Destruktiver Glauben – Hierarchische Struktur, totalitäre Dogmen, Bewusstseinskontrolle und Abhängigkeit

Jehovas Zeugen werben weltweit dafür, dass sie sich an die Heilige Schrift allein orientieren, damit ihr Glaube christlich sei, ohne eine Hierarchie oder im Fundamentalismus und totalitären Dogmen aufzugehen, wie sie es anderen Kirchen oder Gruppierungen vorwerfen. Weltweit gibt es über 10.000 kontrollierende, vereinnahmte, totalitäre und destruktive Gruppen die vorgeben, dass sie sich an das Musterbeispiel des Christus allein orientieren würden – so auch Jehovas Zeugen. Diese Religionssysteme treten in den unterschiedlichsten Formen und Größen auf. Dabei werben sie damit, dass sie für Menschen das tun, was wirklich von Vorteil ist: Die Wahrheit offenbaren und ausleben. Jedoch stellt man bei einer kritischen Mehrebenen-Analyse fest, ob bei Jehovas Zeugen oder anderen destruktiven Gruppierungen, dass es ihnen mehr um Geld, Macht und Kontrolle geht, als um die biblische Wahrheit, den Lebensweg des Christus. Doch kostbarer als Geld und Macht ist diesen Menschen den fremden Verstand zu kontrollieren damit dieser genau das Gleiche macht wie sie.

Sind Jehovas Zeugen wirkliche eine destruktive Organisation? Welche Mechanismen spielen bei destruktiven Gruppierung eine gewichtige Rolle? Welche Methoden werden angewandt, um die Gläubigen zu kontrollieren, zu vereinnahmen, ein totalitäres Glaubenskonstrukt in das Denken zu pflanzen, um so in den Fundamentalismus aufzugehen, was seitens der Führer zum Fremdsteuern für Millionen von Menschen verhilft?

 

 

Sind Jehovas Zeugen eine destruktive Gruppierung?

Auch wenn es viele verschiedene Arten von destruktiven Gruppen gibt, befindet sich im Sprachgebrauch oftmals der Begriff Sekte und soll traditionell eine religiöse Gemeinschaft assoziieren, die sich abgespalten hat von einer Kirche bzw. dem Urchristentum und menschlichen Führern, sowie ihren Ideologien, blind folgt. Die Vielfalt von Sektenüberzeugungen und Praktiken in ihrer Dekonstruktivismus-Bewegung machen viele Familienmitglieder und Freunde schwer die Gefahr zu erkennen, ob ein Angehöriger oder Freund in Schwierigkeiten ist. Warum ist das so? Heutzutage verlangen viele Sekten den Kleidungsstil anzupassen, sodass sie sich optisch ihrer Umgebung angleichen, mit einigen Trends mitgehen, um gesellschaftstauglich sich bei anderen Menschen zu präsentieren – so wie es Jehovas Zeugen ebenfalls tun. Auch die Organisation der Wachtturm-Gesellschaft ist ein totalitäres, persönlichkeitszerstörendes Konstrukt und unterscheidet sich von einer normalen gesellschaftlichen oder religiösen Gruppierung unter anderem dadurch, dass sie ihre Mitglieder mit Druck oder durch das Unterbewusstsein, das Gefühl der Überzeugung und Liebe zu Gott, überreden oder anderen schädlichen Einflüssen unterwirft – wie die Isolierung von Andersdenkenden -, um sie in der Gruppe zu halten. Wenn Täuschung, Propaganda und andere manipulative Mechanismen benutzt werden, um die Anhänger anzuwerben bzw. zu kontrollieren, dann ist dies ein Verstoß gegen die Rechte des Individuums. Jehovas Zeugen folgen den destruktive Gruppen spezifischen Verhaltensmustern, dass sie von anderen Gemeinschaften abhebt. Sie stechen durch ihre Verwendung von Lügen in den Lehren, „neues Licht“, eine stets wandelbare Lehre, sowie ihrer extremen Beeinflussung und Bewusstseinskontrolltechniken hervor, um den freien Willen eines Menschen zu untergraben und um diesen von der Wachtturm-Organisation abhängig zu machen. Da die leitende Körperschaft glaubt, dass der Zweck die Mittel heiligt, meinen sie, über dem Gesetz zu stehen. Solange sie überzeugt sind, dass das, was sie tun, richtig und gerecht sei, haben viele von ihnen keinerlei Skrupel, ihre Ziele durch Lügen, Betrug, Halbwahrheit, Zweifel oder Zwietracht zwischen Zeugen Jehovas und aller Andersdenkenden sowie unethische Praktiken der geistigen Manipulation zu erreichen. Sie treten die Freiheitsrechte der Menschen, die sie anwerben, mit Füßen. Sie machen Menschen zu Sklaven. Im Wesentlichen sind sie eine autoritäre Gruppe, unter der Leitung einer Person, bzw. einer kleinen Anzahl von Menschen, die sich von Gott ausgewählt sehen, die nahezu vollständige Kontrolle aller Menschen in der Organisation besitzt. In charismatischen Ansprachen auf Kongressen machen oft extreme Behauptungen von Weissagungen oder jenseitiger Macht, um Einfluss auf ihre Mitglieder auszuüben oder Andersdenkende zu verunglimpfen. Viele legitimierte Religionen haben starke Figuren, die enorme Hingabe von Menschen inspiriert haben. Ein mächtiger Anführer ist nicht von Natur aus falsch, obwohl es ein hohes Potential an Missbrauch in sich trägt. Eine Gruppe wird dann destruktiv, wenn der Anführer aktiv seine Macht ausnützt, um Mitglieder zu betrügen, ihnen ihre Individualität und ihren freien Willen raubt. Jehovas Zeugen benutzen Täuschung um neue Mitglieder zu rekrutieren. Ein Anhänger wird zum Beispiel beim Predigtdienst anderen Menschen erzählen, die Gruppe sei die Lösung für alle Probleme der Welt, wirbt mit Liebe und Ehrlichkeit und auf ein besseres Leben, mit Sinn und ohne Leid und Schmerz im Paradies, und das der Schöpfer allein sie als „Sprachrohr“ auserwählt hätte, diese „gute Botschaft“ als alleinige Wahrheit, angepasst an den Lehren der Führer, den Menschen näher zu bringen. Erst später wird man in Erfahrung bringen, dass es sich einzig und allein um ein Lockmittel oder Seelenfang von der leitenden Körperschaft handelt. Was das alles so heimtückisch macht ist, dass Anhänger sehr oft mit größter Aufrichtigkeit reden und handeln, weil sie selbst den Techniken von Bewusstseinskontrolle unterworfen wurden, die sie jetzt benutzen, um andere zu rekrutieren. Jehovas Zeugen nutzen wöchentlich die „theokratische Predigdienstschule“ um ihre Anhänger unterbewusst in diesen Methodiken zu schulen, mit dem Appell daran, dass durch Werke sie ihr eigenes, ewiges Leben verdienen können, und dass sie andere Menschen unbedingt warnen und bekehren müssen, damit diese ebenfalls gerettet werden würden. Das alleinige Heil wird der Organisation zugeschrieben, nicht mehr Jesus Christus allein. Dadurch, dass die leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas Techniken von Bewusstseinskontrolle benutzt um Mitglieder abhängig und folgsam zu machen, wird diese Kontrolle an Menschen versucht weiterzugeben, die die Botschaft der Bibel interessant finden, um letztlich nur ein Teil eines menschlichen Konzerns zu werden. Das Wort Gottes, die Heilige Schrift, wird mit ihren Hoffnungen und den damit verbundenen Gefühlen missbraucht, für den eigenen Erwerb von Mitgliedern und der Vergrößerung, um weiter Bewusstseinskontrolle sowie Macht-, und Geldzuwachs zu gewährleisten. Durch das Vertiefen einer Person in eine straff kontrollierte und Druck ausübende soziale Umgebung unter Zeugen Jehovas, erlangt die leitende Körperschaft stetig Kontrolle über Verhalten, Gedanken und Gefühle ihrer Anhänger. Des Weiteren wird der Zugang zu äußeren Informationen beschränkt, sogar gänzlich verboten und aufgerufen zum Verbrennen und Vernichten von anderer Literatur. Dabei wird ebenfalls indoktriniert, es handle sich immer um das Gedankengut von „bösen Weltmenschen“ oder von sogenannten „Abtrünnigen“, d.h. ehemaligen Zeugen Jehovas, die jetzt von dem Teufel gebraucht würden, um Lügen und Halbwahrheiten zu publizieren und so aktive Zeugen Jehovas von Gott und dem ewigen Leben wegzuziehen. Mit dieser Methodik arbeiten Jehovas Zeugen, ihr Leitungsgremium, mit der buchstäblichen Angst eines Gläubigen, um den Verstand vollständig zu kontrollieren, da nur noch einseitiges Gedankengut als Wissensquelle aufgenommen werden darf. Außerdem kontrollieren sie die Anhänger dadurch, dass es zu einer völligen Isolierung, zu Verboten von sozialen Kontakten der Familie und den jetzigen Freunden, kommen würde, wenn dieser nicht absolut das einheitliche Organisationsdenken übernommen hat bzw. bei den Lehren bleibt. So wird die Gemeinschaft von Zeugen Jehovas zu einem psychischen als auch physischem Gefängnis.

 

 

Die Methodik der Bewusstseinskontrolle

Wenn ein Zeuge Jehovas den Begriff Bewusstseinskontrolle hört, denkt er Anfangs an eine Gehirnwäsche. Der andere wiederum womöglich noch an einen unklaren, mystischen Prozess, der nicht genau definiert werden kann, und der in der „Organisation Gottes“ nicht stattfindet. Bei einer genaueren Betrachtung ist es in Wirklichkeit ein von Menschen erbautes Konstruktionsteil, eine spezifische Zusammenstellung von Methoden und Techniken, zur fremden Beeinflussung der Gedanken, Gefühle und Handlungen eines Menschen.

Techniken der Bewusstseinskontrolle sind nicht von Natur aus Schlecht oder Böse. Wenn diese Techniken der Bewusstseinskontrolle eingesetzt werden, um jemanden zu mehr Wahlmöglichkeiten als Individuum zu verhelfen, jedoch dabei immer die freie Entscheidungsgewalt über sein Leben behält, so kann dies positive Auswirkungen haben. Durch eine freie und gesunde Gedankenkontrolle konnten durch Therapien unzählige psychische Leiden geheilt werden, ebenso eine ungesunde Lebensgrundeinstellung oder Verhaltensweise. Wenn Bewusstseinskontrolle jedoch kontrolliert im Hintergrund eingesetzt wird, um das Glaubens- und Wertsystem eines Individuums ohne seines Wissens und ohne seine bewusste Einwilligung zu verändern, um den Betreffenden von externen Autoritätsfiguren abhängig zu machen, kann das verheerende Auswirkungen auf das psychische und physische Wohl des Menschen haben.

