des Gewissens, eine moralische Wahrheit zu schaffen, sondern diese zu erkennen. Es ist durchaus möglich, daß ein Individuum die moralische Wirklichkeit einer bestimmten Situation falsch erkennt. Eine solche Person mag aufrichtig sein, aber er oder sie liegt aufrichtig falsch.
(John Myers, Erzbischof)

„Der Kluge gibt nach!“ Eine traurige Wahrheit. Sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
(Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin)

Es ist eine Sache, ins Kino zu gehen, den Lutherfilm anzuschauen und hinterher voll Bewunderung mit Tränen in den Augen den Mut dieses Mannes zu rühmen, der sich vor fünfhundert Jahren heldenhaft gegen die „veröffentlichte Meinung“ wandte. Es ist freilich ganz etwas anderes, heute ebenso mutig zu sein: Heute in Deutschland gegen einen Krieg zu protestieren, der von anderen weit weg geführt wird, erfordert nicht viel Mut. Es ist freilich ganz etwas anderes, heutzutage gegen den Krieg zu protestieren, der gegenwärtig hierzulande gegen die ungeborenen Kinder, gegen die auf Lebenszeit geschlossene Ehe zwischen Mann und Frau und gegen die Familie geführt wird. Das gilt nämlich nicht so „chic“ wie ein Protest gegen Bush. Man braucht Mut dazu. Viel Mut. Da bläst einem der Wind ins Gesicht und nicht in den Rücken. Aber man kann ja ersatzweise ins Kino gehen und den Lutherfilm anzuschauen und hinterher voll Bewunderung mit Tränen in den Augen den Mut dieses Mannes rühmen … und so weiter.
(Unbekannt)

Ist’s etwas Großes, daß die Engel Gott loben? Nein, denn wenn wir an ihrer Stelle wären, würden wir es auch tun – aber ich meine, daß Hiob auf seinem Misthaufen Gott lobte, das war etwas Großes, und dieses Lob gefiel Gott besser als das Lob aller Engel.
(Gerhard Tersteegen, deutscher Theologe und Schriftsteller)

Du siehst alles anders und viel besser mit Augen, die geweint haben.
(Phil Bosmans, belgischer-katholischer Ordensgeistlicher)

Denn so pflegt es bei dem geistigen Verfall zu gehen, daß man zuerst zwar das innegehabte Gut verliert, sich aber des Verlustes noch erinnert, alsdann nach längerer Zeit das Gut selbst, das man verloren, aus dem Gedächtnis entschwinden läßt, so daß man schließlich nicht einmal mehr in der Erinnerung besitzt, was man ehedem in Wirklichkeit sein eigen nannte.
(Gregor der Grosse, lateinischen Kirchenlehrer der Spätantike)

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.
(Theodor Fontane)

Es würde sehr wenig Böses auf Erden getan werden, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.
(Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin)

Achte auf deine Gedanken – sie sind der Anfang deiner Taten.
(chinesisches Sprichtwort)

Am Ende werden nur zwei Gruppen von Menschen vor Gott stehen – jene, die zu Gott sagen: „Dein Wille geschehe“, und jene, zu denen Gott sagt: „Dein Wille geschehe“. Alle, die in der Hölle sind, haben sie sich erwählt.
(C. S. Lewis, irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler)

Die Menschen bilden sich auf den „gesunden Menschenverstand“ seit neuestem wieder sehr viel ein. Ich habe herausgefunden, daß dieses Wort meistens dann benutzt wird, wenn man den gänzlichen Mangel an Fachkenntnis entschuldigen und irgendwo mitquatschen will.
(Joachim Fernau, deutscher Journalist)

Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.
(Paul Claudel, französischer Schriftsteller, Dichter und Diplomat.)

Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
(Matthias Claudius, deutscher Dichter und Journalist)

Man braucht nicht immer denselben Standpunkt zu vertreten, denn niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Wer sich ärgert, büßt für die Sünden anderer Menschen.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Wo Menschen angebetet werden, ist es gut, sich zu entfernen.
(Günther Weisenborn, deutscher Dramatiker)

Fatalerweise wirkt die Reduzierung des Christentums auf einen Katalog gutmenschlicher Selbstverständlichkeiten – etwa, daß man lieb, tolerant und sozial sein soll – auf viele Menschen zunächst wie eine Befreiung. Erst später zeigt sich, daß dies das Fadeste ist, was man sich vorstellen kann, und langfristig ein jeder den Geschmack an so einer Religion verlieren muß.
(Prof. Dr. Klaus Berger, deutscher Theologe)

Gott schafft die Welt aus Nichts. Wunderbar, sagst du. Jawohl, aber er tut, was wunderbarer ist: Er schafft Heilige aus Sündern.
(Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller)

Ich habe noch nie etwas über die Resolutionen der Apostel gehört, aber sehr viel über ihre Taten.
(Horace Mann, US-amerikanischer Politike)

Am meisten fühlt man sich von Wahrheiten getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte.
(Friedl Beutelrock, deutsche Schriftstellerin)

Wenn einer noch so klug ist, so ist er oft doch nicht klug genug, um den Dummen zu begreifen.
(Friedl Beutelrock, deutsche Schriftstellerin)

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.
(Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller)

Die Bibel gebietet uns, unsere Nächsten zu lieben und auch die Feinde zu lieben; wahrscheinlich deshalb, weil es in der Regel dieselben Leute sind.
(Gilbert Keith Chesterton, englischer Buchautor und Journalist)

Wenn ihnen etwas zu nahe geht, rufen sie: Das geht zu weit!
(Erich Fried, österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist)

Wer keine Illusion hat – hat diese.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist – natürlich auf den neuesten Stand.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Ein paar Wahrheiten muß man sagen, um leben zu können; ein paar verschweigen aus demselben Grund.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Weise ist nicht, wer viele Erfahrungen macht, sondern wer aus wenigen lernt, viele nicht machen zu müssen.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, daß sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten.
(Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker)

Jede neue Wahrheit beginnt als Anachronismus; sie wird erst langsam wahr. Es braucht immer eine gewisse Zeit, bis ihre Tiefe heraufsteigt, nach oben kommt und sichtbar, das heißt: oberflächlich wird.
(Egon Friedell, österreichischer Schriftsteller, Kulturphilosoph, Religionswissenschaftler, Historiker, Dramatiker, Theaterkritiker, Journalist, Schauspieler, Kabarettist und Conférencier)

Der Strom der Wahrheit fließt durch Kanäle von Irrtümern.
(Rabindranath Thakur, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker, Nobelpreisträger)

Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe, die Pflicht war Freude.
(Rabindranath Thakur, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker, Nobelpreisträger)

Jedes neugeborene Kind bringt die Botschaft, dass Gott sein Vertrauen in die Menschheit noch nicht verloren hat.
(Rabindranath Thakur, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker, Nobelpreisträger)

Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller)

Grosse Gedanken kommen aus dem Herzen.
(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller)
Wer andere unglücklich macht, gibt gewöhnlich vor, ihr Bestes zu wollen.

(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller)
Schnell arbeitender Verstand ist kein Vorteil, wenn er nicht auch zugleich gründlich ist. Die Vollkommenheit einer Uhr besteht nicht darin, schnell, sondern richtig zu gehen.

(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller)
Dummköpfe benutzen geistreiche Leute, wie kleine Leute große Absätze tragen.

(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller)
Die Welt darf nicht auf den menschlichen Verstand reduziert werden; unser Verstand muss sich erweitern, bis er die Welt begreift. (Francis Bacon, englischer Philosoph)

Die Wahrheit ist unteilbar. Nur die Köpfe, in die sie nicht hineingeht, können gespalten werden.
(Peter Bamm, deutscher Arzt, Journalist und Schriftsteller)

Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.
(Peter Bamm, deutscher Arzt, Journalist und Schriftsteller)

Gerüchte: Von Neidern erfunden, von Dummen verbreitet und von Idioten geglaubt.
(Unbekannt)

