Psychische Erkrankungen: Die Folgen des familiären Kontaktverbotes

Jehovas Zeugen werben täglich auf der gesamten Welt, dass sie die „wahren Christen“ sind, die sich als einzige Religionsgemeinschaft an die genauen Maßstäbe der Heiligen Schrift orientieren würden. In Werbevideos und öffentlich auf der Straße, im Dienst von Haus zu Haus, oder einfach nur bei einem persönlichen Gespräch mit einem Zeugen Jehovas wird immer wieder versichert, dass Jehovas Zeugen glückliche Menschen sind, die die christlichen Werte in ihrem Leben ausleben. Nur sehr selten werden negative Gedanken zugegeben, geschweige denn zugelassen darüber zu reden, insbesondere bei Menschen, die noch keine Zeugen Jehovas sind.

Besonders auf den öffentlichen Kongressen werden aktiven Mitgliedern suggeriert die „Wahrheit“ allein zu haben. Zu lehren die alleinige „Wahrheit“ zu besitzen schließt automatisch ein, dass jeder Gedanke oder Lehre, die davon abweicht, nicht die Wahrheit sein kann, sogar eine manipulierte Falschdarstellung sein muss. Im Schussfeld dieser „falschen Informationen“ stehen alle Menschen, die abweichende Informationen äußern, die konträr zur aktuellen Lehre der Wachtturm-Gesellschaft steht: Regierungen, Universitäten, Schulen, Wissenschaftlern, Religionen, andere Christen und sogar getaufte und aktive Zeugen Jehovas.

Bleibe Jehova gegenüber loyal!

Der diesjährige Bezirkskongress der Zeugen Jehovas ist betitelt „Bleibe Jehova gegenüber loyal!“. Als Anbeter YHWH’s und Nachfolger Jesus Christus ist dieses Motto christlich. Jeder Diener Gottes wünscht es sich natürlich, gegenüber seinem Gott loyal zu bleiben, den er liebt, und für den er sich bei seiner Hingabe und Taufe untergeordnet hat. Das Kongress Motto ist offensichtlich ansprechend und trägt eine christliche Bezeichnung – einladend für alle, die aus der Bibel, den Heiligen Schriften, lernen wollen.

Doch betrachten wir worum es wieder, so wie auf jeden Kongress, eigentlich geht. Am Nachmittags-Programm finden wir die „theokratische Vortragsreihe“ mit den Titeln „Das hassen, was Jehova hasst“ und „Reuelose Missetäter meiden“.

Sowohl aktiven Zeugen Jehovas, die weiterhin in der Organisation tätig sind, als auch allen Anbetern YHWH’s und Nachfolgern Jesus Christus, die organisationsversklavte Zeugen Jehovas waren, wissen sofort, was in dieser Vortragsreihe besprochen wird: Ausgeschlossene und „Abtrünnige“ meiden, und sie zu hassen lernen!

In den Darbietungen zu diesem Thema wird deutlich darauf hingewiesen, dass „Jehova den Beweis für Eure Loyalität fordert“, zum Beispiel, wenn ein naher Angehöriger die Organisation verlässt, oder ein Zeuge Jehovas die Lehren der leitenden Körperschaft anhand des Wortes Gottes prüft, und feststellen muss, dass die „Wahrheit der Organisation“ nicht die wirklichen Lehren und Fußstapfen des Christus beinhalten.

Was nun? Bedingungslos auf Menschen vertrauen, oder selbst prüfen und YHWH treu bleiben? Fragen wir uns: Haben wir die Behauptungen dieses kommenden Kongresses schon einmal wirklich selbst überprüft? Braucht YHWH denn solchen fleischlichen Beweis, obwohl er in unsere Herzen lesen kann? Ist es nicht Gott, der sein Gesetz – und damit auch die natürlichen Gefühle – in das Herz gepflanzt hat?

Die Heiligen Schriften sagen ganz eindeutig:

Und es gibt keine Schöpfung, die vor seinen Augen nicht offenbar ist, sondern alle Dinge sind nackt und bloßgelegt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.(Hebräer 4:13)

[…] weil Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.(1. Johannes 3:20)

O Mensch, wer bist du denn in Wirklichkeit, dass du Gott widersprichst? Wird das Gebilde zu seinem Bildner sagen: „Warum hast du mich so gemacht?“ Was? Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen?(Römer 9:20, 21)

Alles auf der Welt ist schon seit langer Zeit vorherbestimmt, und auch das Schicksal jedes Menschen ist schon vor seiner Geburt festgelegt. Mit dem, der mächtiger ist als er, kann er nicht darüber streiten.(Prediger 6:10)

Für Gott sind alle Dinge offenbart, auch die Gefühle und Absichten in unserem Herz. Er kennt das Herz jedes Menschen. Außerdem hat er Gewalt über die Menschen, über ihren Werdegang, denn er hat aus der selben Masse ein Menschen für einen ehrenhaften und unehrenhaften Gebrauch gemacht, er hat ihr Schicksal festgelegt!