Diese destruktive Bewusstseinskontrolle wird von Menschen missbraucht, um andere Individuum ihrer eigenen Identität wie Verhalten, Gedanken und Gefühle wegzunehmen und zu zerstören damit sie durch den fremden Glauben und die verkehrten Vorstellungen eines Anführers, Gurus, bzw. durch eine „leitende Körperschaft“ ersetzt wird. Dies erfolgt durch strikte Kontrolle des physischen, geistigen, emotionalen und spirituellen Lebens des Anhängers. Auch wenn durch Namen wie „theokratische Schule“, „Bibel- und Wachtturmstudium“ zuerst positive Empfindungen eingepflanzt werden, da das Individuum das Gefühl hat, durch Bildung an Wert zuzugewinnen, so zeigen die Studien-Inhalte, wie „Nachdruck durch Wiederholung“, an, dass es den Führern einzig und allein am Herzen liegt, bei anderen Menschen ihre eigenen Sichtweisen und Moralvorstellungen, ihren eigenen Glauben, kontrolliert bei den Anhängern einzubrennen. Durch diese indirekte Manipulation und Fremdsteuerung wird die Einzigartigkeit und Kreativität eines Individuums völlig unterdrückt – die Hauptursache, warum insbesondere unter Jehovas Zeugen es vermehrt zu psychischen Erkrankungen kommt, wenn heranwachsende Menschen nicht ihren eigenen Weg gehen können und dürfen, sich entfalten können in ihrem, von Gott gegebenen, Individualismus.

Die von der leitenden Körperschaft praktizierte Bewusstseinskontrolle ist ein sozialer Prozess, der absoluten Gehorsam, menschliche Abhängigkeit und die völlige Übereinstimmung bestärkt und oft durch die Größe der Gruppe verstärkt wird – ein Grund, warum immer wieder gelehrt wird, man könne nur durch das tägliche Besuchen der Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas gerettet werden, und der Grund, warum beeindruckende Kongresse, auch internationale Massenveranstaltungen, organisiert werden. Eine, über die Jahre gut geführte Bewusstseinskontrolle, wirkt, indem man eine Person in ein soziales Umfeld taucht, in dem es nur dann funktionieren kann, wenn dieser seine alte Identität abwirft und die neue, von der Gruppe gewünschte Identität, annimmt und völlig eins mit dem Denken der Organisation wird, die wiederum durch intensives und jahrelanges Studium der internen Publikationen der leitenden Körperschaft, den selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“, geführt wird um gleiches Denken bei allen zu gewährleisten.

Alles, was das alte Selbstverständnis bestärken könnte, wird beiseite gestoßen und durch die Realität der Gruppe ersetzt – oftmals wird dem Gläubigen eingeredet, es sei eine „satanische Lebensführung“, ein „weltliches Verhalten“ oder man würde, wenn man etwas tut oder nach der Taufe hinterfragt, auf einen „abtrünnigen Weg“ sich befinden, mit der Angst, dass Gott einen für immer verwerfen würde. Durch diese gut durchdachten Prozesse wird von Unabhängigkeit und Individualität abgeraten bzw. regelrecht verboten. Die freie Wahl wird zurückdrängt, um die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen zu untergraben und so ein Teil der Masse zu sein, mit der fehlenden Wahl auf Selbstbestimmungsrecht. Der einzelne Zeuge Jehovas nimmt unbewusst eine totalitäre Ideologie an, die, sobald verinnerlicht, sein früheres Wertesystem ersetzt und ihn gefangen nimmt. Dadurch kommt es zu einem radikalen Persönlichkeitswandel und zu einem kompletten Bruch mit dem bisherigen Lebensweg, weshalb sich viele Freunde, die keine Zeugen Jehovas sind, abwenden. Dieser Bruch kann so stark sein, dass selbst die eigene Familie sich gegen das Familienmitglied entscheidet, oder der Zeuge Jehovas keinen „weltlichen Kontakt“ mehr pflegen will. Dieser Prozess kann innerhalb weniger Stunden aktiviert werden, doch es bedarf meistens mehrerer Monate oder Jahre – dies fängt bereits bei einem Heimbibelstudium an, wo durch Vorlesung und vordefinierten Fragen das Individuum langsam das Denken der Gruppe, bzw. der leitenden Körperschaft, annehmen soll. Trägt das Studium – aus Sicht eines Zeugen Jehovas – „christliche Früchte“, so wird die Glaubenslehre der Organisation von der Person zum einzigen Anliegen und Sinn im Leben. Alles was in die neu geformte Realität nicht passt, wird irrelevant und damit vollständig gemieden. Diese totalitäre Gruppe, wie Jehovas Zeugen es sind, machen dadurch ihre Mitglieder zu Süchtigen eines fremden Gedankengutes.

Bewusstseinskontrolle, auch Gedankenreform genannt, funktioniert immer subtil und raffiniert. Die Führer, wie die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas, werden als Freunde, Mentoren bzw. Gleichgesinnte, Brüdern und Schwestern sowie von Gott ausgewählt angesehen, daher verhalten sich die Mitglieder nicht defensiv. Das veranlasst Menschen dazu, ihr eigenes Denken und ihren Schutz zu senken und macht sie so angreifbar für Manipulation und Beeinflussung eines fremden Gedankengutes. Dadurch werden hypnotische Prozesse mit Gruppendynamik kombiniert, um einen starken Indoktrinationseffekt zu erzielen. Das Individuum wird durch Täuschung und Manipulation dazu gebracht, die vorgeschriebene Wahl zu treffen. Insgesamt reagiert es positiv auf das, was man mit ihm macht, denn der Schlüssel zum Erfolg von Bewusstseinskontrolle liegt in der Feinheit, wie die Illusion von Kontrolle vorangetrieben wird. Die Person glaubt, sie macht ihre eigene Wahl, hat seinen eigenen Glauben, sein eigenes Studium der Bibel, und merkt dabei nicht, das sie in Wirklichkeit so beeinflusst wurde, dass ihr eigener kritischer Verstand und ihre Entscheidungsfähigkeit außer Kraft gesetzt ist. Diese Person ist völlig überzeugt davon, dass sie stets frei entschieden, ihren eigenen, freien Willen eingesetzt und eine eigene Wahl getroffen hätte, hat jedoch allgegenwärtig immer für das Weltbild und die Glaubens-Ideologie der Gemeinschaft gewählt.

 

 

Warum haben Jehovas Zeugen durch Methodiken so viel Macht und Einfluss?

Wie kommt es, dass einige Menschen nicht darauf reagieren, wenn es um die Bedrohung durch Methodiken geht, wie unter anderem Bewusstseinskontrolle? Erstens würde ein Akzeptieren der Tatsache, dass unethische Bewusstseinskontrolle jeden von uns betreffen kann, eine uralte philosophische Auffassung in Frage stellen, auf der auch unsere gegenwärtige Gesetze basieren: die Vorstellung, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, selbst verantwortlich und eigener Herr über jede einzelne seiner Taten. Eine solche Weltsicht lässt keinerlei Konzept der Bewusstseinskontrolle zu – auch dies wird dem einzelnen Zeugen Jehovas immer wieder versichert, indem in den Zusammenkünften immer wieder publiziert wird, er solle z.B. sein eigenes Bibelstudium führen. Mit der Zeit wird der Anhänger jedoch immer vollständiger in das Gedankengut der Wachtturm-Organisation hereinfallen, sodass es zu keine individuellen Antworten mehr auf religiöse Fragen findet, sondern einzig und allein das Gedankengut der leitenden Körperschaft publiziert. Zweitens glauben Jehovas Zeugen an ihre eigene Unverwundbarkeit der biblischen Wahrheit, bzw. des eigenen Glaubenssystems. Zu erschreckend ist die Vorstellung, jemand könnte die Herrschaft über ihren Geist oder ihrer Moralvorstellungen, ihres Wertesystem oder den Glauben übernommen haben. Drittens beginnt die Einflussnahme mit dem Moment unserer Geburt, der Erziehung der Eltern, was sie für richtig und gut halten, daher kann man leicht den Standpunkt einnehmen, dass letztlich alles Bewusstseinskontrolle ist, und der jeweilige Gläubige der Gemeinschaft sich letztlich nicht dagegen bewusst währt, sondern am Anfang seines Weges diese Kontrolle als eine „vertrauenswürdige“ und richtige Beeinflussung deklariert hat, die unter Zeugen Jehovas immer als „Wahrheit“ vertreten wird. Dadurch ist es leicht, zu sagen: „Warum soll ich mir darüber Sorgen machen, schließlich gibt es nichts esseres, als die Organisation der Wachtturm-Gesellschaft, denn es ist Gottes auserwähltes Volk, nur sie haben die alleinige Wahrheit, und Jehova wird nur durch sie handeln!“ Wenn man von der Auffassung ausgeht, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, dann glaubt er, die leitende Körperschaft hätte es sich rational ausgesucht, ein anderes Leben zu führen, und ist von Gott erwählt, nur die Wahrheit zu predigen. Dieses Argument wäre richtig, wenn es keine Täuschungstechniken gäbe, die diese „Wahrheitslehre“ ungebührlich von Menschen beeinflussen würde, und so nur die reine Lehre Gottes im Vordergrund stehe. Der Mensch ist jedoch niemals vollkommen rational. Vollkommene Rationalität würde unsere emotionale und körperliche Natur verleugnen, unsere Gefühle würden nicht mehr funktionieren müssen. Doch alle brauchen Liebe, Freundschaft, Zuwendung und Anerkennung in ihrem Leben, worauf ebenfalls die leitende Körperschaft in ihren Lehren indirekt baut. Ein weiterer Punkt, warum viele die Gefahr nicht erkennen ist, dass wir uns gerne selbst für unverwundbar halten. Doch jedes Individuum braucht das Gefühl, das Leben im Griff zu haben. Wir haben nicht gerne das Gefühl, dass die Ereignisse außer Kontrolle sind, demnach bringen wir die Wirklichkeit in eine Ordnung, die für uns Sinn macht. Für viele ergibt es Sinn, dass nicht jeder durch den Geist geleitet, als Individuum, die biblische Wahrheit erkennen kann und so sich eine Ordnung nach falscher Wahrheit vordefiniert in einer Gemeinschaft sucht, wo Gleichdenkende unsere fremdgesteuerte Definition von Ordnung und Wahrheit bestätigen. Voreingenommenen sagt sich jeder Mensch, dass etwas wie Gedanken- und Bewusstseinskontrolle einem niemals passieren würde, weil er anders ist, ein selbst denkendes Wesen. Häufig machen diese Menschen den Fehler, die Opfer von totalitären Gruppen so zu beurteilen, dass sie denken: „Was für ein schwacher Mensch? Er muss nach einem Weg gesucht haben, der Verantwortung zu entfliehen und jemand anderen sein Leben lenken zu lassen!“ Damit verleugnen sie die Tatsache, dass ihnen genau das Selbe passieren könnte bzw. bereits passiert ist. Der einzelne Zeuge Jehovas glaubt, dass ihnen so etwas nie passieren könnte, denn sie möchten sich für stärker halten als die Millionen Menschen, die der seelischen Manipulation durch andere Gruppierungen, ähnlich wie die totalitäre Wachtturm-Gesellschaft, zum Opfer gefallen sind. Doch unser Bedürfnis, uns für unverwundbar zu halten, ist eigentlich eine Schwäche, die leicht von totalitären Gruppen, wie Jehovas Zeugen eine ist, ausgenutzt wird. Sicherlich ist es richtig, dass wir unser gesamtes Leben beeinflusst werden, auch wenn wir niemals ein Zeuge Jehovas sind oder gewesen waren, doch es gibt ein kontinuierliches Spektrum möglicher Einflussprozesse, das von wohlmeinenden Einflüssen an einem Ende bis zu destruktiven Einflüssen zum anderen Ende reicht, z. B. jemanden so zu indoktrinieren, dass er von Gott verworfen ist, wenn er kein Teil der Organisation ist, und so zum Suizid verleitet wird. In den letzten Jahrzehnten ist das Phänomen der totalitären Organisation zu einem Problem von enormer gesellschaftlicher Relevanz ausgewachsen. Die leitende Körperschaft besitzt ein Milliardenvermögen. Nicht zufrieden damit, ihre Gewalt nur über das Leben ihrer Mitglieder auszuüben, verfolgen sie ein Programm, das sie an die religiöse Macht führen soll mit dem sie, am liebsten, die Gesellschaft, gar die ganze Welt, umgestalten wollen.

