Die Wachtturm-Gesellschaft (WTG) und die Vereinten Nationen (UNO)

Jeder, der Jehovas Zeugen kennt, verbindet mit ihnen oftmals gute Eigenschaften wie Ehrlichkeit, da diese bemüht sind, sich an biblische Maßstäbe zu halten. Sie versuchen ebenfalls die beschriebene Frucht des Geistes aus der Bibel täglich in ihrem Leben anzuwenden, die aus einzelnen Facetten besteht: Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung. (Galater 5:22-23)

Deshalb sind sie bemüht die Fleischesfrucht, die aus der Sünde entstand, und zu den Begierden der Welt gehören, zu meiden und dagegen täglich anzukämpfen: Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge. (Galater 5:19-21)

Wenn jeder Mensch auch Fehler macht, niemand vollkommen ist, so würde man dennoch erwarten, besonders bei Zeugen Jehovas, dass diese von Lüge und Betrug Abstand nehmen, und gerade der „treue und verständige Sklave“, darin fungierend ein Gremium als leitende Körperschaft, Gottes Maßstab treu umsetzen. Sie wissen, dass Lügen und Intrigen vom Teufel stammen, der als „Vater der Lüge“ identifiziert wird (Johannes 8:44).

Christus lehrte öffentlich, dass sein Königreich kein Teil dieser Welt sei und dass ebenfalls seine wahren Nachfolger sich sittlich und theokratisch getrennt von ihr halten müssen (Johannes 15:17-19; 18:36). Deshalb sind Jehovas Zeugen immer stolz darauf gewesen, dem biblischen Gebot nachgekommen zu sein, und gerade in politischen Fragen sich neutral verhalten zu haben.

Oft wurde von der Organisation darauf hingewiesen, das gerade die Offenbarung deutlich zeigt, dass wahre Christen keine Beziehung zu dem symbolischen „scharlachfarbenen wilden Tier“, den politischen Systemen dieser Welt, aufbauen oder pflegen. Welches Vertrauen verdient die WTG, die seit Jahrzehnten verkündet, die Vereinten Nationen wären die Erfüllung des verabscheuenswürdigen „scharlachfarbenen wilden Tieres“ aus der Offenbarung, und gleichzeitig innige Beziehungen zur UNO pflegt, um dessen Vorteile vollstens auszukosten?

Jehovas Zeugen, der einzelne Gläubige, fühlt sich hintergangen, verraten, belogen und ausgenutzt, wenn dieser zum ersten Mal von der Verbindung zur UNO erfährt, da ihm beigebracht wurde, dass sie ein Werkzeug des Teufels ist, ein Feind Gottes. Es ist schmerzhaft dann zu erfahren, dass Männer, denen man Treue, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit zugeschrieben hat, einem wichtige Informationen verschwiegen und gar über Jahre belogen haben.

Oftmals wird dieses Thema gerne unter den Tisch gekehrt, als eine Lüge abgestempelt, oder gar der Abtrünnigkeit beschuldigt, wenn ein Zeuge Jehovas die Wahrheit darüber sagt oder diskrete Fragen dazu stellt. Ruft ein Zeuge Jehovas bei der Zentrale der WTG in Brooklyn oder einer der zahlreichen Bethelheime in aller Welt an, um nachzufragen, ob die Wachtturm-Gesellschaft tatsächlich jahrelang Mitglied bei der UNO war, bekommt er immer dieselbe Vorgehensweise eines Lügengebildes aufgebunden: Abtrünnige Menschen, die vom Teufel angestachelt wären, hätten diese Nachricht verbreitet – eine gern angewandte Methode, um kritische Fragen zu unterbinden, Informationen und Wahrheiten unglaubwürdig erscheinen zu lassen, gar als Lügen hinzustellen, denen man nicht weiter nachgehen muss! Am 8. Oktober 2001 berichtete die britische Tageszeitung The Guardian, dass die Watchtower Bible and Tract Society of New York Inc. seit mehr als zehn Jahren als nichtstaatliche Organisation (NGO) für das Thema Menschenrechte mit den Vereinten Nationen verbunden ist. Am 9. Oktober 2001 beendete die Wachtturm-Gesellschaft eilig ihren assoziierten Status und gab – nach einer Flut von Anfragen von Zeugen Jehovas und unterschiedlichen Antworten verschiedener Zweigbüros – am 1. November 2001 in einem Brief an alle Zweigkomitees und am 28. Januar 2002 in einem Brief an alle Ältestenschaften die folgende Erklärung:

Im Jahr 1991 haben wir uns beim DPI (UN-Department of Public Information) als NGO registrieren lassen, um in den Bibliothekseinrichtungen der Vereinten Nationen zu sozialen und wirtschaftlichen Problemen, sowie zum Thema Gesundheit Nachforschungen anstellen zu können. Die Bibliothek ist schon vor 1992 viele Jahre lang von uns genutzt worden, doch in diesem Jahr wurde es erforderlich, sich als NGO registrieren zu lassen, um weiterhin Zugang zu der Bibliothek zu haben. Der Registrierungsantrag, so wie er eingereicht wurde und bei uns in den Akten vorliegt, enthielt keine Aussage, die zu unserem christlichen Glauben im Widerspruch wäre. Außerdem werden NGOs von den Vereinten Nationen dahingehend informiert, dass “die Assoziierung mit DPI … weder [bedeutet], dass die NGO Teil des Systems der Vereinten Nationen wird, noch, dass sie und ihre Mitarbeiter irgendwelche Vorrechte, Immunitäten oder speziellen Rechte haben.

Dennoch erhalten die Kriterien für die Assoziierung als NGO – zumindest in ihr jüngsten Version – Formulierungen, denen wir uns nicht anschließen konnten. Als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, haben wir unsere Registrierung sofort zurück gezogen. Wir haben es sehr geschätzt, dass wir über diesen Sachverhalt unterrichtet worden sind.

Es ist interessant zu wissen, dass nach Beendigung der Verbindung zu den Vereinten Nationen, man es nicht für wichtig gehalten hat, eine offizielle Stellungnahme in den einzelnen Versammlungen zu geben. Nur die Ältesten bekamen einen Brief, der aber auch keine genauen Informationen erhielt, sondern eher fadenscheinige Begründungen, warum man eine Beziehung ausgerechnet zu der Organisation pflegte, die man Jahre zuvor in den eigenen Publikationen als Teufelswerkzeug verdammt hatte und Kirchen verurteilte, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Nur wenige Zeugen Jehovas erhielten Informationen darüber, haben heute genaue Kenntnisse bzgl. der Thematik. Die, die nicht einen Ältesten in der Familie oder Freundeskreis hatten, der sie aufklärte, sind, sofern sie sich nicht im Internet selbst informiert haben, unwissend und ahnungslos.

Wie kam es zur Aufdeckung dieser Verbindung, wie reagierte die WTG?

Die Manipulation des Themas, sowie die negative Beeinflussung im Unterbewusstsein, begann damit, dass man die Wahrheit darüber als Falschmeldung von Abtrünnigen darstellte. So wird heute noch, von linientreuen Anhängern argumentiert, dass sie auf diese Thematik nicht weiter eingehen müssen, da dies nur die böse Lüge eines Menschen sei, der vom Teufel dazu gebraucht worden wäre, die „Organisation Gottes“ schlecht zu machen. Die jedoch, die solche Dinge behaupten und oberflächlich abwiegeln, wissen nicht, wie es dazu kam: Ein bis dato noch überzeugter Zeuge Jehovas, recherchierte den Begriff „Watchtower Bible- and Tract Society“ und erhielt eine Liste der Vereinten Nationen, wo die WTG als sogenannte Nichtregierungsorganisation (NRO) bzw. NGO (engl. Non-Governmental Organization) eingetragen war. Nach dem weitere Nachforschungen betrieben wurden, worum es sich dabei wirklich handelt, berichtete er in einem amerikanischen Diskussionsforum über seine Entdeckung und trat damit einen weltweiten Skandal los, wie es ihn noch nie zuvor in der Geschichte der Jehovas Zeugen gab.