Wir finden an keiner Stelle der Schrift einen Verweis darauf, dass YHWH von Menschen verlangt, ein liebloses und widernatürliches Verhalten an den Tag zu legen. Ganz im Gegenteil! Deutlich ließ er aufschreiben:

Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.(1. Timotheus 5:8)

Jetzt stehen alle Zeugen Jehovas wirklich in einem Glaubenskonflikt. Einerseits wird auf den diesjährigen Kongress, so wie auch auf anderen Kongressen und Publikationen, verlangt, seine eigenen Kinder, seine Eltern „hassen zu lernen“, wenn sie ausgeschlossen wurden oder die Organisation verlassen haben, weil auch „Gott sie hassen“ würde, doch andererseits wollen wir uns auch dem biblischen Gebot nicht hinwegsetzen, dass wir, wenn wir unsere eigene Familie verleugnen und nicht für sie sorgen, schlimmer als ungläubige Menschen sind, ja sogar bewusst den einen und wahren Glauben verleugnen würden. Wer die Wahrheit verleugnet, der verleugnet auch Gott, Christus und die Schrift. Er macht sich damit selbst zu einem Anti-Christen!

Menschen gehorchen, oder Gott treu bleiben? Wie entscheiden wir uns, wie haben sich Jesus erste Jünger entschieden? Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29).

Für einen wahrheitsliebenden Menschen ist es demnach ganz eindeutig. Sobald Menschen, die wir als von Gott eingesetzt betrachten, von uns etwas verlangen, das wider Gottes Persönlichkeit, seinem Wort oder einfach der menschlichen Natur ist, dass Gott uns in unser Herz eingeschrieben hat, dann horchen wir auf, wir hören auf Gott mehr als auf Menschen und ihren Lehren!

Gott lässt uns eindringlich mitteilen:

Glaubt nicht jedem, der behauptet, dass er Gottes Geist hat. Prüft vielmehr genau, ob er wirklich von Gottes Geist erfüllt ist. Es hat in dieser Welt schon viele falsche Propheten gegeben.“ (1. Johannes 4:1)

Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist ein Freigelassener des Herrn, und wer als Freier berufen wurde, ist ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!“ (1. Korinther 7:22, 23)

Verflucht ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf den Menschen setzt; Es ist besser, Zuflucht zu YHWH zu nehmen, als auf Menschen zu vertrauen; Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Menschen, bei dem es keine Rettung gibt; Vertraut auf YHWH zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht. Ja, die Söhne des Erdenmenschen sind ein Dunst, die Menschensöhne sind eine Lüge.“ (Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3; 62:8, 9)

Als wahrheitsliebende Menschen und Nachfolger Jesus Christus müssen wir stehts prüfen, und dies erfordert eine kritische Betrachtungsweise von menschlichen Lehren und Interpretationen aus dem Worte Gottes, ob dies, was man von uns fordert, wirklich von Gottes Geist geleitet ist. Christen sind keine Sklaven von anderen Menschen, oder anderen Christen, die meinen, sie müssen sich als Führer und Lehrer aufstellen. Hören wir auf den Rat der Bibel, der eindeutig lehrt, dass wir nicht mehr die Sklaven von Menschen sind. Deshalb bleiben wir YHWH stets treu, gehorchen und folgen Menschen und ihre Interpretationen nicht blind!

Es ist mir zwar alles erlaubt, doch ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ (1. Korinther 6:12)

Ihr aber, lasst euch nicht Lehrer nennen, denn einer ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Auch lasst euch nicht Führer nennen, denn nur einer ist euer Führer, der Christus.“ (Matthäus 23:8, 10)

Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus [die leitende Köperschaft von Jehovas Zeugen und ihre Organisation] lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte.“ (Apostelgeschichte 17:11)

Was lehrt die Organisation über ausgeschlossene Zeugen Jehovas?

In den Publikationen von Jehovas Zeugen finden wir eine Vielzahl an Beweismaterial, dass Menschen, die ausgeschlossen wurden oder die Organisation freiwillig verlassen haben, isoliert, ausgegrenzt, gemieden und gehasst werden. Dies gilt nicht nur für Bekannte und Freunde, sondern auch für die eigenen Familienangehörigen!