Steigerung des Luxus: Eigene Meinung.
(Wiesław Brudziński, polnischer Satiriker)

Eines Tages schwimmt die Wahrheit doch nach oben. Als Wasserleiche.
(Wiesław Brudziński, polnischer Satiriker)

Gegen Lärm wird gekämpft – warum nicht gegen die schreiende Ungerechtigkeit?
(Wiesław Brudziński, polnischer Satiriker)

Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.
(Paul Claudel, ranzösischer Schriftsteller, Dichter und Diplomat)

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
(Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph)

Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen.
(Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph)

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.
(Molière, französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker)

Mögen wir noch so viele Eigenschaften haben, die Welt achtet vor allem auf unsere schlechten.
(Molière, französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker)

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
(Dietrich Bonhoeffer, lutherischer Theologe)

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Was dein Feind nicht wissen soll, das sage deinem Freunde nicht.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind ihrer Natur nach höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Gewöhnliche Menschen überlegen nur, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht, sie auszunutzen.
(Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer)

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, taugen beide nichts.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenbleiben ist beides.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Man darf niemals ‚zu spät‘ sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Man muss Dinge auch so tief sehen, dass sie einfach werden.
(Konrad Adenauer, Bundeskanzler)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute ohne Laster auch sehr wenige Tugenden haben.
(Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
(Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)

Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst.
(Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück; es kommt nicht darauf an, wie lange es ist, sondern wie bunt.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Auf die Absicht aller Dinge, nicht auf den Erfolg blickt der Weise.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Je mehr wir in uns aufnehmen, um so größer wird unser geistiges Fassungsvermögen.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Es ist gleich falsch, Allen oder Keinem zu trauen.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Stoiker)

Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
(Voltaire, französischer Autor)

Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.
(Voltaire, französischer Autor)

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.
(Voltaire, französischer Autor)

Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.
(Voltaire, französischer Autoren)

Wenn man nicht versucht, etwas zu tun, was jenseits des bereits Gemeisterten liegt, dann wird man nicht wachsen.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, das wir können.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Der Mensch möchte vor den Folgen seiner Laster bewahrt werden, aber nicht vor den Lastern selbst.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Nein, ich will meinen Kopf kühn und gehoben tragen. Das Leben ist mir nicht deshalb gegeben, damit ich es zur Schau trage, sondern, damit ich es lebe. Ich bin mir der Pflicht bewusst, dass ich die Wahrheit zu reden habe, die volle Wahrheit auf allen Wegen. Nicht um die Meinung, die die Leute über mich haben, habe ich mich zu kümmern, sondern um meine wahre Bestimmung.
(Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller)

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.
(Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph)

Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.
(Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph)

Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
(Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph)

Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.
(Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph)

Wie lächerlich und weltfremd ist der, der sich über irgend etwas wundert, das im Leben vorkommt.
(Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph)

Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir daraus vertrieben wurden.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es auf jeden Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Es bleibt zwischen Menschen, sie seien noch so eng verbunden, immer ein Abgrund offen, den nur die Liebe, und auch nur mit einem Notsteg, überbrücken kann.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Gegner bedürfen einander oft mehr als Freunde, denn ohne Wind gehen keine Mühlen.
(Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler)

Die meisten Menschen sind bereit zu lernen, aber nur die wenigsten, sich belehren zu lassen.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, dass immer wieder Dummes, Hässliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen.
(Winston Churchill, britischer Premierminister)

Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen.
(John F. Kennedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten)

Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.
(John F. Kennedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten)

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
(Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller)

Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
(Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller)

Die kürzesten Wörter, nämlich ‚ja‘ und ’nein‘ erfordern das meiste Nachdenken.
(Pythagoras von Samos, antiker griechischer Philosoph und Vorsokratiker)

Das Gestern ist fort – das Morgen nicht da. Leb‘ also heute!
(Pythagoras von Samos, antiker griechischer Philosoph und Vorsokratiker)