 

 

Hauptmerkmale, warum Jehovas Zeugen eine totalitäre Sekte sind

Jehovas Zeugen haben, wie andere totalitäre Sekten, eine eigene Auslegung der Schrift, setzen dadurch das Dogma des alleinigen „Wahrheitsanspruch“ und die alleinige Errettung zum ewigen Leben als Lehrgebäude ein, stets dabei gebunden an die Organisation und des Glaubens der leitenden Körperschaft. Wer in das Leben und den Glauben eines Zeugen Jehovas aufgeht, wird vollständig dieses Gedankengut annehmen müssen, es ebenfalls als alleinige Wahrheit betrachten müssen, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein zu können. Dabei wird immer wieder darauf Wert gelegt, nur mit den Mitgliedern Kontakte zu pflegen, da alle anderen, die den selbigen Glauben nicht teilen, als „schlechter Umgang“ gemieden gehört. Jedes andere Denke gehört ausgemerzt und wird durch Ausschluss und Isolierung bestraft. Diese Beeinflussung geht soweit, dass ganze Familienkreise getrennt werden, der fremdgesteuerte Glaube über das Wohl der Familie steht. Ebenfalls verliert durch die Beeinflussung der Lehren das vollwertige Mitglied alle sogenannten „weltlichen Kontakte“, wie alte Schulkollegen, gute Bekannte und Freunde. Dadurch ist der einzelne Zeuge Jehovas vollständig abhängig von der Lehre der leitenden Körperschaft, ihrer Bibelauslegung, den Kontakten innerhalb der Organisation. Über die Jahre wird eine unterschwellige Gedanken- und Bewusstseinskontrolle so gut angewandt, dass die Wenigsten nach dem Ausstieg, mit allen nötigen Konsequenzen, ein selbständiges Leben führen können, was bei einigen Aussteigern zu Suizide geführt hat oder nach Jahren der Isolierung zu einem Zwangs-Rückgang in die Abhängigkeit der indoktrinierten Strukturen führt. Durch ein jahrelang gepflegtes System von Strafe bei Fehltritten, Vernichtung bei Austritt, oder auch nicht-Akzeptanz seitens des Schöpfers, wenn ein Mitglied keine theokratischen Ziele in der Organisation anstrebt, wird ein psychologischer Druck aufgebaut, der in die völlige Abhängigkeit der Gedanken und Lehren der leitenden Körperschaft führt. Ohne dieses vorgefertigte Weltbild, vermag der Abhängige nicht mehr als Individuum leben zu können. Ebenfalls das Einreden eines schlechten Gewissens, durch fehlenden Spenden, wird eine mangelnde Wertschätzung zu „Gottes Organisation“, sowie die Liebe zu Gott, eingeredet, wodurch aus freiwilligen Spenden eine reine Zwangsspende wird. Menschen, die in der totalitären Wachtturm-Organisation hineinwachsen, werden gute Schauspieler. Oftmals werden diese nicht mehr von früheren Freunden oder Familienverwandten wieder erkannt. Der Gläubige jedoch, geht in seiner Rolle als Schauspieler auf, glaube, dass dies die Realität sei und er selbst. Dadurch kommt es zu vielen Geisteserkrankungen, schweren Depressionen, oder sogar den Suizid, wie es auch unter Zeugen Jehovas öfters passiert. Die Identität eines Menschen wird durchgehend fremdgesteuert von der leitenden Körperschaft, sowie anderen Mitgliedern, die ihnen folgen, sodass das Individuum vollständig von seinem Verhalten, seinen Gefühlen und seinem Denken unbewusst manipuliert ist – dies fängt mit der Aufforderung an täglich den „Tagestext“ zu lesen, möglichst am Morgen, um bereits am Anfang des Tages stets mit dem Gedankengut der Wachtturm-Organisation gut vertraut zu sein und weiterhin zu bleiben. Zu dem Maskenspiel, dass sich über die Jahren aufbaut, und was man gegenüber Nicht-Zeugen fordert, damit die Gemeinschaft und der Glaube verherrlicht werde und neue Mitglieder geworben werden können, hinzukommend, fordert die Organisation einen hohen Leistungsdruck, indem sie glaubhaft macht, das ewige Leben, die christliche Hoffnung, sei durch Werke zu verdienen, und man können sich das ewige Leben und ein reines und gutes Gewissen vor Gott erst dann erarbeiten, wenn man ebenfalls andere zu dieser „Wahrheit“, die nur die Wachtturm-Organisation lehren würde, bekehrt. Ein Nicht-Zeuge Jehovas wird demnach nie die wahre Persönlichkeit eines Mitgliedes kennen lernen, sondern nur die fremde Identität, das Maskenspiel die anerzogen wurde. Das Weltbild jedes Zeugen Jehovas wird absolut zwecks Interessen fremdgesteuert, sodass er ebenfalls Glaube, dass Gerichtsprozesse, wenn sie rechtlich gesehen seitens der Organisation gewonnen werden, der klare Beweis seien, dass Gott mit diesen Menschen sei, doch bei dem Verlieren vor neutralen Instituten glaubhaft versichert sei, dass die ganze Welt von Satan manipuliert werden würde, gegen die Wachtturm-Organisation, um alles zu vernichten.

 

 

Kognitive Dissonanz – ein wirksames Mittel

Grundlegend für das Verständnis von Bewusstseinskontrolle ist die Thematik der kognitiven Dissonanz. Der Mensch kann Bewusstseinskontrolle nur verstehen, wenn er sich zunächst über die Macht der Techniken zur Verhaltensmodifikation und den Einfluss von Gruppendruck und Autoritätsgehorsam im klaren wird. Kognitive Dissonanz bezeichnet man als einen unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat, die nicht miteinander vereinbar sind, d.h. eine Art von Störgefühl. Auf einen einfachen Nenner gebracht, geht es um den Konflikt, der entsteht, wenn ein Gedanke, ein Gefühl oder ein Verhalten im Widerspruch zu den beiden anderen verändert wird. Das Individuum kann nur ein begrenztes Maß an Diskrepanz zwischen seinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen tolerieren, die ja schließlich die verschiedenen Komponenten seiner Identität bilden. Bei einer Änderung von einer der drei Komponenten, werden sich die beiden anderen verschieben, um die Dissonanz zu vermindern. Ändert man eine, so tendiert die andere dazu sich anzupassen. Das Individuum muss Ordnung und Sinn in seinem Leben bewahren. Es muss glauben, im Einklang mit seinem Selbstverständnis zu seinen Wertvorstellungen zu handeln. Ändert sich sein Verhalten aus irgendeinem Grund, dann ändern sich auch sein Selbstverständnis und seine Wertvorstellungen, damit sie wieder dazu passen. So muss man sich klar werden, dass die Organisation der Wachtturm-Gesellschaft auf diese Weise Dissonanz im Zeugen Jehovas vorsätzlich erzeugen und sie dann missbrauchen, um sie zu kontrollieren. Dass die Gedanken das Handeln beeinflussen, dürfte unmittelbar jedem außenstehenden klar sein. Jedoch begründet dies auch den umgekehrten Vorgang: Wenn man das Verhalten eines Zeugen Jehovas durch die Lehren der leitenden Körperschaft verändert, so ändern sich auch seine Gedanken und seine Gefühle. Gelingt es der leitenden Körperschaft bei einem Interessierten von Zeugen Jehovas diese drei zu verändern, Gedanken, Gefühlen und Handlungen, so schafft sie es, dass Individuum in einem Menschen vollständig zu zerstören und einen neuen Menschen zu erschaffen, der absolut von der Lehre der Wachtturm-Organisation überzeugt und abhängig geworden ist.

 

 