Das heißt, dass loyale Christen keine religiöse Gemeinschaft mit jemandem haben, der aus der Versammlung ausgeschlossen wurde. […] Die früheren geistigen Bande sind völlig aufgelöst worden. Das trifft selbst auf seine Angehörigen zu, auch auf die im engsten Familienkreis.“ (Unser Königreichsdienst, 8/02, Seite 3, Absatz 3-7, „Christliche Loyalität bekunden, wenn ein Verwandter ausgeschlossen ist“)

Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen […] In seltenen Fällen könnten es gewisse Familienangelegenheiten zwar erfordern, dass man mit dem Ausgeschlossenen begrenzt Kontakt hat, doch sollte dieser auf ein Minimum beschränkt werden […] Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“ […] Aus Herzenstreue gegenüber Jehova und seiner Organisation wird er die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs nicht unterlaufen.“ (Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 209, „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“)

„Es ist also ganz natürlich, dass man sehr traurig ist, wenn sich ein Familienmitglied von Jehova abwendet. […] Der nahe Angehörige muss jetzt schon erkennen, dass man entschlossen Jehova über alles stellt – auch über die Familienbande. […] Suchen wir nicht nach Ausreden, um mit ausgeschlossenen Familienmitgliedern in Kontakt zu treten, beispielsweise über E-Mail.“ (Der Wachtturm, 15.01.2013, Seite 16)

Was aber, wenn wir mit jemand, der ausgeschlossen werden musste, verwandt oder eng befreundet sind? Dann steht jetzt unsere Treue auf dem Prüfstand, und zwar nicht gegenüber dieser Person, sondern gegenüber unserem Gott. Jehova schaut nun darauf, ob wir uns an sein Gebot halten, keinen Kontakt mehr mit jemandem zu haben, der ausgeschlossen ist.“ (Der Wachtturm, 15.04.2012)

Wie verhält es sich aber, wenn der Ausgeschlossene ein guter Freund oder ein naher Verwandter ist? Nehmen wir einmal an, bei dem Betreffenden handelt es sich um unseren Vater, unsere Mutter, unseren Sohn oder unsere Tochter. Respektieren wir trotzdem die Maßnahmen der Ältesten [keinen Umgang mehr zu haben]? Das mag zugegebenermaßen nicht leicht sein. Welch ein Mißbrauch unserer Freiheit wäre es allerdings, die Entscheidung der Ältesten in Frage zu ziehen und weiterhin geistige Gemeinschaft mit einer Person zu pflegen […] “ (2. Johannes 10, 11). (Der Wachtturm, 1.6.1992, Seite 18-19 „Die christliche Freiheit weise gebrauchen“)

Der Ausgeschlossene mag ein Verwandter oder ein guter Freund sein. Vielleicht hat er auch, seitdem er ausgeschlossen ist, gewisse Anzeichen von Reue gezeigt. Wäre es in diesem Falle richtig, für ihn zu beten? Ein Christ, der Jehova und seinen Vorkehrungen gegenüber loyal ist, würde es nicht tun.“ (Der Wachtturm, 15.09.1971, Seite 576 „Fragen von Lesern“)

Halten wir als wahre Diener YHWH’s, als wahre Nachfolger Jesus, einmal persönlich inne, und denken wir über die Worte nach, die uns die Heilige Schrift vermittelt, und wie sehr diese gesunde Lehre doch gegen das spricht, was uns die Wachtturm-Gesellschaft als „christlich“ vergolden will:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.(1. Korinther 13:13)

Angesichts des biblisches Sachverhalts stellt man sich die Frage: Wieso hat bei Jehovas Zeugen der Glaube und die Hoffnung eine gewichtigere Bedeutung als die Liebe, wenn doch die Liebe die größte Eigenschaft ist? Interessant dazu ist auch der Gedanke, den die Bibel warnend an alle Christen weitergibt, wenn sie eindringlich lehrt:

Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.(1. Timotheus 5:8)

Ehre deinen Vater und deine Mutter, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist. (Epheser 6:2)

Reizt eure Kinder nicht zum Zorn.(Epheser 6:4)

Wie soll ein Kind seine Mutter und sein Vater ehren, wenn ihm der Kontakt völlig untersagt ist? Wie soll ein Kind nicht traurig oder zornig darüber sein, wenn die Eltern jeglichen Kontakt ihren Kindern untersagen? Wie soll man für die Familie sorgen, sie lieben, wenn die Organisation lehrt, sie völlig zu meiden und isoliert allein dastehen zu lassen? Es ist das Natürlichste in der Natur, dass auch Gott allen Lebewesen, insbesondere den Menschen, ins Herz geschrieben hat, dass sie soziale Kontakte, gerade in der eigenen Familie, suchen, finden, aufbauen und auch dauerhaft halten. Doch dadurch, dass Jehovas Zeugen eine Führerschaft über sich erwählt haben, und ihren Menschengeboten folgen, sie keinen Umgang mehr haben mit den ihrigen, die ausgeschlossen wurden, haben sie durch die völlige Isolation tatsächlich ihren gesamten christlichen Glauben verleugnet und sind in Gottes Augen schlimmer als ungläubige Menschen! Wie passend doch die Aussagen aus Moses und Jesaja sind, wenn sie sagen: „Sie haben ihrerseits verderblich gehandelt; Sie sind nicht seine [YHWH’s] Kinder, ihre eigene Fehlerhaftigkeit ist es, eine verkehrte und verdrehte Generation; Wehe der sündigen Nation, dem mit Vergehung schwerbeladenen Volk, einer Saat von Übeltätern, verderblich handelnden Söhnen! Sie haben YHWH verlassen, sie haben den Heiligen Israels respektlos behandelt, sie haben sich rückwärts gewandt.(5. Mose 32:5; Jesaja 1:4)

Was lehrt die Wachtturm-Organisation zu sogenannten „Abtrünnigen“?