Die Stellungnahme der WTG, dass es sich beim Antrag als nichtstaatliche Organisation (NGO) der UNO aufgenommen zu werden, einfach um den Zugang zur Bibliothek handelt, kann deutlich als einen Vorwand und bloße Schutzbehauptung bewertet werden. Wieso kann man dies behaupten? Der Zugang zur Bibliothek der Vereinten Nationen war noch nie auf nichtstaatliche Organisationen beschränkt. Beispielsweise ist auch so die Bibliothek in Bonn für alle zugänglich!

So behauptete die WTG weiter, dass der Antrag zur Registrierung als NGO keine Aussage enthielt, “die zu unserem christlichen Glauben im Widerspruch wäre” – eine glatte Lüge! In unzähligen Publikationen wurde darauf hingewiesen, dass jede Verbindung zum „scharlachfarbenen wilden Tier“ eine Feindschaft mit Gott setzen würde. Da wahre Christen neutral sind in politischen Angelegenheiten, würde ein echter Nachfolger Christus sich stets bemühen, kein Teil der Welt zu sein, noch aus vorteilbringenden Gründen ihre Position zu den eigenen Gunsten ausnutzen!

Was lehrt die Wachtturm-Gesellschaft selbst über die UNO?

Ein zweihörniges wildes Tier (die anglo-amerikanische Weltmacht) tritt in Erscheinung, und es macht diesem politischen Monstrum ein „Bild“, das heute als die Vereinten Nationen bekannt ist. Viele werden gezwungen, das wilde Tier anzubeten und sein „Kennzeichen“ anzunehmen, indem sie Dinge auf seine Weise tun und ihr Leben von ihm beherrschen lassen. Jehovas Zeugen weisen dagegen unerschrocken das dämonische Kennzeichen des wilden Tieres zurück.“ (Wachtturm, 1. Mai 1991, Seite 22)

Die ganze Tendenz des Völkerbundes zielt darauf hin, das Volk von Gott und von Christus wegzuwenden, und deshalb ist er ein verwüstendes Ding, das Produkt Satans und ein Greuel in den Augen Gottes.“ Somit erschien „das abscheuliche Ding“ im Jahr 1919. Im Laufe der Zeit wich der Völkerbund den Vereinten Nationen. Jehovas Zeugen haben schon früh aufgedeckt, daß jene von Menschen geschaffenen Friedensorganisationen in Gottes Augen abscheulich sind. (Wachtturm, 01.05.1999, Seite 15, Absatz 8)

Die Namen der Gründer und Bewunderer der UNO sind nicht auf Gottes Buchrolle des Lebens geschrieben worden. Wie könnten sündige, sterbliche Menschen – von denen viele Gottes Namen verhöhnen – durch die UNO das erreichen, was Jehova Gott nach seinen Worten in Kürze vollbringen wird, und zwar nicht durch menschliche Mittel, sondern durch das Königreich seines Christus? (Daniel 7:27; Offenbarung 11:15). Die UNO ist in Wirklichkeit eine lästerliche Nachahmung des messianischen Königreiches Gottes unter seinem Friedefürsten, Jesus Christus, für dessen fürstliche Herrschaft es kein Ende geben wird (Jesaja 9:6, 7).“ (Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!, Seite 248)

Die Vereinten Nationen sind in Wirklichkeit eine Weltverschwörung gegen Gott und gegen seine ihm ergebenen Zeugen auf der Erde. Es handelt sich tatsächlich um eine Verschwörung, bei der die weltlichen Nationen sozusagen die Köpfe zusammenstecken und Pläne schmieden, wie sie gegen die sichtbare Organisation Jehovas auf der Erde vorgehen können.“ (Wachtturm, 1. September 1987, Seite 20)