Der Werdegang in einer destruktiven Organisation

In den ersten Wochen oder Monaten nach dem Beitritt durchlebt der neubekehrte Zeuge Jehovas meist eine euphorische Phase. Er wird behandelt wie ein König, ein echter Bruder, eine vollwertige Schwester. Man sorgt dafür, dass er sich als etwas ganz Besonderes fühlt, wenn er sein neues Leben mit der Organisation beginnt. Doch dieser muss erst noch erfahren, wie das Leben in der Gemeinschaft wirklich aussieht, den Kultalltag kennenlernen. Die meisten aktiven Zeugen Jehovas erzählen zwar, sie seien glücklicher als je zuvor in ihren Leben, und was der Glaube alles an Gutes an positiven Veränderungen hervorgebracht hätte, einschließlich die Bibelauslegung der leitenden Körperschaft, und dass man nur so die biblische Wahrheit verstanden hätte, doch leider sieht die Realität ganz anders aus. Das Leben in der totalitären Organisation ist in erster Linie ein Leben des Opfers, Aufbringends, der Entsagung und des Schmerzes. Menschen, die sich voll-zeitlich der Organisation widmen, wissen, was es bedeutet, unter totalitärer Herrschaft zu leben, können aber nicht objektiv erkennen, was da mit ihnen in Wirklichkeit geschehen ist. Sie leben in einer von der leitenden Körperschaft geschaffenen Fantasiewelt, die von den einzelnen aktiven Mitgliedern unterstützt wird. „Theokratische“ Zeugen Jehovas verbringen ihre gesamte Zeit mit Mitgliederwerbung, Dienst, Schulung oder PR-Projekten seitens der Wachtturm-Organisation. Sobald die Gläubigen fest drinnen sitzen übereignen sie der Organisation regelmäßig einen Teil ihres Einkommens oder Vermögens, oftmals auch nach dem Tod – wenn es nicht schriftlich ausdrücklich festgehalten wurde in einem Testament – alles, was sie besitzen. Im Gegenzug versprach man ihnen Fürsorge und Sinn für den Rest ihres Lebens, die Wahrheit des Glaubens, und das vollständige Vertrauen, seitens der Führung, die nur unter dem Einfluss des Geistes YHWH’s seinen Willen vollbracht hätte. Durch diese Transaktion sind die Betroffenen fortan in allem auf die Organisation angewiesen, da alles reglementiert ist: Ess- und Trinkgewohnheit, Kleidungsstil, moralische Wertvorstellungen, Sexualleben, Glauben- und Bibelauslegung, ja sogar die ärztliche Versorgung und die Frage, was medizinisch vertretbar für einen Zeugen Jehovas ist. Dem Gläubigen wird suggeriert, dass ihre gesundheitlichen Probleme durch eine persönliche oder seelische Schwäche verursacht seien, bzw. es an Glauben und Gebet fehle, um dass der Schöpfer einen im nötigen Maße Segnen würde. Gerade bei einer psychischen Erkrankung wird oftmals von Ältesten in den eigenen Versammlungen suggeriert, dass dieser Zustand einer Glaubenskrise sei, statt die Realität darin zu erkennen, und die Ursache zu finden. Ebenso wird von seelischer Unterstützung von Psychologen abgeraten, da man befürchten müsse, diese würden einen von dem wahren Glauben wegziehen wollen, wenn sie denn in Erfahrung bringen, dass man ein Zeuge Jehovas ist. Würden diese erkrankten Zeugen Jehovas also nur noch stärker bereuen und härter und vermehrter in den Dienst gehen, viel mehr Beten und sich für Gleichgesinnte einsetzen, dann würde das Problem von alleine verschwinden. So propagieren einige die Glaubensheilung als die einzig wahre Behandlung für gesundheitliche Probleme in den psychischen Bereichen. Leid oder gar Tod kann die Folge sein – doch wer den Suizid durchführt, als letzten Ausweg sieht, der habe den Geist Jehovas vollständig verloren. So wird Anhängern gelehrt, ihre Krankheit habe eine spirituelle Ursache und vermittelt ihnen Schuldgefühle dafür, dass sie sich nicht vollkommen der Gruppe widmen, sodass derartige Zustände erst gar nicht eingetroffen wären. Manche Zeugen Jehovas sagen ihren Glaubensbrüdern sogar, dass die Konsultation eines Arztes ihre Treulosigkeit beweisen würde, und drohen sogar mit Ausschluss, falls sie das tun. In direktem Zusammenhang mit der Gesundheitsvernachlässigung in psychischen Bereichen steht das Problem der Kindesmisshandlung. Für viele Kinder bedeutet die Mitgliedschaft ihrer Eltern in der totalitären Wachtturm-Organisation lebenslange Schädigungen, da sie nicht über Missbrauchsvorwürfen zu sprechen haben, da dies „Schmach auf den Namen Jehovas und seiner Organisation“ bringen würde. Stattdessen werden sie gemeinschaftlich aufgezogen und die Organisation bringt durch ihre Lehren bei, sich nur der leitenden Körperschaft oder der Gruppe als Ganzes im Endeffekt verbunden zu fühlen, wenn es zum Ausschluss zu den leiblichen Eltern kommt – auf gleicherweise sollen Eltern mit ihren Kindern verfahren, wenn sie sich entschließen, die totalitäre Struktur zu verlassen. Die Kinder erhalten typischerweise eine schlechte, manchmal auch gar keine Ausbildung. Oftmals wird von der leitenden Körperschaft publiziert, dass eine höhere Bildung nicht erstrebenswert in dieser Welt sei, da durch das „bald kommende Ende“, durch Harmagedon, dies alles zunichtemacht, und es einzig und allein darauf ankommt, Jehovas Willen zu gehorchen, durch das völlige Einhalten der Lehren und Gebote, sowie der Bibelauslegung, der leitenden Körperschaft, des selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“. Wie ihren Eltern, so wird auch den Kindern beigebracht, dass die Welt ein feindseliger und böser Ort ist, eine satanische Welt, dabei werden sie mit den Jahren völlig von der Wachtturm-Lehre abhängig gemacht, um die „wahre Realität“ begreifen zu können. Zu den Leidtragenden der in Organisation betriebenen Bewusstseinskontrolle zählen nicht nur die Millionen Zeugen Jehovas selbst, ihre Kinder, Freunde und Verwandten, sondern auch die Gesellschaft im Allgemeinen. Sie wird ihrer wertvollsten Ressourcen beraubt: intelligenter, aufrichtige, idealistische und ehrgeiziger Menschen, gut-gläubige Christen, die einen großen Beitrag für die Menschheit leisten könnten. Viele Zeugen Jehovas haben, vor ihren Tod, das Leben in der Organisation bereut, und würden, wenn sie die Chance hätten, von vorne anfangen und ein anderes Leben wählen. Sie wurden ihres individuellen Lebens vollständig beraubt, ihren Wünschen, Zielen, Idealen, ihren Traumberuf, einigen ihrer wahren Liebe und vieles weiterem, dass die Identität eines Individuums bestimmt. Zeugen Jehovas, die vor vielen Jahren bereits ein Teil der totalitären und fundamentalistischen Organisation geworden sind, mussten mit Bedauern feststellen, dass Aussagen wie „Millionen jetzt lebender Menschen werden nie mehr sterben!“ nur die Fantasievorstellung und Glaubenslüge von Sektierern gewesen war, die niemals unter Gottes Geist und Jehovas Führung standen.

 

 

Die vier Hauptbestandteile einer perfekten Bewusstseinskontrolle

Verhaltenskontrolle, Gedankenkontrolle, Gefühlskontrolle und Informationskontrolle – schon jede Form der Kontrolle für sich hat einen starken Einfluss auf den menschlichen Geist. Zusammen bilden sie ein totalitäres Netz, das selbst den willensstärksten Menschen manipulieren kann, und den die Wachtturm-Organisation gezielt auf die Mitglieder einsetzt.

Verhaltenskontrolle: Unter Verhaltenskontrolle versteht man die Regelung der physischen Realität des Individuums. Dies beinhaltet die Kontrolle der Umwelt des Menschen – wie er lebt, wie er sich kleidet, Ess- und Trinkgewohnheiten -, ebenso wie der Arbeit, Rituale und sonstige Tätigkeiten, die er ausübt. Diese Notwendigkeit der Verhaltenskontrolle ist der Grund, weshalb die leitende Körperschaft ihren Mitgliedern ein sehr strenges Reglement vorschreiben. Eine beträchtliche Menge an Zeit wird täglich den Versammlungs- und Indoktrinationsaktivitäten gewidmet. Die Mitglieder bekommen meist auch bestimmte Ziele und Aufgaben zugewiesen, beispielsweise in der „theokratischen Predigdienstschule“, werden aufgefordert ihre Freizeit zu beschränken und ihr Verhalten zu kontrollieren um absolut ihre Interesse mit den der Wachtturm-Organisation abzugleichen. Das Verhalten eines einzelnen Zeugen Jehovas wird über die Forderung kontrolliert, dass man nur noch als Gruppe handeln soll. In vielen Versammlungen wird gemeinsam nach dem Dienst gegessen oder seine Freizeitaktivität gestaltet, es finden Gruppentreffen in Versammlungen vor dem Dienst statt. Der Individualismus wird zunehmends unterdrückt. Die Befehlskette in der Organisation verläuft gewöhnlich streng hierarchisch: vom Koordinator der Ältesten, bis zum Ältesten über Dienstamtgehilfen zu dem einfachen Zeugen Jehovas. In einer derart streng geregelten Umgebung können sämtlichen Verhaltensweisen entweder belohnt oder bestraft werden. Es ist im Sinne der Führung, der leitenden Körperschaft, dass Zeugen Jehovas niemals zu einem inneren Gleichgewicht finden. Wenn ein Zeuge Jehovas eine gute „theokratische“ Leistung erbringt, ersichtlich durch seine Lebensführung und seinem „Berichtzettel“, in der ein Zeuge Jehovas seine Predigdienststunden preisgibt, wird er von den Ältesten und der Gemeinde gelobt bzw. mit der Zeit zum Dienstamtgehilfen ernannt – dabei immer wieder gedrängt, nicht mehr tun zu können, sei es durch den Pionier- oder Missionardienst. Erbringt ein Zeuge Jehovas schlechte Leistungen bzw. führt ein „untheokratisches Leben“ so kann es passieren, dass er vor allen anderen in einem Vortrag bloßgestellt und kritisiert oder als „schlechter Umgang“ diffamiert wird, und für die Versammlung als „Bezeichneter“ gilt, dessen Kontakt man als „theokratischer“ Zeuge Jehovas zu meiden hat. Jemand, der aktiv an seiner eigenen Bestrafung partizipiert, glaubt irgendwann selbst, dass er sie verdient hat und dass dies gut gewesen sei. Zeugen Jehovas haben ihre eigenen charakteristischen Verhaltensrituale, die den Zusammenhalt unterstützen. Wenn sich jemand nicht enthusiastisch genug verhält, kann es ihm passieren, dass er beschuldigt wird, selbstsüchtig und unrein zu sein und sich nicht genug zu bemühen, Jehova gefallen zu wollen. Man wird ihn dazu anhalten, so zu werden wie ein älteres Mitglied, dass einen „theokratischen Lebensweg“ in der Organisation durchlebt hat. Gehorsam gegenüber Glaubensüberzeugungen und Aufforderungen von der leitenden Körperschaft, oder den Ältesten in der Versammlung, sind die wichtigste Lektion, die es zu lernen gilt. Die inneren Gedanken können die Führer nicht vorschreiben, aber sie wissen, dass Herz und Verstand dem Verhalten folgen werden, um so die Versammlung „rein“ zu erhalten, von jedem abweichenden Gedankengut, der gegen die Lehre der leitenden Körperschaft spricht.

Gedankenkontrolle: Gedankenkontrolle beinhaltet eine so gründliche Indoktrination des Zeugen Jehovas, dass dieser die Dogmatik der Gruppe verinnerlichen, ein neues, „theokratisches“ Sprachsystem annehmen und Gedankenstopp-Techniken anwenden, um ihren Geist zentriert zu halten. Um ein guter Zeuge Jehovas zu sein, muss der einzelne lernen, seine eigenen Gedankenprozesse zu manipulieren, d.h. „nicht in der Lehre voranzudrängen“ sondern „Schritthalten“ mit der „Organisation Gottes“, um nicht auf „abtrünnige Irrwege“ zu geraten. In der totalitären Organisation wird die Ideologie als die Wahrheit, als das einzig gültige Abbild der Realität verinnerlicht. Nur die Bibelauslegung der leitenden Körperschaft ist die einzig wahre Auslegung und Wahrheit. Die Doktrin dient nicht nur dazu, ankommende Informationen zu filtern, sondern auch zur Steuerung des Denkens über die Informationen. Gewöhnlich ist die Doktrin absolutistisch und trennt alles in Schwarz gegen Weiß, wir gegen sie – ein absolut dualistisches Denksystem. Alles Gute ist in der Wachtturm-Organisation und der leitenden Führerschaft, des selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ sowie unter Zeugen Jehovas einzig und allein verkörpert, alles Schlechte in der Außenwelt, die „Welt Satans, des Teufels“. Die Organisation von Jehovas Zeugen hat den Anspruch, alle Antworten auf alle Probleme und Situationen bereitzuhalten, die gemäß der Bibel alle beantwortet werden können. Ein Zeuge Jehovas braucht nicht selbst zu denken: die Doktrin übernimmt das Denken für ihn. Die Wachtturm-Organisation hat typischerweise ihre eigene, redefinierte Sondersprache, spezielle Wörter und Ausdrücke, die mit bestimmten, von der Dogmatik vorgegebenen Begriffsinhalten besetzt sind. Man spricht hier auch von einer Manipulation der Sprache. Da Sprache die Symbole bereitstellt, die wir zum Denken verwenden, unterstützt die Kontrolle über bestimmte Sprachelemente die Kontrolle über das Denken – dies ist ebenfalls der Grund, warum zu jeder Zusammenkunft in der Gemeinschaft Lieder gesungen werden, um das Gemeinschaftsgefühl zu verstärken und die natürlichen, innerlichen Schutzmechanismen völlig aufzubrechen, damit die neuen Gedanken vollständig in das Individuum einfließen können. Die Wachtturm-Organisation komprimiert vielschichtige Situationen, versehen sie mit einem sprachlichen Etikett und reduzieren sie auf diese Weise auf sektenspezifische Klischees. Dieses Etikett, der verbal Ausdruck der besetzten Sprache, bestimmt die Denkweise in jeder Situation – beispielsweise gibt es keine „Andersgläubigen“, sondern alle, die keine Zeugen Jehovas sind, werden als „Ungläubige“ differenziert, um so das Weltbild der alleinigen Wahrheit leichter aufrechterhalten zu können. Die begrifflichen Klischees der Zeugen Jehovas, die besetzte Sprache, errichten auch eine unsichtbare Mauer zwischen Gläubigen und Außenstehenden. Die Sondersprache trägt dazu bei, dass die Anhänger sich als etwas Besonderes fühlen, und separiert sie von ihrem früheren Umfeld und von der Masse der Menschen. Sie dient auch zur Verwirrung von Neulingen, die verstehen wollen, wovon Zeugen Jehovas sprechen. Sie denken, sie müssten nur fleißig lernen, die Zusammenkünfte besuchen und alle Publikationen studieren um die Wahrheit richtig verstehen zu können. Ein weiteres Schlüsselelement der Gedankenkontrolle besteht darin, dem Zeugen Jehovas darauf zu trainieren, jegliche kritische Information über die Wachtturm-Organisation abzublocken, und voreingenommen als das Gedankengut von „Abtrünnigen“ abzustempeln, die persönliche Marionetten des Teufels sind. Die normalen Verteidigungsmechanismen des Individuums werden dahingehend verdreht, die neue Organisations-Identität gegen die wahre Identität zu verteidigen. Die erste Verteidigungslinie beinhaltet Leugnung (Was Abtrünnige behaupten, geschieht gar nicht), Rationalisierung (Dies sagen Abtrünnige, weil Satan Gottes Zeugen schlecht machen will), Rechtfertigung (Dies geschieht, weil es so in der Bibel steht), Zurechtweisung (Es passieren auch mal Fehler, doch wir sind auch nur Sünder – es gibt nichts Besseres als Jehovas Organisation) und Wunschdenken im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung (Wir sind die einzigen die Gottes Namen tragen, von uns wurde prophezeit, dass wir das auserwählte Volk sind).