„Das Gesetz des Landes und das durch Christus kommende Gesetz Gottes verbieten es uns, Abtrünnige zu töten, selbst wenn es eigene Familienangehörige nach dem Fleische wären. Indes verlangt Gottes Gesetz von uns, dass wir die Tatsache, dass ihnen die Gemeinschaft seiner Versammlung entzogen wurde, anerkennen. Dies sollte geschehen ungeachtet des Umstandes, dass das Gesetz des Landes, in dem wir leben, von uns fordert, zufolge einer gewissen natürlichen Verpflichtung mit solch Abtrünnigen unter demselben Dache zu wohnen und Umgang mit ihnen zu haben. […] Der Irrende wird zwar nicht getötet, doch sein Gemeinschaftsentzug wird von allen in der Versammlung respektiert.“ (Der Wachtturm, 15. Januar 1953, Seite 63; siehe 1963)

Zu Abtrünnigen sollten wir so eingestellt sein wie David, der erklärte: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Psalm 139:21, 22). Abtrünnige machen heute gemeinsame Sache mit dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“, der Geistlichkeit der Christenheit (2. Thessalonicher 2:3). Als loyale Zeugen Jehovas haben wir daher absolut nichts mit ihnen gemein.“ (Der Wachtturm, 17.07.1992)

Um zu hassen, was böse ist, muss ein Christ [den Abtrünnigen] hassen.“ (The Watchtower, 15. Juli 1961, Seite 420)

Weißt du aber auch, wie man haßt? Diese harten Worte bringen den gottgefälligen Haß zum Ausdruck, den auch du empfinden mußt, wenn du Gott gefallen möchtest. Haß ruft in uns Abscheu hervor. Etwas, was man haßt, ist einem zuwider, man ekelt sich davor, man kann es nicht ausstehen. [Folgender Satz ist nur in der englischen Watchtower-Ausgabe enthalten:] […] Man hasst ausgeschlossene Zeugen Jehovas in dem Sinne, wie man Gift oder einer giftigen Schlange aus dem Weg geht. (Der Wachtturm, 15.01.1975, Seite 442)

Was wollen sie bewirken?… Sie sind wie „raubgierige Wölfe“ — darauf aus, die zutraulichen „Schafe“ in der Versammlung zu verschlingen, ihren Glauben zu zerstören und sie von der Wahrheit wegzulocken. […] Wie gehen falsche Lehrer vor? Auf sehr hinterlistige Weise. Abtrünnige schleusen „unauffällig“ schädliches Gedankengut ein, „schmuggeln“ ihre verkehrten Ansichten also heimlich, still und leise in die Versammlung. Und wie Betrüger, die mit geschickt gefälschten Dokumenten arbeiten, so versuchen Abtrünnige, anderen „verfälschte Worte“, also irreführende Argumente, unterzuschieben, um ihnen ihre verkehrten Ansichten als „echt“ zu verkaufen. Sie verbreiten „trügerische Lehren“ und „verdrehen“ die Schriften zu ihren Gunsten. Abtrünnige haben nicht das geringste Interesse daran, dass es uns gut geht. Ihnen zu folgen würde uns nur vom Weg zum ewigen Leben abbringen. […] Über Abtrünnige sagt die Bibel, dass sie „geistig krank“ sind und andere mit ihrem treulosen Gedankengut infizieren wollen.“ (Der Wachtturm, 15.07.2011, „Wirst du auf Jehovas deutliche Warnungen hören?“)

Was lehrt die Bibel eindeutig über das Hassen?

Wer […] hasst, lebt in der Finsternis. Er tappt im Dunkeln umher und weiß nicht, wohin er geht; die Finsternis hat ihn blind gemacht.(1. Johannes 2:11)