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange.
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das würde Leben heißen!
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Es gibt auch Spiegel, in denen man erkennen kann, was einem fehlt.
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
(Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
(Niccolò Machiavelli, florentinischer Politiker, Diplomat, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter)

Trost gibt der Himmel, von dem Menschen erwartet man Beistand.
(Carl Ludwig Börne, deutscher Journalist, Literatur- und Theaterkritiker)

Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
(Friedrich Nietzsche, deutscher klassischer Philologe und Philosoph)

Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.
(Friedrich Nietzsche, deutscher klassischer Philologe und Philosoph)

Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.
(Friedrich Nietzsche, deutscher klassischer Philologe und Philosoph)

Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen.
(Friedrich Nietzsche, deutscher klassischer Philologe und Philosoph)

Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Die Talente sind oft gar nicht so ungleich, im Fleiß und im Charakter liegen die Unterschiede.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Wir kennen uns nie ganz, und über Nacht sind wir andre geworden, schlechter oder besser.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.
(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker)

Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist)

Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich, dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein sollte.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist)

Eifersucht: unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist)

Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist)

Ein Egoist ist ein unfeiner Mensch, der für sich mehr Interesse hat als für mich.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist)

Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.
(Franz Grillparzer, österreichischer Schriftsteller)

Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben gerufen, auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der dritten macht nichts ihn ungeschehen.
(Franz Grillparzer, österreichischer Schriftsteller)

Wir sind gegen keine Fehler an anderen intoleranter, als welche die Karrikatur unserer eigenen sind.
(Franz Grillparzer, österreichischer Schriftsteller)

Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung.
(Marcel Pagnol, französischer Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur)

Im Leben lernt der Mensch zuerst gehen und sprechen. Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten.
(Marcel Pagnol, französischer Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur)

Tränen reinigen das Herz.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller)

Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller)

Man kann sich wohl in einer Idee irren, man kann sich aber nicht mit dem Herzen irren.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller)

Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt aber nicht weiß.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller)

Wer nicht mehr strebt, wer nicht mehr lernt, der lasse sich begraben.
(Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist)

Ohne Leiden bildet sich kein Charakter.
(Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist)

Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt.
(Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist)

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.
(Afrikanisches Sprichwort)

Im Leben geht es nicht nur darum, gute Karten zu haben, sondern auch darum, mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Kein Vergnügen ist so leicht zu haben wie eine nette Konversation. Sie kostet kein Geld, bringt Gewinn, erweitert den Horizont, begründet und pflegt Freundschaften und läßt sich in jedem Alter und so gut wie jeder gesundheitlichen Verfassung genießen.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Schweigen kann die grausamste Lüge sein.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Wenn deine Grundsätze dich traurig machen, verlass dich drauf: Sie sind falsch.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Einen glücklichen Menschen zu finden ist besser als eine Fünfpfundnote. Er ist der Inbegriff strahlender Freundlichkeit, und wenn er den Raum betritt, so scheint es, als wäre eine Kerze angezündet worden.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Deine Ängste behalte für dich, aber deinen Mut teile mit anderen.
(Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller)

Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das Wahnsinnige daran.
(John Lennon, britischer Musiker, Komponist und Autor)

Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unserer Nase und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen garnicht auf den Gedanken, sie abzunehmen.
(Ludwig Josef Johann Wittgenstein, österreichisch-britischer Philosoph)

Die Fesseln der Gewohnheit sind meist so fein, dass man sie gar nicht spürt. Doch wenn man sie dann spürt, sind sie schon so stark, dass sie sich nicht mehr zerreißen lassen.
(Samuel Johnson, englischer Gelehrter, Lexikograf, Schriftsteller, Dichter und Kritiker)

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes, französischer Philosoph)

Wir warten unser Leben lang auf den außergewöhnlichen Menschen, statt die gewöhnlichen um uns her in solche zu verwandeln.
(Hans Urs von Balthasar, Schweizer Theologe)

Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen um zu weinen.
(Jean-Paul Sartre, französischer Philosoph)

In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.
(Augustinus von Hippo, römischer Theosoph)

Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.
(John Ruskin, englischer Maler und Kunsthistoriker)