Wenn ein Zeuge Jehovas eine Information als Angriff auf die „Organisation Gottes“, die Lehre oder die Gruppe empfindet, dann geht sofort eine Mauer der Feindseligkeit hoch. Die Mitglieder werden darauf gedrillt, jede Kritik für unwahr zu halten. So werden kritische Worte zum Beispiel im Voraus entkräftet als die Lügen über sie, die Satan den Menschen in den Kopf setzt oder die Lügen, die die internationale Verschwörung in den Medien verbreitet, um sie zu diskreditieren. Paradoxerweise bestätigt Kritik an der Gruppe, dass die Weltsicht der Wachtturm-Organisation Wahrheit sei. Die vermittelte Information kommt nie an, oder wird falsch verstanden, immer als Angriff gegen „Gottes Volk“.

Die wohl geläufigste und effektivste Methode, um die Gedanken der Anhänger zu kontrollieren, sind Gedankenstopp-Rituale. Den Mitgliedern wird beigebracht, Gedankenstopp-Techniken bei sich selbst anzuwenden. Man erzählt ihnen, es würde ihnen dabei helfen, persönlich zu wachsen oder effektiver zu werden. Sobald ein Zeuge Jehovas einen schlechten Gedanken verspürt, betreibt es Gedankenstopp, um die negative Einstellung zu ertränken und sich zu zentrieren, meist durch Gebet oder Gespräch mit Ältesten. So lernt er, alles auszuschalten, was seine Wirklichkeit bedrohen könnte. Diese Handlungen werden sehr mechanisch, da der Betreffende darauf programmiert ist, sie beim leisesten Anflug von Zweifel, Sorge oder Unsicherheit sofort zu aktivieren. Ja, sie wird so sehr automatisiert, dass sich derjenige meist nicht einmal mehr bewusst ist, kein Individuum mehr zu sein, und dass auch schlechte Gedanken zum Leben dazugehören dürfen. Während ein Zeuge Jehovas glaubt, durch das Anwenden von Gedankenstopp-Ritualen persönlich in der Theokratie zu wachsen, macht er sich in Wahrheit nur zu Süchtigen und Abhängigen eines fremden Religion-Konstruktes. Gedankenstopp ist der direkteste Weg, um jemandes Fähigkeit zu umgehen, die Realität kritisch zu prüfen. In der Tat, wenn jemand nur noch positiv über seine Zugehörigkeit zu der Gruppe denken kann, dann sitzt er mit Sicherheit fest. Da die Lehre und die leitende Körperschaft nahezu vollkommen sind, weil sie das direkte „Sprachrohr Jehovas“ sind, wird jedes auftauchende Problem als die Schuld des einzelnen Zeugen Jehovas betrachtet. Der Betreffende lernt, stets sich selbst zu beschuldigen und immer mehr zu arbeiten, und niemals einen Fehler oder eine falsche Auslegung des Glaubens an die Person zu richten, von der sie eigentlich stammt. Gedankenkontrolle kann wirksam jedes Gefühl abblocken, das nicht der Dogmatik der Wachtturm-Ideologie entspricht. Sie dient dazu, einen Zeugen Jehovas als gehorsamen Sklaven in der Organisation zu behalten, denn eine Kontrolle über das Denken ist auch eine Kontrolle über die Gefühle und das Verhalten des Menschen.

Informationskontrolle: Information ist der Treibstoff, den unser Geist braucht, um richtig zu funktionieren. Verweigert man jemandem die Information, die er benötigt, um sich ein Urteil über etwas zu bilden, so wird er dazu nicht in der Lage sein, eine richtige Entscheidung zu treffen. Zeugen Jehovas sitzen nicht nur deshalb fest in der Organisation, weil man ihnen den Zugang zu kritischer Information verweigert, sondern auch, weil ihnen die richtig funktionierenden, inneren Mechanismen zu ihrer Verarbeitung fehlen. Eine derartige Informationskontrolle hat verheerende Auswirkungen. Zwar haben Zeugen Jehovas Zugang zu sektenunabhängigen Zeitungen und Zeitschriften, zu Fernsehen, Radio und Internet, doch dürfen diese, wenn es um kritische Betrachtungen der Religionsgemeinschaft geht, diese nicht aufnehmen. Diese Informationskontrolle erfasst auch sämtliche Beziehungen. Zeugen Jehovas dürfen miteinander niemals über etwas sprechen, was die leitende Körperschaft, die Organisation, die Doktrin oder die Lehren kritisiert. Zeugen Jehovas sollen sich gegenseitig bespitzeln und unschickliche Äußerungen oder Aktivitäten der Ältesten melden. Insbesondere sollen Zeugen Jehovas jeden Kontakt mit Ehemaligen oder Kritikern meiden. Diejenigen, die am meisten Informationen liefern könnten, gilt es besonders zu meiden – beispielsweise wie diese Seite.

Briefe, die von der leitenden Körperschaft kommen, an die Älteste und Versammlungen gerichtet, werden oftmals am Informationengehalt sorgfältig gestückelt, damit der einzelne Zeuge Jehovas niemals ein Gesamtbild der Hintergründe erhält. In den Versammlungen erzählt man den Gläubigen nur so viel, wie sie wissen müssen, um ihren Glauben auszuleben. Ein Zeuge Jehovas, der von einem Ausschluss zu hören bekommt, wird daher nicht von einem wichtigen rechtlichen Beschluss, einer Enthüllung oder den wichtigen Gründen und Details zu erfahren bekommen – ein ausgeschlossener Zeuge Jehovas bekommt nur mündlich den Ausschluss verkündet, niemals schriftlich, damit dieser nicht über ein genaues Dokument verfügt, um rechtlich dagegen vorzugehen oder anderen Zeugen Jehovas wachrütteln zu können. Alle Zeugen Jehovas denken natürlich auch, sie wüssten besser über die Vorgänge in der Organisation Bescheid als Außenstehende oder Ex-Zeugen Jehovas, doch man kann oftmals feststellen, dass sie am allerwenigsten wissen. Informationskontrolle wird in dieser Organisationen auch dadurch erreicht, dass verschiedene Ebenen von Wahrheit geschaffen werden. Die Wachtturm-Ideologie besteht aus Doktrinen für die Außenwelt und Doktrinen für aktive Zeugen Jehovas. Das Material für die Außenwelt ist meist ziemlich glatter Stoff für die allgemeine Öffentlichkeit sowie den Neulingen. Die internen Doktrinen werden erst ganz allmählich, mit fortschreitender Einbindung des getauften Zeugen Jehovas, enthüllt. Der Zeuge Jehovas soll aufrichtig glauben, dass die externen Lehren keine Lügen, sondern einfach eine andere Wahrheitsebene darstellen, damit „Weltmenschen“ die „Wahrheit“ besser verstehen können bzw. sie nicht missverstehen werden – so wurde beispielsweise zwei verschiedene Wachtturmausgaben, für aktive Zeugen Jehovas das Studienmaterial, und für Außenstehenden eine „besserer verständige Ausgabe“ entwickelt. Die leitende Körperschaft schafft so eine Welt mit vielen Wahrheitsebenen und machen es dem Einzelnen dadurch fast unmöglich, zu endgültigen, objektiven Einschätzungen zu gelangen. Wenn ein Zeuge Jehovas etwas nicht versteht oder Probleme hat, heißt es, er sei noch nicht reif genug für die ganze Wahrheit, aber dass bald alles klar werden würde, jetzt oder in wenigen Jahren, er müsse nur noch etwas warten – so werden Zweifler in der Organisation gefangen gehalten, und es wird ihnen suggeriert, dass man auch für seine Fragen bald schon die passende Antwort hätte. Jetzt müsse dieser hart arbeiten, im glauben befestigt sein und auf Jehova und seiner Organisation vertrauen, dann würde er sich das Recht erwerben, in die höheren Wahrheitsebenen vorzudringen, durch ein besseres Verständnis der Wahrheit. Für manche Wahrheitsebenen gilt es, dass nur ein gesalbter Zeuge Jehovas es verstehen könnte, bzw. einzig und allein die leitende Körperschaft das Wissen dazu von Jehova bekäme, und sie zu seiner Zeit dies kundtun würden.