Bei unserer Betrachtung von Daniel 11:31 haben wir bereits gesehen, daß es sich bei dem „abscheulichen Ding“ zunächst um den Völkerbund handelte, der verschwand und später als die Vereinten Nationen wieder auftauchte. Beide sind abscheulich, weil man sie als die einzige Hoffnung gepriesen hat, auf der Erde Frieden herbeizuführen.“ (Die Prophezeiung Daniels – Achte darauf! Seite 300)

Hätte die Christenheit Frieden mit Jesus Christus, dem König Jehovas, gesucht, dann hätte sie der bevorstehenden Sturzflut entrinnen können. (Vergleiche Lukas 19:42-44.) Aber sie hat es nicht getan. Statt dessen schmeichelt sie sich in ihrem Streben nach Frieden und Sicherheit bei den politischen Führern der Nationen ein – und das trotz der biblischen Warnung, daß Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott bedeutet (Jakobus 4:4). Außerdem hat sie 1919 den Völkerbund mit allem Nachdruck als die größte Hoffnung des Menschen auf Frieden befürwortet. Seit 1945 setzt sie ihre Hoffnung auf die Vereinten Nationen. (Vergleiche Offenbarung 17:3, 11.) Wie eng ist sie mit dieser Organisation verbunden? Ein kürzlich erschienenes Buch vermittelt diesbezüglich einen gewissen Eindruck, wenn es darin heißt: „In der UNO sind nicht weniger als vierundzwanzig katholische Organisationen vertreten. Mehrere Führer von Weltreligionen haben der internationalen Organisation einen Besuch abgestattet.“ (Wachtturm, 1. Juni 1991, Seite 17)

 

Hat die Wachtturm-Gesellschaft im Sinne der Vereinten Nationen gearbeitet?

Am 27. Mai 1968 forderte der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council – ECOSOC) in seiner Resolution 1297 (XLIV), NGOs zu assoziieren. Dabei wurde auf den Inhalt der Resolution 1296 (XLIV) vom 23. Mai 1968 Bezug genommen, die besagt, dass sich eine NGO „ … verpflichtet, die Arbeit der Vereinten Nationen zu unterstützen und das Wissen über ihre Grundsätze und Aktivitäten zu verbreiten im Einklang mit ihren eigenen Zielen und nach Massgabe ihres jeweiligen Aufgaben- und Tätigkeitsbereichs. Nach Maßgabe der Vereinten Nationen umfasst diese Pflicht zur Unterstützung folgende Aspekte:

  • den Vereinten Nationen eine gute Verbindung zu den Bürgern in der ganzen Welt zu ermöglichen,
  • Informationen über die Vereinten Nationen unter den Mitgliedern zu verbreiten,
  • ein besseres Verständnis der Vereinten Nationen und deren Unterstützung in der Bevölkerung zu fördern,
  • das politische Engagement in der Bevölkerung erwecken,
  • Vereinte Nationen-Aktivitäten in Bereichen wie Frieden und Sicherheit, wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Menschenrechte, humanitäre Angelegenheiten und Völkerrecht bekannt zu machen,
  • Gedenkanlässe und Internationale Jahre der Vereinten Nationen bekannt zu machen,
  • die öffentliche Meinung zugunsten der Vereinten Nationen und ihrer Sonderorganisationen zu mobilisieren,
  • die DPI/NGO-Sektion regelmässig über ihre Aktivitäten zu informieren, indem sie Exemplare ihrer Informationsmaterialien, die die Arbeit der Vereinten Nationen betreffen, zur Verfügung stellen.

