Begriffserklärung: Unzucht, sexuelle Unmoral – Porneia

In der Bibel finden wir biblische Beschränkungen sexuellen Handlungen, die als Unzucht (griechisch „porneia“) definiert werden. Zu diesen gehören:

1) Sex während der Menstruation der Frau: Mangelnde Hygiene für die Nomaden in der Wüste (Mangel an sauberem Wasser) kann zu gefährlichen Infektionen führen – „unrein“ bezieht sich auf Unsauberkeit im Sinne von Bakterien, Viren, Parasiten und Würmern (3. Mose 18:19; 20:18) jedoch in der hebräischer Sprache bezieht es sich meistens auf rituelle bzw. geistige Unreinheit (Götzendienst, unbiblische Praktiken) und ist eine Form von Sünde (geistige Verunreinigung, geistige sexuelle Unmoral).

2) Ehebruch: Wie die Bibel zeigt, verstanden die Hebräer darunter, dass eine verheiratete Frau Sex mit einem anderem Mann hatte, mit dem sie nicht in dem Bund der Ehe stand. Man verstand die Ehe bzw. die Frau als Eigentumsrecht des Mannes. Deswegen galt ein Mann bereits mit 12 Jahren als heiratsfähig und er durfte so viele Frauen (solange diese das Mindestalter von 13 Jahren erreicht hatte) heiraten, wie er wollte (Polygamie). Eine Frau jedoch hatte dieses Recht nicht, durfte also nur die Frau von einem Mann werden und wurde damals unter jüdischen Brauch von ihren Eltern einem Mann versprochen; dieser willigte durch ein Verlobungsgeld (hebräisch móhar) ein. Die Frauen galten als Konkubinen (Züchter), und waren nur einem Mann versprochen. Die Frau hatte jedoch das Recht, dass Tuch oder Gewand mit den aus der Hochzeitsnacht stammenden Blutspuren aufzubewahren oder den Eltern zu übergeben. Es diente als Zeichen der Jungfräulichkeit der Braut und bedeutete für sie einen rechtlichen Schutz, falls sie später ungerechterweise beschuldigt wurde, vor der Ehe keine Jungfrau mehr gewesen oder gar der Prostitution nachgegangen zu sein. Anderenfalls hätte sie dafür gesteinigt werden können, dass sie sich fälschlicherweise als Jungfrau ausgegeben hatte und dass sie dem Hause ihres Vaters große Schmach zugefügt hatte (5 Mose 22:13-21). Dieser Brauch — das Tuch aufzubewahren — hat sich bei einigen Völkern im Nahen Osten bis in die Neuzeit erhalten.

Sollte es zu vorehelichem Sex gekommen sein, selbst wenn nicht die Absicht einer späteren Vermählung bestand, gilt dies nicht als Sünde, und stand nicht unter Bestrafung oder Todesstrafe (2. Mose 22:16, 17; 5. Mose 22:28, 29), wie es bei Ehebruch (3. Mose 20:10), Inzest (3. Mose 20:14, 17, 19-21) und Sodomie (3. Mose 20:15, 16) der Fall gewesen war. Jedoch galt diese Tat als Verlobungsversprechen worauf das Verlobungsgeld (hebräisch móhar) sofort gezahlt werden sollte – willigte der Vater der entjungferten Tochter nicht darauf ein, wurde das übliche Verlobungsgeld von 50 Silberschenkel bezahlt (5. Mose 22:28-29). Dieser war nun verpflichtet seiner Frau gegenüber und stand bis zum Ende seines Lebens unter „Scheidungsverbot“ (5. Mose 22:29). Das mosaische Gesetz enthielt eine Bestimmung, dass sich ein Mann nur aus bestimmten Gründen von seiner Frau scheiden lassen konnte (5. Mose 22:13-19; 24:1; Matthäus 19:7, 8). Gelegentlich erhielt die Braut von ihrem Vater ein „Abschiedsgeschenk“, und manchmal wurde sie wie Rebekka bei der Verlobung beschenkt (1. Könige 9:16; Josua 15:17-19; 1. Mose 24:53). Bei den Juden galt die Verlobung als bindend, dass — wenn die Heirat zufolge einer Meinungsänderung des Bräutigams oder aus irgendeinem berechtigten Grund nicht zustande kam — die junge Frau an keinen anderen Mann verheiratet werden durfte, bis sie gesetzlich, d. h. durch die Aushändigung eines Scheidebriefes, entlassen worden war (Matthäus 1:19). Diese Bindung geht auch aus der Leviratsehe (Schwagerehe) hervor, während der Beischlaf der verwitweten Frau seines leiblichen Bruders als Verlobungsversprechen bzw. Ehebindung galt (1. Mose 38:8-10). Diese Ehe wurde erst später von Gott formell im mosaischen Gesetz anerkannt (5. Mose 25:5-9). Wenn die Verlobte während der Verlobungszeit Sex mit einem anderen Mann hatte, als dem mit ihr Versprochenen bzw. Gebundenen, wurde sie als Ehebrecherin gerichtet und zum Tod verurteilt (5. Mose 22:23, 24).