Wenn wir an unseren Stärken zweifeln, stärken wir unsere Zweifel.
(Tse-Tang, Blogger und Satiriker)

Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.
(Katharina von Siena, italienische Mystikerin)

Freiheit heißt nicht, alles tun zu können, was man will. Freiheit heißt, nicht alles tun zu müssen, was man soll.
(Jean-Jacques Rousseau, französischer Philosoph)

Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.
(Jean-Jacques Rousseau, französischer Philosoph)

Es gibt nur eine falsche Sicht der Dinge: der Glaube, meine Sicht sei die einzig richtige.
(Nagarjuna, buddhistischer Philosoph)

Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.
(Edmund Burke, irischer Philosoph)

Wer sich traut außerhalb der festgelegten Normen zu denken, kann seinen persönlichen Horizont erweitern.
(Unbekannt)

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.
(Alfred Polgar, österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer)

Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.
(Alfred Polgar, österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer)

Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.
(Edmund von Horváth, österreichischer Dramatiker)

Die Wahrheit ist keine Tugend, sondern eine Leidenschaft. Deshalb ist sie niemals barmherzig.
(Albert Camus, Schriftsteller und Philosoph)

Wahrheit ist eine widerliche Arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschließt, sie einzunehmen.
(August von Kotzebue, deutscher Dramatiker und Schriftsteller)

Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit.
(Joseph Joubert, französischer Moralist und Essayist)

Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren.
(Friedrich Rückert, deutscher Schriftsteller)

Masse und Kollektiv können in der Tat ohne Wahrheit leben. Sie sind ihrer weder bedürftig noch fähig.
(José Ortega y Gasset, spanischer Philosoph, Schriftsteller und Soziologe)

Eine Diskussion ist unmöglich mit jemanden, der vorgibt, die Wahrheit nicht zu suchen, sondern schon zu besitzen.
(Romain Rolland, französischer Schriftsteller, Musikkritiker und Pazifist)

Religion gilt dem gemeinen Mann als wahr, dem Weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich.
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher und Stoiker)

Wenn du stark bist, dann beginne, wo du stark bist. Wenn nicht, beginne dort, wo du eine Niederlage am leichtesten verschmerzen kannst.
(Niccolò Machiavelli, Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter)

Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist.
(Niccolò Machiavelli, Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter)

Starke Menschen bleiben ihrer Natur treu, mag das Schicksal sie auch in schlechte Lebenslagen bringen, ihr Charakter bleibt fest, und ihr Sinn wird niemals schwanken. Über solche Menschen kann das Schicksal keine Gewalt bekommen.
(Niccolò Machiavelli, Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter)

Wir kommen allein auf die Welt, wir leben allein, wir sterben allein. Nur Liebe und Freundschaft können uns für einen Augenblick die Illusion verschaffen, nicht allein zu sein.
(George Orson Welles, US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler und Autor)

Echte Freundschaft weiß man oft dann erst zu schätzen, wenn man sie mit Füßen getreten und achtlos weggeworfen hat. Ein echter Freund wird dir auch dieses nachsehen und trotzdem immer für dich da sein. Ein echter Freund lässt sich nicht entsorgen wie ein zerbrochenes Glas. Du wirst dich daran schneiden und selbst wenn die Wunde verheilt ist, eine Narbe wirst du dein Leben lang behalten.
(Ratzi aka Wu-Lan-Tong)

Menschen wurden geschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum die Welt in Chaos ist, ist weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden.
(Kurt Tepperwein, deutscher Autor)

Wie Freud betont, ist es „nur die Religion, die die Frage nach einem Zweck des Lebens zu beantworten weiß“ und somit den Versuch unternimmt, eine für alle Angehörigen der Glaubensgemeinschaft gültige Antwort auf diese Sinnfrage zu geben. Durch dieses Setzen einer Antwort ist es den Menschen daraufhin möglich, nach diesem Lebenszweck zu leben, ohne diesen Zweck verstehen oder reflektieren zu müssen. Es erscheint fraglich, inwieweit eine solche Konzeption eines verbindlichen Lebenszwecks mit der Theorie der Individualität überhaupt vereinbar ist und ob diese gesetzten Lebensmaxime irgendeinen bis auf einen eingebildeten Grund haben.
(Alex Linke)