Gefühlskontrolle: Die Gefühlskontrolle zielt darauf ab, das Gefühlsspektrum einer Person zu manipulieren und einzuengen. Schuld und Angst sind essentielle Werkzeuge, um Menschen unter Kontrolle zu behalten. Schuld dürfte wohl das wichtigste emotionale Druckmittel sein, um Konformität und Gehorsam zu erzeugen. Historische Schuld (Durch Adam und Eva sind wir alle Sünder), Selbstvorwürfe (Ich habe gesündigt, weil mein Glaube nicht stark genug war), Schuldgefühle wegen vergangener Handlungen und soziale Schuld werden von der leitenden Körperschaft missbraucht. Den meisten Zeugen Jehovas ist jedoch gar nicht bewusst, dass sie durch Schuld und Angst manipuliert werden. Sie sind so sehr darauf konditioniert, immer nur bei sich selbst die Schuld zu suchen, dass sie noch dankbar sind, wenn ein Ältester auf eine ihrer Unzulänglichkeiten und Sünden hinweist, um korrigiert werden zu dürfen. Angst wird auf zweierlei Weisen dazu benutzt, die Versammlung zusammenzuschweißen. Erstens wird ein externer Feind kreiert, der einen verfolgt: Satan und seine Dämonen, der einen sein ewiges Leben nehmen will; Abtrünnige, die einen mit sich in den Tod reißen wollen und nur lügen erzählen über die Organisation; Psychiater, die einem „Umkrempeln“ wollen und vom Glauben wegbringen wollen; und natürlich Deprogrammierer und kritische Sektenexperten, die nur ein negatives Bild seitens der Religionsgemeinschaft propagieren würden. Außerdem wird mit der Angst gearbeitet, was einem alles geschieht, wenn man seine theokratische Arbeiten nicht nachkommt. Oftmals wird eingeredet, das ein mangelnder Einsatz für den Predigdienst, beispielsweise wenn man nicht das Ziel des Pioniers anstreben, zu einem schlechten Namen bei Gott führen würde, bei dem es fraglich sei, ob man durch mangelnde Bereitwilligkeit für den Dienst keine gute Chance hätte, Harmagedon zu überleben. Um einen Zeugen Jehovas in seinen Emotionen kontrollieren zu können, müssen bestimmte Gefühle oftmals neu definiert werden. Glück beispielsweise ist ein Gefühl, das jeder anstrebt. Wenn nun Glück so definiert wird, dass es darin besteht, Gott näher zu sein, dann wird man glücklich, indem man das tut, was die Organisation von einem verlange – beispielsweise Menschen zur „Wahrheit“ führen, als einziges, und sinnvolles, als lohnenswertes Ziel im Leben. Glückseligkeit besteht im Leid, um Gott näher zu kommen, und in Aufgaben, aus diesen Leiden herauszukommen, dass die Organisation der Zeugen Jehovas als „Wahrheit“ deklariert. Dieses Glück bedeute, den Weisungen der leitenden Körperschaft zu folgen, viele neue Mitglieder zu werben oder der Organisation durch Spenden im „Königreichswerk“ zu unterstützen. Glück wird definiert als das Gemeinschaftsgefühl, das nur die Organisation geben könne, um so bei Jehova einen guten Status zu genießen, bzw. sich so einen „guten Namen bei Gott“ gemacht zu haben. Loyalität und Hingabe sind die am meisten geschätzten Gefühle, was insbesondere auch bei den Tauffragen hervorgeht, indem aufgefordert wird, immer mit der Organisation, weil sie vom Geist allein geleitet sei, stand zuhalten. Der einzelne Zeuge Jehovas wird beigebracht, nie gegenüber Außenstehenden, die ein Interesse an der Organisation haben, keine negativen Gefühle zu empfinden oder zu äußern. Ihnen wird beigebracht, niemals an sich selbst oder ihre eigenen Bedürfnisse, sondern stets an die Gruppe zu denken und sich nie zu beklagen, insbesondere keine Kritik an der leitenden Körperschaft zu äußern. Viele Zeugen Jehovas halten die zwischenmenschlichen Beziehungen unter totaler Kontrolle. Älteste oder die leitende Körperschaft selbst kann Anhängern vorschreiben, bestimmte Mitglieder zu meiden oder ihre Zeit mit bestimmten zu verbringen, die als „theokratisch“ rein gelten. Dabei wir ebenfalls vorgeschrieben, dass man nur heiraten darf, wenn der zukünftige Ehegatte den gleichen Glauben auslebt und so wird die gesamte Beziehung bis hin zum Geschlechtsleben, und intimen Privatleben, kontrolliert.

Das Bekennen früherer Sünden oder falscher Einstellungen ist ebenfalls ein mächtiges Instrument zur Gefühlskontrolle. Natürlich wird die alte Sünde nach dem öffentlichen Bekenntnis nur selten wirklich vergessen oder vergeben. Sobald jemand mit der Lehre nicht konform geht, wird sie wieder hervorgeholt und dazu benutzt, den Betreffenden zum Gehorsam zu manipulieren. Wer sich in einer Beichtsitzung bzw. Komitee von Jehovas Zeugen wiederfindet, der sollte an folgende Warnung denken: Alles, was der Zeuge Jehovas sagt, kann und wird gegen ihn verwendet werden. Dies kann bis zur Erpressung nach dem Ausstieg aus der Organisation führen bzw. zur vollständigen Meidung des Sünders, sowie dessen vollständigen Schädigung seines guten Rufes, sodass er von allen anderen Mitgliedern vollständig gemieden wird, einschließlich beste Freunde und dem engsten Familienkreis. Die wirksamste Technik zur Gefühlskontrolle ist die Erzeugung irrationaler Ängste. Die Menschen in der Organisation werden so konditioniert, dass sie bei dem Gedanken, die Gruppe zu verlassen, eine panische Reaktion entwickeln: Schweißausbrüche, Herzrasen, den intensiven Wunsch, die Situation zu vermeiden. Man redet ihnen ein, dass sie im Falle ihrer Abkehr schutzlos dem Verderben ausgeliefert wären: Wahnsinn, Tod, Drogensucht, Selbstmord, den Teufel ausgeliefert und das ewige Leben vollständig verloren. Für ein indoktriniertes Mitglied ist es praktisch unmöglich, sich vorzustellen, dass es außerhalb der Organisation sicher sein könnte, oder eine Beziehung zu Jesus Christus oder Jehova haben könnte, da eingeredet wird, beide würden einen vollständig verlassen sowie den heiligen Geist entziehen, um gar nicht mehr zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden zu können. Wenn Älteste gegenüber der Öffentlichkeit betonen: Die Mitglieder können gehen, wann immer sie wollen; die Tür ist offen, dann tun sie so, als hätte der einzelne Zeuge Jehovas seinen freien Willen und einfach gewählt, zu bleiben. Doch in Wirklichkeit haben die Mitglieder längst keine Wahlfreiheit mehr, weil man ihnen starke Ängste vor der Außenwelt eingeimpft hat. Diese bewusst erzeugten Ängste machen es den Menschen in der Organisation psychologisch unmöglich, sich für den Ausstieg zu entscheiden, nur weil sie unglücklich sind, etwas anderes tun möchten, oder erkannt haben, dass einige Lehren nicht mit der Heiligen Schrift konform gehen. Hat die Organisation die Gefühle eines Zeugen Jehovas erfolgreich unter Kontrolle, so werden seine Gedanken und sein Verhalten folgen und so verändert werden, dass sie immer im Einklang sind mit den Lehren der leitenden Körperschaft.

 

 

Die Psychologie, die Jehovas Zeugen verwenden

Die Doktrin ist einzige Wahrheit und damit Realität: In einer Organisation der Bewusstseinskontrolle ist es nicht mehr möglich, die Dogmatik der Zeugen Jehovas als bloße Theorie oder als eine Möglichkeit aufzufassen, die Wirklichkeit zu deuten oder zu suchen. Die Doktrin ist die Realität, die einzige und absolute Wahrheit. Sie beantwortet alle Fragen und hat alle Lösungen, die sonst auch keine andere christliche Gemeinschaft bieten kann. Oftmals hört man den Satz: „Wohin willst du gehen, wenn du die Organisation verlässt? Es gibt nichts besseres, nichts anderes, dass der Wahrheit so am Nächsten ist wie wir! Gottes Organisation hat die alleinige Wahrheit!“ Die leitende Körperschaft ist am wirksamsten, wenn sie nicht verifizierbar und nicht bewertbar sind. Sie und die Lehre können derart verschlungen sein, dass es jahrelanger mühsamer Kleinarbeit bedürfte, um sie zu entwirren. Die Doktrin muss nicht von allen vollständig verstanden werden, oder warum es schon wieder zu „neuem Licht“ kommt, sie muss nur akzeptiert und weiter gepredigt werden, auch wenn Zweifelsfragen offen bleiben. Daher muss sie vage und global gehalten sein, zugleich jedoch ausgewogen genug, um schlüssige zu erscheinen und dass jeder Zeuge Jehovas sie verkündigen kann. Ihre Macht entsteht aus dem Anspruch, die einzige Wahrheit zu sein, alles zu umfassen und zu beinhalten. Da Bewusstseinskontrolle darauf beruht, im Individuum eine neue Identität zu schaffen, erfordert die Dogmatik des Wachtturms stets, dass jemand seinem eigenen Selbst misstraut, seiner eigenen Erkenntnis, wenn sie konträr der offiziellen Lehre ist. Die Doktrin wird dann zum „Masterprogramm“ für alles Denken, Fühlen und Handeln. Da sie die perfekte und absolute Wahrheit ist, wird jeder Fehler in ihr lediglich als Reflex auf die Unvollkommenheit des Gläubigen ausgelegt, denn die Lehre stamme von Gott, und kann sich deshalb nicht irren. Dem Zeugen Jehovas wird beigebracht, dass er sich an das vorgeschriebene Gesetz halten muss, auch wenn er es eigentlich nicht richtig versteht, ansonsten würde er sich gegen Jehova Gott selbst auflehnen. Gleichzeitig hält man ihn dazu an, härter zu studieren, sich besser auf die Zusammenkünfte vorzubereiten, mehr in den Dienst zu gehen und fester zu glauben und zu beten, damit er die Wahrheit besser verstehen kann und darauf zu warten, dass in der Zukunft eine Erklärung in den Publikationen erscheint, dass auch er, das „letzte Puzzleteil“ verstehen lernt.

Duales System – die Welt besteht nur aus Schwarz und Weiß, Gut gegen Böse: Selbst die komplexeste Lehre reduziert die Realität letztlich auf zwei entgegengesetzte Pole: Schwarz gegen Weiß, Gut gegen Böse, die Lehre der Organisation gegen die Welt, wir gegen sie. Jeder Pluralismus ist von vornherein ausgeschlossen und falsch, da es keinen „goldenen Mittelweg“ gäbe. Die Doktrin kann keine andere christliche Gruppe als berechtigt -gut, fromm, real – anerkennen, da dies ihr eigenes Wahrheitsmonopol in Frage stellen würde. Sie lässt auch keinen Raum für Deutungen oder Abweichungen. Liefert die Doktrin einmal keine Antwort, so muss der Zeuge Jehovas die Publikationen oder einen Ältesten fragen. Habe diese auch keine Antwort parat, dann kann er die Frage immer noch als unwichtig abtun, als irrelevant, und der Idee entstanden, weil man Unvollkommen sei, sie sei deshalb unwichtig und man sollte sich auf das Wesentliche orientieren, weiterhin der Organisation treu folgen. Jehovas Zeugen haben ihr eigenes Schreckgespenst. Da sind politische und wirtschaftliche Institutionen, Psychiater, Psychotherapeuten und Deprogrammierer, metaphysische Entitäten wie Satan, Dämonen oder einfach die grausamen Gesetze der Natur, die in Sünde ist. Diese Teufel nehmen natürlich auch die Gestalt von Eltern, früheren Freunden, Ehemaligen, Journalisten und anderen Personen an, die der Gruppe kritisch begegnen. Die großen Verschwörungen gegen die Gruppe dienen wiederum als Beweis für ihre immense Bedeutung der Gruppe, und dass dies alles geschehe, weil sie die alleinige Wahrheit haben. Die leitende Körperschaft erzeugt in ihren Anhängern einen regelrechten Verfolgungswahn. Sie reden ihnen ein, sie würden ständig von Dämonen beobachtet, die von ihnen Besitz ergriffen, sobald sie einmal Gedanken oder Gefühle abweichend von der Auffassung der offiziellen Lehre hegen, um dann als Marionetten des Teufels zu dienen.