Zeugen Jehovas verlangen öffentlich auf ihrer offiziellen Seite religiöse Toleranz, ebenfalls sagen sie von sich aus mit allen Menschen Frieden zu halten. So verzerren sie die Realität, denn oftmals sind es nicht Menschen, die nicht den gleichen Glauben teilen und intolerant gegenüber ihnen sind, sondern es sind vielmehr die falsch angewandten Lehren aus der Bibel, der völlige Entzug des sozialen Kontaktes von Jehovas Zeugen, der absolut Intolerant die Menschen behandelt. Auch wenn sich ein Diener YHWH’s, ein Nachfolger Jesus Christus, sich aus biblischen Gründen von der Religionsgemeinschaft distanziert, hat dieser nicht mehr – nach eigenen Zitaten aus den Publikationen – mit Toleranz und Liebe seitens Jehovas Zeugen zu rechnen. Selbst die eigenen Familienangehörige dürfen mit so einem Menschen nicht in Kontakt treten; andernfalls würden diese die Loyalität gegenüber der Organisation mit Füßen treten und müssten mit Konsequenzen seitens einer eventuellen Exkommunikation, d.h. einem Komitee und ggf. Ausschluss, rechnen. Dabei geht es jedoch nicht um die Berücksichtigung des biblischen Sachverhalts aus 1. Korinther 5:11, sondern richtet sich an alle Diener YHWH’s, die mit einer Lehre der Religionsgemeinschaft nicht konform gehen – dabei ist es gleich, ob diese falsche Lehre die die Glaubensgemeinschaft vertritt durch „Wahrheitssucher“ und der Bibel offen dargelegt und richtig gestellt werden kann. Diener YHWH’s, die aus biblisch geschultem Gewissen richtig gehandelt haben, und der Aufforderung Jesus nachgekommen sind, kein Teil von Babylon mehr zu sein, werden vollständig von der Familie sozial isoliert. Doch Angesichts der Tatsachen und des falsch angewandten, biblischen Sachverhalts, und entgegengesetzt den Lehren Jesus Christus, sehen sich Jehovas Zeugen immer noch als die wahren Nachfolger an. Wie kann das möglich sein? Könnte man sich denn vorstellen, dass auch Jesus so gehandelt hätte? Wie kann man von Menschen verlangen, die eigene Familie zu hassen?

Detaillierte Informationen beinhaltet das Thema: 
Kontaktverbot und Isolation – die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Was Jesus Christus lehrte

Die menschenverachtende und sogar totbringende Behandlung, die Jehovas Zeugen ihren eigenen Mitgliedern abverlangen, müssen wir als menschenfeindlich und antichristlich beurteilen. Dies wird insbesondere jedem aufrichtigen Menschen deutlich, wenn er sich mit den Aussagen des Sohnes Gottes, Jesus Christus, beschäftigt. Was lehrte der Messias selbst?

Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.(Matthäus 5:44-48)

Jesus Christus lehrte ganz eindeutig, dass wir die Liebe des Vaters auch in unserem Leben widerspiegeln sollen. Gott macht keine Unterschiede zwischen einem guten oder schlechten Menschen. Er macht keine Unterschiede zwischen einem gerechten oder ungerechten Menschen. Und damit sollte eine Tatsache ganz eindeutig sein: Gott macht keinen Unterschied zwischen einem Zeugen Jehovas und zwischen einem Ausgeschlossenen oder einen ehemaligen Zeugen Jehovas, der aus biblisch geschultem Gewissen, die Organisation verlassen hat!

Wenn beispielsweise drei Älteste in einem sogenannten „Rechtskomitee“ sich über Gott stellen, und meinen, sie dürften anhand von Sünde einen Menschen richten, verwerfen sie ganz eindeutig die Gedanken aus Gottes Wort, dass wir aufhören sollen einander zu verurteilen und zu richten (Matthäus 7:1, 2), da dies Gott allein, durch seinen Sohn, zusteht. Ganz bewusst vergessen sie aber auch einen ganz anderen Punkt: Alle Menschen sind Sünder, doch auch ihnen, als Älteste und Zeugen Jehovas, wurde stets seitens Gottes vergeben, weil sie an das Opfer Christi glauben. Kein Mensch wird mehr verurteilt werden!

Daher gibt es für die, welche mit Christus Jesus in Gemeinschaft sind, keine Verurteilung. Denn das Gesetz des Geistes, der in Gemeinschaft mit Christus Jesus Leben gibt, hat dich von dem Gesetz der Sünde und des Todes frei gemacht. “ (Römer 8:1, 2)

 

Warum diese menschenverachtende und sogar todbringende Lehre?

Zu oft verirren sich Menschen in ihren Glaubensüberzeugungen. Endlose Debatten werden auch bereits darüber geführt, warum die leitende Körperschaft solche menschenverachtende und todbringende Lehre fordert. Aufrichtige Zeugen Jehovas kennen jedoch die Antwort: Die Organisation will versuchen, alle Menschen aus der Religionsgemeinschaft zu isolieren, die nicht das Gedankengut von unvollkommenen Menschen bedingungslos folgen, damit aktive Mitglieder niemals wichtige Informationen bekommen, um zwischen wahrer Lehre und den Lehren der Organisation unterscheiden zu können. Nur so ist es möglich, eine weltweite Organisation, geführt von der leitenden Körperschaft, am Leben zu erhalten. Nur so ist es möglich, Millionen von Menschen Gesetze und Vorschriften zu erlassen, Spendengelder einzufordern, und die Macht und Kontrolle jedes Einzelnen an die Führung zu überschreiben.