Eine Ausnahme bildeten allerdings der Hohepriester und die Priester der Israeliten, die sogar als Götter (wörtlich Gottähnliche, hebräisch ʼelohím) angesehen worden sind (Psalm 82:1, 6). Diese hatten das direkte Gebot, sich nur eine jungfräuliche Frau zu nehmen (3. Mose 21:13-15), um Gott und seine Gesetze bezüglich der Reinheit und Heiligkeit seiner Priesterschaft zu symbolisieren, was einherleitend mit symbolischer bzw. geistiger Unmoral (Unreinheit) in Verbindung stand, da das Volk auf moralischer aber ebenfalls geistiger Ebene sich rein erhalten sollte und symbolisch eine Jungfer im Sinne der Reinerhaltung von falscher Religion war (Israel war Gottes Auserwähltes Volk und zugleich Zeugnisträger der wahren Anbetung auf Erden).

Vorehelicher Sex, wenn auch kein Regelfall, war somit legitim und keine Sünde; es fällt nicht unter dem Begriff vom griechischen Porneia!

3) Sexueller Götzendienst (Anbetung) durch Tempelprostituierte für heidnische Fruchtbarkeitsgöttinen: Porneia wird wie in 1. Kor. 6:9 fälschlicher Weise übersetzt und verwendet für den allgemeinen Begriff „Hurerei“. Jedoch galt diese Bedeutung nicht für Sex vor der Ehe und anderen vorehelichen sexuellen Handlungen (Petting etc.) sondern ist die Begriffserklärung von Prostituierten die in den Tempeln von Korinth ihren Leib verkauften für sexuelle Dienstleistungen als Teil der heidnischen Fruchtbarkeitsgöttin (vgl. auch Hesekiel 16:17); dieses Wort steht nicht für die allgemeine Prostitution sondern speziell für Prostitution in Verbindung als heidnisch-sexuelle Göttinnenverehrung (lat. fornix). Korinth war eine der größten Sex-Metropolen in der Welt, deshalb war Korinth sogar eine Metapher für Fruchtbarkeit. Sogenannte „Korinthische Mädchen“ waren Prostituierte, und unter „korinthische Spiele“ oder auch „den Korinther zu spielen“, verstand man eine Prostituierte nach Hause kommen zu lassen oder sich ihrer Dienste in einem Freudenhaus bezahlen zu lassen. (Things They Never Told You In Sunday School: A Primer For The Christian Homosexual“ by Rev. David Day, pg. 108)

Der Tempel von Artemis ist heute nicht mehr in Ephesus enthalten geblieben jedoch lassen sich Steinsstrukturen nachweisen, dass die Besucher sofort darauf schlossen, dass es sich um sexuelle Prostitution (Götzendienst) gehandelt haben muss: „Es war [das Gebäude] von einem gewaltigen erigierten Penis [Phallus] aus Stein, das Zeichen Priapus, dem Gott des Geschlechts, markiert. Wenn man tatsächlich solche Dinge gesehen hat, war es viel einfacher die enge Verbindung zwischen Religion und Sex in den Tagen des Paulus sich vorstellen zu können“ (S. 140 , Anmerkung 1). Paulus hat unter Verwendung einer Liste von allgemein bekannten „Lastern“ zur dieser Zeit als musterhaftes Beispiel für sein, überwiegend griechisches, Publikum verwendet. Korinth, wenn auch eine griechischen Stadt, war enorm von der römischen Kultur geprägt und Paulus wusste dies stehts, weshalb er seine Kommentare (biblische Briefe) auf sein spezifisches Publikum, d.h. Brüder der Versammlung in Korinth und Ephesus, richtete, die täglich mit dieser Form der sexuellen Tempelprostitution konfriert wurden.