Elite-Mentalität: Jedem Zeugen Jehovas wird das Gefühl vermittelt, einem Elitekorps der Menschheit anzugehören, zu Gottes auserwählten Volk. Dieses Gefühl, etwas Besonderes zu sein, mit einer Avantgarde überzeugter Auserwählten Gottes an entscheidenden Schritten in der Menschheitsgeschichte teilzuhaben, erzeugt eine starke emotionale Bindung und erhält die Motivation zu Aufopferung und harter, unentgeltlicher Arbeit aufrecht. Als Gemeinschaft fühlen sie sich von Jehova und der neuzeitlichen Geschichte dazu auserwählt, die Menschheit aus der Dunkelheit in ein neues Zeitalter der Erleuchtung zu führen, in eine neue Weltordnung, in das irdische Paradies. Jehovas Zeugen haben nicht nur ein starkes Missionsbewusstsein, sondern sind auch davon überzeugt, dass sie einen besonderen Platz in der Geschichte einnehmen und das viele künftige Generationen ihre großen Leistungen würdigen werden, bis hin in die Ewigkeit der Menschheit. Paradoxerweise blicken Jehovas Zeugen, die leitende Körperschaft, obwohl sie alle Merkmale einer Endzeit-Sekte aufweisen, auf jeden herab, der in einer anderen Sekte ist. Sie sind schnell mit abfälligen Feststellungen wie: „Diese Leute sind in einer Sekte!“ oder „Sie sind diejenigen, die man einer Gehirnwäsche unterzogen hat!“. So ist der einzelne Zeuge Jehovas nicht fähig, aus seiner eigenen Perspektive herzauszutreten und seine Lage selbst objektiv zu betrachten. Dieses Gefühl, einer auserwählten Elite mit einer vorherbestimmten Aufgabe anzugehören, bringt allerdings auch eine schwere Bürde der Verantwortung mit sich. Man macht den Zeugen Jehovas klar, dass sie die gesamte Menschheit im Stich ließen, wenn sie ihre Pflichten nicht in vollem Umfang erfüllten, so bloße Blutschuld tragen würden, wenn sie sich nicht an das Predigtwerk beteiligen würden. Der einfache Zeuge Jehovas verhält sich demütig gegenüber „Höhergestellten“ und potentiellen Neumitgliedern, aber arrogant gegenüber Außenstehenden, ist aufgefordert sie zu meiden, ja sogar zu hassen. So halten sie sich für besser, wissender und mächtiger als alle anderen Menschen auf dieser Welt, da nur sie die Wahrheit Gottes haben sowie die Einzigen seien, denen der heilige Geist gegeben worden sei. Daher empfinden Jehovas Zeuge oft mehr Verantwortung als jemals zuvor in ihrem Leben. Sie haben das Gefühl, die ganze Welt auf ihren Schultern zu tragen. Sie verstehen gar nicht, was Außenstehende meinen, wenn sie sagen, man dürfte nicht versuchen, vor der Realität und der Verantwortung zu fliehen, indem man in eine Sekte geht.

Unbedingter Gehorsam: Lernen am Modell der leitenden Körperschaft oder den Ältesten: Um einen Neuling dazu zu bringen, seine früheren Verhaltensmuster abzulegen und zu einem überzeugten Mitglied zu werden, stellt man ihm häufig ein älteren Zeugen Jehovas zur Seite, das für ihn als Modell zur Nachahmung dient. Der Neuling wird gedrängt, diese andere Person zu sein. Die Ältesten auf der mittleren Ebene sind ihrerseits angehalten, am Modell ihrer leitenden Körperschaft zu lernen, wobei der einzelne „Auserwählte“ in der leitenden Körperschaft selbst das absolute Modell an der Spitze ist. Dass Jehovas Zeugen von „Weltmenschen“, einem naiven Außenstehenden bisweilen gespenstisch oder seltsam vorkommt, liegt unter anderem daran, dass sie sich alle in ihrem Gehabe, ihrer Kleidung und in ihrer Sprechweise gleichen. Was der Beobachter hier sieht, ist die Persönlichkeit der leitenden Körperschaft, die über mehrere Stufen nach unten weitergegeben wurde.

Glückseligkeit durch gute Leistungen für die Organisation: Einer der verlockendsten Aspekte am Leben als Zeuge Jehovas ist das Gemeinschaftsgefühl, das es fördert. Am Anfang scheint es, als sei die Liebe hier bedingungslos und grenzenlos, und die neuen Mitglieder sind überwältigt von all der Anerkennung und der Zuwendung, die sie bekommen. Aber schon nach wenigen Monaten, wenn sie fester in die Gruppe eingebunden sind, werden Lob und Aufmerksamkeit entzogen und auf Neuangeworbene gerichtet. Der einzelne Zeuge Jehovas muss dann lernen, dass die Liebe nicht bedingungslos, sondern von guten Leistungen abhängig ist. Das Verhalten von Jehovas Zeugen wird durch Belohnung oder Bestrafung gesteuert. Die Gläubigen werden über Vorträge, den sogenannten „örtlichen Bedürfnissen“ angespornt oder beschämt, wenn sie nicht genug leisten. Läuft es einmal nicht so gut – schlechter Versammlungsbesuch, negative Statistik des Predigdienstberichts, negative Berichterstattung in den Medien, Streit oder Meinungsverschiedenheiten in der Versammlung -, so ist dies stets die persönliche Schuld des Gläubigen, und ihre Ration Glückseligkeit wird so lange emotional zurückgehalten, bis das Problem beseitigt ist und so nur wieder „Jehovas Segen“ in der Versammlung sein kann. So muss auch der einzelne Zeuge Jehovas erst Sünden bekennen, um Glückseligkeit und den Segen Gottes wieder zu erhalten. Echte Freundschaften, gerade wenn jemand kein Zeuge Jehovas ist oder „Glaubensschwach“, sind eine Belastung und werden heimlich von Ältesten oder anderen Zeugen Jehovas unterdrückt, da man darauf bedacht ist, dass keine „theokratischen Brüder“ vermehrten „schlechten Umgang“ pflegen. Freunde in der Welt sind gefährlich, schon deshalb, weil ein Zeuge Jehovas so auf „Abwegen“ gerät und bei seinem Austritt bereits ein Freundeskreis außerhalb der Organisation haben könnte – so wird die Taktik der Isolierung heruntergesetzt, bzw. hat nicht mehr die volle Bandbreite an Wirkung, damit dieser nach seinem Ausschluss zurückkehren würde zur Organisation und Gemeinschaft mit Gleichdenkende. Wenn einer die Organisation verlässt, dann verkehrt sich die Liebe, die im früher zuteilwurde, natürlich in Wut, Hass und Spott, Ausgrenzung und Isolierung sowie übler Nachrede der „Abtrünnigkeit“ und dass dieser von Gott verworfen wurde, damit keinen heiligen Geist mehr hat, die Wahrheit nicht mehr erkennt, und damit nur noch lügen kann.

Manipulation durch Angst und Schuldgefühle: Über kurz oder lang bewegt sich der Zeuge Jehovas nur noch in einem engen Korridor aus Angst, Schuld- und Schamgefühlen, wenn dieser nicht absolut der Führung gehorcht. Schwierigkeiten werden dann stets dem Gläubigen angelastet. Sie entstehen durch seinen zu schwachen Glauben, sein mangelndes Verständnis für die Wahrheit, fehlende Treue gegenüber der Organisation, bösen Dämonen etc. Wenn der einzelne Zeuge Jehovas nicht den Lehren folgt, so soll sich dieser permanent schuldig fühlen, dass es den Erwartungen nicht gerecht wurde und umgehend etwas ändern müsse, um wieder glücklich sein zu können und den Segen und Beistand Jehovas spüren zu können. Er glaubt sich schließlich nun vom Schlechten und Fluch verfolgt und versucht, durch noch mehr Leistung alles zu kompensieren. In der Organisation von Jehovas Zeugen ist die Angst eine treibende Kraft. So hat jeder Gläubige seine „eigenen Dämonen“, die an jeder Ecke nur darauf lauerern, ihn in Versuchung zu bringen und zu verführen, ihn von der „Wahrheit“ abzubringen oder in den Wahnsinn zu treiben, und so nicht mehr den Lehren des „Kanals Gottes“ folgen zu können. Je lebendiger und greifbarer der Teufel und seine Dämonen sind, desto ausgeprägter ist die durch ihn erzeugte Geschlossenheit der Gruppe in der Organisation.

Veränderung des Zeitbezuges: Eine interessante Dynamik von der Organisation ist, dass sie häufig die Beziehungen einer Person zu seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verändern. Es wird die Vergangenheit des Zeugen Jehovas neu geschrieben. Sein bisheriges Leben sieht es meist mit einem verzerrten Blick, der alles in dunkle Farben taucht, alles war darin Schlecht, man lebte in absoluter Sünde und Rebellion gegen Gott. Dadurch werden auch sehr positiv Erinnerungen ins Schlechte verdreht. Auch der Gegenwartssinn des Zeugen Jehovas wird manipuliert. Er empfindet die anstehenden Aufgaben als ungeheuer dringend, besonders wichtig und sinn- und lebensnotwendig. Jehovas Zeugen lehren, dass Harmagedon unmittelbar bevorsteht, es zu jeder Zeit so weit sein kann. Dabei wir stets suggeriert, besonders die Versammlungszusammenkünfte besuchen zu müssen, damit man über eine Chance verfüge, überleben zu können. Die Zukunft ist für jeden Zeugen Jehovas die Zeit der Belohnung, weil die große Wende endlich eingetreten sein wird – oder es ist sehr bald schon die Zeit der Bestrafung für die gottlose und böse Welt, was ebenfalls die Belohnung für ein Zeugen Jehovas ist. Die leitende Körperschaft beansprucht für sich, die Zukunft zu kontrollieren bzw. ein eindeutiges Wissen über sie zu haben, insbesondere wann das Ende der Welt stattfinden kann und würde – so wurden unzählige Vorhersagen über Harmagedon und die Zeit für Gottes eingreifen ausgesprochen. Für viele Zeugen Jehovas steht der Zeitpunkt von Harmagedon fest: meist zwei bis fünf Jahre in die Zukunft verlagert – gerade so weit entfernt, um nicht schon bald diskreditiert zu werden, aber auch noch nahe genug um emotionalen Druck auszuüben. Wenn sich der Zeitplan nicht bewahrheitet, gibt die leitende Körperschaft gewöhnlich einfach einen neuen Termin heraus, der das große Ereignis um ein paar Jahre verschiebt, oder man meine, von YHWH „neues Licht“ bekommen zu haben, und damit auch den Grund, warum ein Datum nicht eingetroffen ist, aber das Nächste sich bewahrheiten würde. Aufgrund dieses hohen Zeitdrucks, den die leitenden Körperschaft auf den einzelnen Zeugen Jehovas verübt, bleibt diesem keine Zeit, Lehren zu prüfen oder über das totalitäre System sich in klaren zu werden, da er seine verbliebene, kurze Zeit, für das Predigtwerk, Studium und anderen, „theokratisch-geforderten“ Leistungen erbringen will, um die Chance auf Rettung in Harmagedon zu haben.