Betrachtet man die Anträge für eine NGO in der UNO, lässt es dem Leser keine Zweifel aufkommen, dass die UNO an der Zusammenarbeit mit Organisationen interessiert ist, die sich mit ihren Zielen identifizieren und diese Unterstützen! Ein wichtiger Aspekt, den jeder Mensch in ihrer Broschüre über die Hauptaufgabe einer NGO nachlesen kann. In der Pressemitteilung aus dem Jahre 1992 (dem Jahr, in dem die WTG als NGO der UNO anerkannt wurde) bringt die UNO deutlich die enge Zusammenarbeit mit den NGOs zum Ausdruck, die dafür extra an einem Orientierungs-Seminar teilnehmen müssen. So mussten ebenfalls einzelne Glieder aus einer NGO, was die WTG bis dahin noch war, an den Seminaren aktiv teilnehmen.

Welche Vorteile hat die WTG durch den Status als NGO bei den Vereinten Nationen bekommen?

  • Zugang zum weltweiten Informations- und Datennetz der UN, zu den Ausschüssen der Weltorganisation und zu Botschaften und Delegationen,
  • die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen innerhalb und außerhalb der UN,
  • Erklärungen, Vorschläge und Projekte vorlegen oder beispielsweise die Überwachung von Regierungen veranlassen,
  • das Sicherstellen, dass bei Entscheidungen nicht nur die Stimmen der Regierungsvertreter zählen, sondern – ganz im Sinne einer „Basisdemokratie“ – auch die Meinung von Bürgern oder einzelnen Gruppen der Gesellschaft gehört wird,
  • sowie das Recht an Kongressen und Sitzung der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen sich zu beteiligen.

Einer NGO öffnen sich auch viele andere Türen. Ein Brief des Zweigbüros Portugal vom 8. Oktober 2001 deutet auf eine größere Rolle dieses Vorteils, als zugegeben, hin:

„ […] seit die Gesellschaft sich entschlossen hat, die Rechte unserer Brüder in Ländern zu verteidigen, in denen ihre Menschenrechte verletzt werden, indem sie ihnen medizinische Hilfe, Nahrungsmittel und andere Unterstützung zukommen läßt (wie in Ruanda und vielen anderen Ländern und seit kurzem in Georgien, wo unsere Brüder ohne die elementarsten Menschenrechte sind). Dafür ist es notwendig, dass die Gesellschaft bei den Vereinten Nationen als Menschenrechtsorganisation registriert ist. Das ist der einzige Weg, unseren Brüdern zu helfen, oft indem Kontakte zu hochrangigen Mitgliedern von Regierungen, Botschaften usw. gesucht werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Gesellschaft irgendwie politisch in die Vereinten Nationen eingebunden ist oder deren politische Entscheidungen unterstützt. […]

In biblischen Zeiten benutzte der Apostel Paulus sein Bürgerrecht (ein Recht, das ihm vom Staat ohne Forderung nach politischer Einbindung in staatliche Angelegenheiten gegeben wurde), um ein Gerichtsverfahren vor dem höchsten Gericht des Landes zu erreichen und so ein gutes Zeugnis zu geben. (Apg. 25:11) In ähnlicher Weise macht die Wachtturm-Gesellschaft Gebrauch von einer Möglichkeit, die die Vereinten Nationen einer Reihe von nichtstaatlichen Organisationen geben, ohne die christliche Neutralität zu verletzen. Dadurch ist die Organisation fähig zur „Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft.“ (Phil. 1:7) […] 