Haben wir uns schon einmal gefragt, ob wir den Willen YHWH’s, den Geboten Christi, dem Weg der Wahrheit wirklich folgen oder vielleicht doch einer menschlichen Organisation, der es sehr daran gelegen ist, keine Zweifler in ihren Reihen zu dulden, damit sie unbehelligt ihre Forderungen nach Gehorsam, Demut und „ganzherzigen“ Einsatz durchsetzen kann?

Auch auf dem diesjährigen Kongress wird man ein Video sehen, das sehr gefühlvoll auf die Tränendrüsen drückt und das Leid beschreibt, welches entsteht, wenn jemand aus der Familie eigene Wege geht. Müssen wir dieses Leid wirklich unterstützen? Wieso trifft es auf die Mitglieder der Wachtturm-Gesellschaft nicht zu, dass sie Söhne der Freiheit sind? Wieso können Menschen von den Nationen, die angeblich alle unter der Macht Satans stehen, einander mit Liebe und Respekt begegnen, auch wenn sie völlig unterschiedlicher Meinung sind? Sollten die Anhänger der „Wahrheit“ darin nicht eher Vorbilder sein?

Wer seine Familienangehörigen wegen unterschiedlicher, religiöser Ansichten verstößt, lebt nicht den Willen Gottes, der den Menschen mit einem freien Willen geschaffen hat und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt. Wenn Jehovas Zeugen nicht noch mehr Tränen und Leid in die Welt bringen wollen, dann appelliere jeder wahre Christ an euren gesunden Menschenverstand, an euer ungeschultes, echtes Gewissen und an eure natürliche Liebe. Hört auf mit der Zerstörung von Freundschaften und Familien, denn dies war niemals Gottes Wille! Bekennt euch zur Freiheit des Gewissens, des Bekenntnisses und der Freiheit der Meinung. In aufrichtigem Bekenntnis zur internationalen Humanität sind wir, auch als Christen, stets gefordert!

Doch was geschieht mit den Menschen, die ausgeschlossen worden sind, die sämtliche Kontakte verloren haben, die sogar von den eigenen Familienangehörigen weggestoßen wurden, weil es die Wachtturm-Organisation so verlangt hat? Haben wir jemals daran gedacht, wie es ihnen ganz alleine ergeht? Haben wir jemals daran gedacht, was für grausame Folgen ein völliger Kontaktabbruch bewirkt?

Eine Lehre gegen die Würde des Menschen: Die psychischen Folgen

Einige ehemalige Mitglieder wurden psychisch krank, haben viele Begleiterscheinungen durch die Isolation zu spüren bekommen, wodurch es zunehmends zu einer Verschlechterung der physischen und psychischen Gesundheit kam. Diejenigen, die sich nicht rechtzeitig professionelle Hilfe gesucht haben, wurden so krank, dass einige von ihnen Suizid begangen. Andere wiederum leben mit den Konsequenzen, haben aber täglich mit deren Folgen zu leben, selbst durch die Hilfe von Ärzten und dem Aufbau eines neuen Freundschaftskreises ohne den Familienangehörigen.

Um dies besser nachvollziehen zu können, müssen wir uns mit den Fakten und ärztlichen Gutachten zwingendermaßen auseinander setzen, die konkret die Leiden in Worte fassen, sowie die grausamen Folgen des völligen Kontaktabbruchs. Dies wird auch einem aktiven Zeugen Jehovas besser zu verstehen helfen, welche Auswirkungen sein Handeln einträgt, wenn er bedingungslos den Lehren der Wachtturm-Organisation folgt.

*[Anmerkung] Das folgende Originaldokument wurde von einem ehemaligen Zeugen Jehovas zur Verfügung gestellt. Die identifizierenden Informationen wurden geschwärzt, damit die Anonymität des Geschädigten gewährleistet wird.

Ein Fachärztliches Attest, dass die Leiden in Worte fasst 

Diagnosen:

1. Posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10: F 43.1)
2. Zwangsstörung (ICD 10: F 42.0)
3. Rez. depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD 10: F 33.1)
4. Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD 10: F 62.0) 

 

Vorgeschichte:
Herr XXX hat als Mitglied der Zeugen Jehovas bereits seit seiner Kindheit über viele Jahre hinweg schwerste traumatische Erfahrungen machen müssen, insbesondere in seiner Familie. Seine Mutter habe damals mind. 1 – 2 Suizidversuche pro Monat gemacht, was der Pat. häufig unmittelbar miterlebt habe.