Habe den Mut zur Wahrheit! Das kostet dich viele Freunde, aber es zeigt dir zugleich, was du an ihnen verlorst.
(Heinrich Leuthold, schweizer Dichter und Epiker)

Wenn man die Wahrheit verschließt und in den Boden vergräbt, dann wird sie nur wachsen und so viel explosive Kraft ansammeln, dass sie an dem Tag, an dem sie durchbricht, alles, was ihr im Wege steht, fortfegt.
(Émile Zola, französischer Schriftsteller und Journalist)

Der Mensch hat entdeckt, daß es weitaus bequemer ist, die Wahrheit zu verdrehen, als sich selbst zu läutern.
(Charles Caleb Colton, englischer Schriftsteller)

Bin ich jetzt euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit vorhalte?
(Galater 4:16, Die Gute Nachricht)

Der beste Weg zur Wahrheit zu gelangen ist dieser, daß man die Dinge untersucht, wie sie wirklich sind und nicht schließt, sie wären so, wie es uns andere zu glauben gelehrt haben.
(John Locke, englischer Philosoph und Politiker)

Wir müssen heute nach den Wahrheiten leben, die uns zur Verfügung stehen, dabei aber immer bereit sein, sie morgen Irrtümer zu nennen.
(William James, US-amerikanischer Psychologe und Philosoph)

Einige Wahrheiten liegen so nahe und sind so einleuchtend, dass man nur die Augen des Geistes zu öffnen braucht, um sie zu erkennen. Zu diesen rechne ich die wichtige Wahrheit, dass der ganze himmlische Chor und die Fülle der irdischen Objekte, mit einem Wort alle die Dinge, die das große Weltgebäude ausmachen, keine Subsistenz außerhalb des Geistes haben, dass ihr Sein ihr Perzipiertwerden oder Erkanntwerden ist, dass sie also, solange sie nicht wirklich durch mich erkannt sind oder in meinem Geist oder im Geist irgendeines anderen geschaffenen Wesens existieren, entweder überhaupt keine Existenz haben oder im Geist eines ewigen Wesens existieren müssen, da es etwas völlig Undenkbares ist und alle Verkehrtheit der Abstraktion in sich schließt, wenn irgendeinem ihrer Teile eine vom Geist unabhängige Existenz zugeschrieben wird.
(George Berkeley, anglikanischer Theologe, Sensualist und Philosoph)

Für Oberflächlichkeit und Unehrlichkeit ist mir meine Zeit zu schade, sie langweiligen mich unsäglich. Was mich fasziniert sind Menschen die mir zeigen wie sie wirklich sind. Die es nicht nötig haben zu lügen, sich nicht verstellen um etwas zu erreichen; die ihre Stärke in der Wahrheit finden. Eine Wirbelsäule hat jeder, jedoch ein Rückgrat nicht.
(Mali Zhuang)

Die Menschen sehen nur das, was sie noch alles haben und bekommen könnten, schätzen aber nicht was sie haben, bis sie es verlieren.
(Jimi Hendrix)

Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt.
(Jimi Hendrix)

Durch kluge und dauernde Anwendung der Propaganda kann einem Volke selbst der Himmel als Hölle vorgemacht werden […] und umgekehrt das elendeste Leben als Paradies.
(Adolf Hitler, Mein Kampf)

Die Wahrheit hat den Irrtum nicht zu fürchten, wohl aber der Irrtum die Wahrheit.
(Raymond Victor Franz)

Wenn Irrlehre gezwungen ist, sich im Kampf mit Wahrheit zu messen, dann findet sie ihre bevorzugte Waffe und auch ihre letzte Zuflucht in Macht. Allzu oft hat die beanspruchte Macht keine größere Daseinsberechtigung als die Irrlehre selbst.
(Raymond Victor Franz)