Das die Organisation bei allem behauptet, dass eine NGO kein Teil des Systems der UNO sei, ist reine Schutzbehauptung. Sie wissen, dass durch diese Aufdeckung, die Tatsache das System zu unterstützen, dass vom Teufel gebraucht wird, der ein Feind Gottes ist, sie nicht nur unglaubwürdig erscheinen, sondern sie selbst im Verdacht stehen, nicht mehr Gottes Geist zu besitzen und Marionetten des Teufels zu sein. Sie wissen, dass, wenn diese Informationen die einzelnen Mitglieder erhalten, viele sich von der Organisation zu Recht trennen würden – das wäre ein heftiger Niederschlag für die Gegenwart und auch für die Glaubwürdigkeit in der Zukunft. Die vielen Behauptungen und Anschuldigungen von der WTG und Gläubigen, die sie linientreu verteidigen, wollen dabei den Blick von dem eigentlichen Abwenden lassen: Niemand behauptet, dass die WTG eine Unterorganisation der UNO sei; die Kritik richtet sich ausschließlich gegen die Tatsache, dass sich die WTG bei der UNO als NGO beworben hat – wissend, dass damit ein hohes Maß an Engagement für die Ziele der UNO verbunden ist. Ein Engagement, das übrigens jedes Jahr erneut nachgewiesen werden muss, um den Status einer NGO aufrecht erhalten zu können! Wenn jene Personen, alle vorhandenen Verteidigungsmechanismen für die Organisation, für ihr eigenes Glaubenshaus in Gang setzen, dabei gerne rationalisieren, rechtfertigen, verharmlosen oder sogar völlig verleugnen, sollten diese dennoch folgende Tatsache zur Kenntnis nehmen: Die Organisation YHWH’s war mit dem wilden Tier der Offenbarung assoziiert; sie hat Jahrelang mit den Vereinten Nationen zusammen gearbeitet, einem weltlichen Bund, der Jahrzehnte von den eigenen Publikationen selbst als Teufelswerkzeug und Feind YHWH’s illustriert wurde und den Gottes Wort deutlich verurteilt! Die Wachtturm-Gesellschaft widerspricht sich abermals selbst, in dem sie heuchlerisch deutlich zeigt, wie sich wahre Christen und Diener YHWH’s zu verhalten haben, versagen aber gemessen an ihrem eigenen Maßstab auf ganzer Linie und richten sich mit ihren eigenen Worten selbst zum Tode:

Jede Kirche, die behauptet, eine dem Christus versprochene keusche Jungfrau zu sein, aber in Wirklichkeit mit der Welt (dem wilden Tier) vereint ist und von ihr unterstützt wird, müssen wir in der Sprache der Bibel als Hurenkirche verurteilen. […] Wenn die Kirche, mit der du verbunden bist, in ehebrecherischer Gemeinschaft mit der Welt lebt, mußt du sie verlassen, damit du ein weißes Gewand haben kannst.(Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, Seite 52)

Schätzt du und vertiefst du in deinem Leben die Trennung von der Welt? Vergiß nicht, daß Jehovas Zeugen, wenn sie diese Trennung irgendwie lockern würden, mehr Ähnlichkeit hätten mit der Welt, deren Gott Satan, der Teufel ist (2. Korinther 4:4). Sie würden dann ihre klaren Erkennungsmerkmale als ein „heiliges Volk“ verlieren und nicht mehr „sich selbst von der Welt unbefleckt“ erhalten. Ihre Anbetung wäre nicht mehr ein „reiner und unbefleckter Dienst vor Gott (1. Petrus 1:14-16; Jakobus 1:27, Menge, Bruns).” (Wachtturm, 1. April 1985, Seite 15)

Wer ein Doppelleben führt, ist eigentlich ein Falschspieler, ein Betrüger, ein Heuchler (Psalm 12:2; 2. Timotheus 3:13). Er gleicht Satan, der „immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts annimmt“ (2.Korinther 11:14, 15). Auch gleicht er den religiösen Führern, zu denen Jesus sagte: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind. So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 23:27,28). Ein Doppelleben zu führen ist zweifellos ein schwerwiegendes Vergehen gegen Gott. Eine weitere ernst zu nehmende Tatsache ist folgende: Ein heuchlerisches Verhalten kann nicht für immer verborgen bleiben. „Schon durch seine Handlungen gibt sich ein Knabe zu erkennen, ob sein Tun lauter und gerade ist“, heißt es in der Bibel (Sprüche 20:11; Lukas 12:1-3). Ja, dein Tun, ob gut oder böse, wird schließlich bekannt werden. Und wie die Bibel zeigt, wird Gott Heuchler streng bestrafen (Matthäus 24:51). Gewiß solltest du bestrebt sein, kein Doppelleben zu führen.” (Wachtturm, 1. August 1988, Seite 19)