Er sei bereits vor XXX Jahren aufgrund einer schweren Depression stationär-psychiatrisch im XXX behandelt worden, damals aufgrund von impulshaften Suizidgedanken. Durch seinen Austritt von den Zeugen Jehovas vor XXX Jahren kam es zu einem völligen Abbruch sämtlicher bestehender sozialer Kontakte. Der Pat. musste sich ein völlig neues Leben aufbauen. Im Verlauf kam es zu einer kontinuierlichen Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit der Entwicklung von sozialen Ängsten, Depressionen, Schlafstörungen mit Albträumen, Antriebsminderung, Stimmenhören, Zwangsgedanken sowie auch immer wieder lebensmüden Gedanken. Seit Mai 2015 fand eine ambulante Psychotherapie bei Herrn Dipl.-Psych. XXX in XXX statt. Der Pat. ist seither auch krankgeschrieben. Seit 25.09.15 befindet er sich in meiner ambulanten fachärztlichen Behandlung. Es wurden seither verschiedene medikamentöse Behandlungsversuche durchgeführt, bislang jedoch ohne ausreichenden Erfolg. Immer wieder kommt es auch zum Auftreten körperlicher Beschwerden wie Migräne, Schwindel und Magen-Darm-Störungen. Es besteht zudem ein schwerer Tinnitus rechtsseitig. […]

[…] Psychopathologischer Untersuchungsbefund (zuletzt 22.04.16):  
Allseits orientiert, Konzentration vermindert, Auffassung und Gedächtnis o.B. Antrieb aktuell eher gesteigert, Psychomotorik unauffällig. Affektiv gedrückte Stimmungslage, Ängste. Gefühl der inneren Leere. Formaler Gedankengang geordnet bei Grübelneigung. Psychovegetativ lnsomnie in Form von Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume, wechselhafter Appetit. Es werden regelmäßige Flashbacks berichtete. Der Pat. gibt zudem immer wieder „paranormale Erlebnisse“ sowie Stimmenhören an. Ich-Störungen sind fraglich vorhanden. Es bestehen Zwangsgedanken. Kein Anhalt für akute Suizidalität. 

Beurteilung:
In der Gesamtschau der Befunde besteht bei dem Pat. ein komplexes psychisches Störungsbild, welches sich durch bisherige medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsversuche nicht ausreichend bessern ließ. Zur Schlafförderung wurde jetzt XXX mg täglich angesetzt. Die Fortführung der ambulanten Psychotherapie wurde empfohlen. Aufgrund der Schwere der Symptomatik ist der Pat. aktuell und bis auf weiteres nicht arbeitsfähig. 
 

Mit freundlichen Grüßen  

Dr. med. XXX
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie“

Wussten Zeugen Jehovas, was sie ihren Familienangehörigen antun, wenn sie den Lehren der leitenden Körperschaft folgen? Um das fachärztliche Attest noch besser verstehen zu können, sollten sich diese mit den Diagnosen unbedingt auseinander setzen. Dieses Attest ist ein Original und soll nur als ein Muster herhalten, für viele andere Menschen, die ähnliches erfahren. Es gibt noch viele weitere Formen der psychischen Folgen und Begleiterscheinung durch die Isolation der eigenen Familie und den Lehren von der Wachtturm-Gesellschaft. Wenn wir wissen und verstehen lernen, was sich hinter den einzelnen Diagnosen verbirgt, können wir auch etwas besser verstehen, welchen Leidensweg ehemalige Mitglieder von Jehovas Zeugen, denen das soziale Umfeld vollständig genommen wurde, erleiden müssen.

Posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10: F 43.1)

Die Posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10: F 43.1) entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.

 

 

Zwangsstörung (ICD 10: F 42.0)

Die wesentliche Kennzeichen einer Zwangsstörung (ICD 10: F 42.0) sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich. Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.

 

Rez. depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode (ICD 10: F 33.1)

Bei einer depressive Störung handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden (F32.-) charakterisiert ist. In der Anamnese finden sich dabei keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie). Kurze Episoden von leicht gehobener Stimmung und Überaktivität (Hypomanie) können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode, manchmal durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt, aufgetreten sein. Die schwereren Formen der rezidivierenden depressiven Störung (F33.2 und .3) haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Die erste Episode kann in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium auftreten, der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das Risiko, dass ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, wird niemals vollständig aufgehoben, gleichgültig, wie viele depressive Episoden aufgetreten sind. Bei Auftreten einer manischen Episode ist die Diagnose in bipolare affektive Störung zu ändern (F31.-). Rez. depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode (ICD 10: F 33.1) ist eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode mittelgradig ist (siehe F32.1), ohne Manie in der Anamnese.

 

Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD 10: F 62.0)

Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes folgen. Die Belastung muss extrem sein, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muss. Die Störung ist durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein. Eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD 10: F 62.0) tritt auf bei einer andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus, einer andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr, Folter, Katastrophen, Sekten oder Konzentrationslagererfahrungen.

 

 

Hat Gott dies wirklich alles gewollt?