Der Wille der Gruppe steht über dem Willen des Einzelnen: In der totalitären Wachtturm-Organisation muss sich das Individuum der Gruppe unterwerfen. Das übergreifende Ziel muss der Mittelpunkt sein, das individuelle Ziel wird ihm untergeordnet. Als Zeuge Jehovas ist es grundsätzlich falsch, an sich selbst oder auch nur eigenständig zu denken. Zuerst kommt die Lehre der leitenden Körperschaft, dann die Organisation an sich. Absoluter Gehorsam gegenüber der Führung und Ältesten ist eines der allgemeingültigsten Kennzeichen von der Sekten-Struktur in dem Glaubenshaus von Jehovas Zeugen – Individualität ist schlecht, Konformität gut. Der gesamte Realitätssinn eins Zeugen Jehovas wird außengeleitet. Er lernt, sein eigenes Selbst zu ignorieren und der externen Autoritätsfigur ganz zu vertrauen. Er lernt, Richtung und Sinn bei anderen zu suchen, da auch nur sie von Gott dazu eingesetzt seien, die Wahrheit zu verstehen und dem einzelnen Zeugen Jehovas durch Publikationen, Versammlung oder Kongressen zu übermitteln.

Emotionale Hochs und Tiefs: Das Leben bei Zeugen Jehovas ist wie eine Achterbahnfahrt. Ein Mitglied wird ständig hin- und hergerissen zwischen dem extremen Glücksgefühl, die Wahrheit in einer Insiderelite zu erfahren, und einer erdrückenden Last aus Schuld, Angst und Schamgefühlen, sowie des bevorstehenden Weltuntergangs. Probleme haben ihre Ursache stets in den Unzulänglichkeiten des Einzelnen, wegen seiner Glaubensschwäche, nicht wegen der Gemeinschaft oder Organisation, den Lehren der leitenden Körperschaft. Außerdem fühlt sich jeder Zeuge Jehovas permanent schuldig dafür, dass er nicht die erwartete Leistung als Pioniers erbringt, wenn er einer anderen Vollzeitbeschäftigung in der Welt nachgeht. So wird immer wieder betont, wie glückselig das Leben als Pionier wäre, und wie wichtig es sei, anderen Menschen vor dem gegenwärtigen Ende zu warnen. Die meisten Zeugen Jehovas bzw. die Führung sorgt dafür, dass die Tiefs nicht sehr lange dauern. Meist wird der Betreffende durch eine Reindoktrination wieder aufgeladen, durch Versammlungsbesuche und besonders durch Kongresse, die sehr nachdruck-haltig durch das Gemeinschaftsgefühl sind. Manche langjährige Mitglieder sind irgendwann ausgebrannt, haben schwere Depressionen, ohne tatsächlich auszutreten, und den eigentlichen Grund dafür zu sehen. Sie fühlen diesen innerlichen Druck allgegenwärtig in ihrem Leben, glauben jedoch, dass die Ursache darin liege, in der „Welt Satans“ leben zu müssen, und reflektieren diesen Druck nicht realistisch, um zu erkennen, dass die Reindoktrination, der fremdgesteuerte Glaube und die Identitätskrise Schuld dafür sind.

Verlassen ist für sie keine Alternative: Bei Jehovas Zeugen gibt es niemals einen legitimen Grund, auszusteigen. Im Gegensatz zu normalen Glaubensgemeinschaften oder Kirchen, die anerkennen, dass jeder Mensch das Recht hat, auch wieder einen anderen Weg zu wählen, macht die leitende Körperschaft von Jehovas Zeugen sehr deutlich, dass es keinen legitimen Weg aus der Gruppe gibt, ansonsten würde man den Segen Gott verlieren, sein ewiges Leben verspielen. Jeder, der aus eigenem Beweggrund austretet, ist ein „Abtrünniger“, vom Teufel gebraucht, ein Spielball des Satans, geistig krank und verdorben, ohne Wahrheit und voller Lüge. Man erzählt jedoch dem Einzelnen, bis dahin noch aktiven Zeugen Jehovas, niemals die wahren Gründe, warum ein Zeuge Jehovas gegangen ist. Den Mitgliedern wird sehr gründlich eingetrichtert, dass ihr Ausstieg schreckliche Folgen für sie und ihrer Familie hätte. Auch wenn Jehovas Zeugen oft sagen: „Zeige mir einen Weg, der besser ist die eines Zeugen Jehovas, und ich werde austreten“, lässt man ihnen gar nicht die Zeit oder das geistige Werkzeug, um diese Aussage vor sich selbst zu beweisen. Sie sitzen fest in einem psychologischen Gefängnis und einer absoluten Bewusstseinskontrolle.

Sind Jehovas Zeugen eine fundamentalistische Sekte?

Ausschlaggebend ist nicht die Etikettierung als „Sekte“, sondern die differenzierte Beurteilung einer Gruppe anhand ihrer Merkmale und deren Auswirkungen auf der persönlichen, familiären, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebene. Die folgenden Kriterien liefern eine Grundlage zur Einschätzung der Kritikwürdigkeit und Gefährlichkeit einer Gruppe, einschließlich Jehovas Zeugen. Dabei ist sorgfältig abzuwägen, ob eine Mehrzahl der Punkte in relevantem Masse zutrifft, und so Zeugen Jehovas sektenhafte Merkmale aufweisen.

  1. Struktur der Organisation: Gruppe mit straff hierarchischer und doktrinärer Struktur
  2. Abweichende Lehren zum allgemeinen, christlichen Glaubensbekenntnis
  3. Autoritäre Führung: Führergestalt mit prophetischen oder guruhafter Ansprüchen
  4. Offenheit der Gruppe: Isolation und starke Abgrenzung der Gruppe nach außen
  5. Leistungen für die Gruppe: überteuerte Kursangebote oder Kosten für Lehrmaterial, Fronarbeit
  6. Exzessives Werben für die Gruppe, und verbreiten eigener Indoktrinierung und Sonderlehre
  7. Glückseligkeitsversprechen und ewiges Leben abhängig von der Verbreitung der eigenen Sonderlehre
  8. Welt- und Menschenbild: Einteilung der Welt in Gut und Böse, Schwarz-Weiß-Denken
  9. Absolutheitsanspruch: ausschließender Glaube an die absolute Wahrheit des eigenen Systems, der eigenen Lehre, des eigenen Weges, der eigenen Methoden
  10. Erlösungs- oder Heilsversprechen: «Universalrezepte» für sämtliche Probleme sowie irreale Machbarkeitsvorstellungen
  11. Elitebewusstsein: Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich als auserwählt, als spirituell weiterentwickelte Elite der Menschheit, als „Speerspitze“ des Wissens
  12. Endzeiterwartung: Gruppe erwartet Endzeit, Weltuntergang
  13. Emotionale Erpressung zur Spende, durch ständige Spendenaufrufe; undurchlässige oder falsche Informationen als wichtiger Grund, zur sofortigen Geldübergabe
  14. Das Einverleiben aller Besitztümer eines verstorbenen Mitglieds
  15. Informationspolitik nach Außen: keine offene Informationspolitik, irreführende Propaganda
  16. Informationspolitik nach Innen: Selektion von Information bis hin zu bewusster Desinformation innerhalb der Gruppe
  17. Zwei-Klassen-Lehre: Interne Lehren für das eigene Mitglied, die für die Öffentlichkeit und einem Nicht-Mitglied humanistischer gepredigt wird
  18. Völlige Isolierung aller ehemaligen Mitglieder und Kritiker, absolutes Sozialverbot, selbst gegenüber den eigenen Familienangehörigen
  19. Umgang mit Kritik: Kritikverbot innerhalb der Gruppe; Bekämpfung von Kritiker/Innen außerhalb
  20. Milieukontrolle: Kontrolle und Überwachung aller Lebensbereiche
  21. Rücksichtlose Methoden: getarnte oder irreführende Anwerbung, Indoktrination, Einsatz von bewusstseinsverändernden Methoden
  22. Gedanken- und Gefühlskontrolle: durch Erzeugung eines schlechten Gewissens und von Angst wird das Mitglied manipuliert; durch exzessives Praktizieren von Entspannungstechniken und Meditation werden Gedanken und Gefühle kontrollierbar und manchmal sogar ein “innerer Führer” eingeführt, der das eigene Gewissen ersetzt

 

 

Zusammenfassung

Jehovas Zeugen sind eine totalitäre und fundamentalistische Sekte. Der destruktive Glaube, den sie täglich ausleben, wird durch eine hierarchische Struktur, totalitären Dogmen, Bewusstseinskontrolle, durch Verhalten- und Gedankenmanipulation, Informationskontrolle sowie ein Gefängnis der eigenen Gefühle, ausgelebt. Sie folgen nicht Jesus Christus, oder gänzlich allein den Lehren der Heiligen Schrift, sondern folgen bedingungslos der leitenden Körperschaft, ihrer falschen Auslegung der Bibel, die als Sektenführer alles in ihrem Glaubenshaus bestimmen und reglementieren. Durch eine eigene Namensgebung, bauen sie eine geistige und psychische Umzäunung zu anderen Christen und Menschen auf, verwerfen deren Glauben, und sehen sich als einzig von Gott ausgewählt, und glauben irrigerweise dessen vorhergesagtes, ausgewähltes Volk zu sein. Damit haben sie sich – wie biblisch vorausgesagt – von dem wahren Urchristentum, sowie seinem Geist, abgespalten, und gehen auf Irrwegen, fälschlicherweise mit dem Glauben, die alleinige Wahrheit zu besitzen. Durch Propaganda, den Techniken der Bewusstseinskontrolle, und durch die Manipulation von Gedanken, Gefühlen und Handlungen, kam es bei Zeugen Jehovas zu einer kognitiven Dissonanz der natürlichen Identität. Die Doktrinen und die Aufforderung des völligen Gehorsams von menschlichen Führern sowie dessen Lehren, hat über die Jahre durch gezielter Bewusstseinskontrolle, zu einer verfälschten Identität geführt, sodass durch eine Identitätskrise, und durch die Auswirkung von Ausschluss oder des persönlichen Weggangs der Organisation, es zu schweren psychischen Erkrankungen kam oder sogar es zu Suizid bei einigen Jehovas Zeugen geführt hat. Sie tun alles, um Mitglieder zu fangen, zu binden und zu halten, den Individualismus des Menschen zu zerstören, völlig blind werden zulassen um nicht mehr durch gesunden Menschenverstand zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden zu können, sowie den Glauben fremdzusteuern und abhängig bis in den Tod zu machen. Die Wachtturm-Organisation erfüllt alle Merkmale einer totalitären Endzeit-Sekte, sie sind keine neuzeitliche Wiedereinführung des Urchristentums – so wie es immer von ihnen behauptet wird – sondern eine gefährliche und menschenverachtende Abspaltung von dem wahren Glauben, den Christus Jesus, als der Weg, die Wahrheit und das Leben, einst eingeführt hatte.