Jemand kann seinen Platz in der Christenversammlung auch durch seine Taten aufgeben, indem er zum Beispiel Teil einer weltlichen Organisation wird, deren Ziele im Widerspruch zur Bibel stehen und die daher von Jehova Gott verurteilt wird. … Wenn also jemand, der ein Christ ist, es sich erwählt, sich denen anzuschließen, die von Gott verurteilt werden, wäre es angebracht, daß die Versammlung durch eine kurze Bekanntmachung bestätigt, daß er die Gemeinschaft verlassen hat und kein Zeuge Jehovas mehr ist. Eine solche Person wird genauso angesehen, wie jemand, dem die Gemeinschaft entzogen worden ist.(Organisiert, unseren Dienst durchzuführen, 1983, Seite 150)

Während die UNO-Verbindung noch nach vielen Jahren Wellen schlägt und die Wachtturm-Gesellschaft unbeirrt – als hätte es sie nie gegeben – jede politische Beziehung bestreitet, sind Delegierte der Wachtturm-Gesellschaft und ihrer Nichtregierungsorganisationen wie selbstverständlich weiterhin in hochpolitischen Institutionen aktiv, beispielsweise in den jährlichen OSZE d.h. der Human Dimension Implementation Meetings der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa!

Zu Recht kommen bei vielen überzeugten Zeugen Jehovas die Fragen auf: Wie können Menschen, die sich selbst als „Kanal Jehovas“ sehen, ein Teil der UNO sein, die YHWH’s Feind ist und vom Teufel gebraucht wird, um später das Volk Gottes vernichten zu wollen? Wie kann man eine Organisation wie die UNO über viele Jahre in den eigenen Publikationen verurteilen, sowie Kirchen beschuldigen gemeinsame Hurerei mit ihr zu begehen, wenn man selbst ihre Gemeinschaft pflegt und dessen Vorteile genießt? Darf man nicht zurecht, so wie es die leitende Körperschaft auch bei den Kirchen tut, die Religionsgemeinschaft von Jehovas Zeugen als „Huren-Organisation“ bezeichnen, und kann jeder wahre Christ nicht nur dann weiterhin vor Christus rein sein, wenn er diese „Hure“ umgehend verlässt? Inwieweit kann der „treue und verständige Sklave“ wirklich noch YHWH’s Geist besitzen? Warum wird ein Zeuge Jehovas nicht darüber aufgeklärt, besonders die Personen, die erst angefangen haben mit Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren und begonnen haben ein Teil der Gemeinschaft zu sein? Warum ist man erst aus der UNO ausgetreten, als ein Zeuge Jehovas durch einen Zufall auf diese Information stieß und es sich weltweit verbreitet hat? Würden wir einer Kirche beitreten, uns ihrer Konfession anschließen, trotz der Überzeugung eines Zeugen Jehovas, nur um an bestimmte Bibliotheken zu gelangen? Warum ist man weiterhin immer noch als OSZE politisch aktiv? Ist es noch möglich in Zukunft vertrauen in die Leitung und Führung zu haben, wenn die Handlungen des Leitungsgremiums nicht den christlichen Weg einschlagen und Dinge befürworten, die wider Gottes Geist und seinem Heiligen Wort sind? Aber die wohl wichtigste Frage: Wie soll YHWH diesen „treuen“ Sklaven weiterhin noch für seinen Vorsatz gebrauchen können, wenn er freiwillig Ambitionen zu seinen Feinden pflegt?

Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht.(2. Petrus 2:1-3 – Schlachter-Bibel)

Wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar; Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“ (Jakobus 4:4; Offenbarung 18:4,5 – Neue-Welt-Übersetzung)  

Ergänzende Formalitäten












Die UNO und die Wachtturm-Gesellschaft