Leider wissen aktive Jehovas Zeugen nicht, was mit Familienangehörigen geschieht, die durch einen Ausschluss von der Gemeinschaft isoliert worden sind, oder die selbst die Gemeinschaft verlassen haben, und so nun auf Kontakte, Freundschaften und der eigenen Familie verzichten müssen. Aber wie können sie es auch? Schließlich wird ihnen verboten über Internet, durch E-Mail, telefonisch oder einfach schriftlich, per Brief, mit ihnen in Kontakt zu treten! Ja, selbst für sie zu beten, wurde in den Publikationen der Zeugen Jehovas untersagt! Eine grausame Lehre, die selbst in den schlimmsten Sekten so nicht vorzufinden ist! Sollte ein Christ sich wirklich gegen Gott versündigt haben, dann benötigt dieser Hilfe, Beistand, Schutz und Liebe; keine Verurteilung mit einer öffentlichen Diskriminierung und durch Ausschluss einen völligen Abbruch der sozialen Kontakte, sowie die totale Isolation der Familienangehörigen. Das Verhalten, dass Jehovas Zeugen an den Tag legen, ist widernatürlich, pervers, anti-christlich, menschenfeindlich und krank!

Doch der Wachtturm-Organisation ist es völlig egal, ob die Lehren, die sie vertreten, vernünftig erscheinen oder nicht. Auch die Folgen dieser Lehren interessiert sie nicht. So können wir in den Publikationen von Jehovas Zeugen selbst nachlesen:

Die lebensrettenden Anweisungen, die sie [Zeugen Jehovas] dann von Jehovas Organisation erhalten, mögen vom menschlichen Standpunkt aus unpraktisch erscheinen. Wir alle müssen bereit sein, jede Anweisung zu befolgen, ob sie nun vom strategischen oder menschlichen Standpunkt aus vernünftig erscheint oder nicht!(Der Wachtturm, 15.11.2013) 

Wie Christus eindeutig sagte, macht Gott keine Unterschiede zwischen einem Gerechten und Ungerechten. Gott ist Liebe, weshalb es ihm auch fern liegt, dass Familien zerstört werden, und dass die Betroffenen physisch und psychisch leiden müssen. Ihm liegt es ebenfalls fern daran, Menschen auszustoßen und sie so sehr leiden zu lassen, dass sie Suizid begehen. Wie kann jedoch eine menschliche Organisation, die vorgibt, YHWH’s Willen zutun, solche menschlichen Gesetze erlassen, und aktive Mitglieder dazu zwingen, so zu handeln? Wer hat ein Interesse daran, christliche Familien, die vorher in Harmonie gelebt haben, zu vernichten? Wer hat ein Interesse daran, Christen zu quälen und sie zum Suizid zu führen? Ist es YHWH, der Vater, ist es der Sohn Gottes, Jesus Christus, oder ist es nicht vielmehr einzig und allein Satan der Teufel, der Widersacher Gottes und Christenhasser? Es ist Blasphemie in seiner reinsten Form, öffentlich und vor Tausenden von Zeugen Jehovas zu behaupten, dass diese „Zuchtmaßnahmen von Jehova ein Ausdruck seiner unendlichen Liebe“ wären.

Jeder vernunftbegabte Zeuge Jehovas, der sich nicht ausschließlich manipulativ und sukzessive fremdsteuern lässt, wird anerkennen müssen, dass die Aufforderungen der Wachtturm-Organisation die Menschenrechte mit Füßen tritt, die falsche Interpretation aus dem Worte Gottes Menschenleben vernichtet, die Familie zerstört, Freundschaften untersagt und liebevolle Menschen in schwere psychische Erkrankungen stürzt, die leider bei so vielen bereits bis zum Selbstmord führten. Jeder Zeuge Jehovas ist aufgefordert dem Beispiel Jesus Christus zu folgen, und aktive Friedensstifter zu werden. Wo fangen wir an, wenn nicht bei unseren eigenen Kindern, bei unseren eigenen Eltern? Wo fangen wir an, wenn nicht bei unseren Freunden und den Menschen, die wir aufrichtig lieben?

Tausende von ehemaligen Zeugen Jehovas, die in einer menschlichen Organisation über viele Jahre versklavt waren, sind bereits zur Besinnung gekommen, führen wieder ein glückliches Familienleben, weil sie sich für die gesunde Lehre des Wortes Gottes entschieden haben! Sie haben sich für die Menschlichkeit entschieden, die Gott ihnen ins Herz gelegt hat!

Alles daher, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das GESETZ und die PROPHETEN bedeuten; Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.(Matthäus 7:12; 1. Korinther 13:13)

Wenn ich in allen Sprachen der Welt, ja, mit Engelszungen reden kann, […] wenn ich in Gottes Auftrag prophetisch reden kann, alle Geheimnisse Gottes weiß, seine Gedanken erkennen kann und einen Glauben habe, der Berge versetzt, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nichts. Selbst wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenke und für meinen Glauben das Leben opfere, aber ich habe keine Liebe, dann nützt es mir gar nichts; wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.(1. Korinther 13:1-3; 1. Johannes 4:8)