Andere namenhafte Gottheiten zu dieser Zeit waren Aphrodite, Göttin der Fruchtbarkeit, und Kybele, die Muttergöttin. Die Verehrer der Aphrodite arbeitete als Prostituierte in den Tempeln, diese Tempel vertagten Tausende Prostituierte. Der Zweck dieser Prostituierten war, Geld für den Tempel zu verdienen und Aphrodite (Das Geschlecht oder die Ausübung von Sex untereinander galt als religiöses Ritual) zu verehren. So wurden über 1.000 Prostituierte in Korinth registriert, die Verehrerinnen der Aphrodite als Sexgöttin waren und unter ihren Diensten standen. Auch heute noch ist der Tel Aviv die Bordell-Hauptstadt der Welt.

4) Päderastie – einer der schlimmsten aller sexuellen Sünden, nahm verschiedene Formen an: Die Praxis der Päderastie gliedert sich in drei verschiedenen Stilrichtungen. Erstens die Beziehung zwischen einem älteren Mann und einem kleinen Jungen bzw. Jünglin. Zweitens die Praxis der Sklavenprostituierten. Drittens die verweiblichte Form einer Hure im Sinne eines männlichen Hurers namens „Call Boy“ – eine männliche Prostituierte (siehe Homosexualität Judas 7 [ἐκπορνεύσασαι (ekporneusasai)]. Andere Praktiken enthalten heterosexuelle männlich-erniedrigende Handlungen gegenüber anderen heterosexuelle Männer durch Analverkehr. Dies galt als eine Art „Gefangennehmen von Innen“ während des Kampfes erniedrigt worden zu sein (diese Handlungen geschehen heute oft noch in Gefängnissen zur Unterdrückung von neuen Gefangenen durch die Leitung oder Führung eines „Alphatiers“).

Außer diesen vier Aufgliederungen oder sexuelle Ausübungen von Unmoral gibt es keine biblische Grundlage für andere Definition von dem griechischen Wort Porneia!

 

 Analytische Wortstruktur

Das griechische Wurzelwort das von porneúō (πορνεύω = [sich] verkaufen, von pernemi ) abgeleitet wird ist porneia (πορνείᾳ = Unzucht, sexuelle Unmoral [symbolisch = Christus bzw. Gott untreu werden, Götzendienst]). Für dieses Verb lassen sich acht Stellen in den griechischen Schriften finden. (Matthäus 19:9; 1. Korinther 5:1; 6:3; 2. Korinther 12:21; Galater 5:19; Epheser 5:3 sowie Offenbarung 19:2). Aus porneia abgeleitet finden wir zwei Stellen für den Begriff porneiai ([πορνεῖαι] Matthäus 15:19; Markus 7:21) und drei Stellen des Wortes porneian ([πορνείαν] Apostelgeschichte 21:25; 1. Korinther 6:18; Klossar 3:5) sowie 12 Stellen für porneias ([πορνείας] Matthäus 5:32; Johannes 8:41; Apostelgeschichte 15:20, 29; 1. Korinther 7:2; 1. Thessalonischer 7:2; Offenbarung 2:21; 9:21; 14:8; 17:2, 4; 18:3).

Der Begriff porneúō von pernemi = verkaufen, bedeutet transitiv „prostituieren“; gewöhnlich im Passiv von der Frau: sich selbst preisgeben, eine Dirne werden; aber auch für den Mann: huren, Unzucht treiben. Davon sind abgeleitet a) porno, die käufliche Frau, Dirne, Buhlerin; b) pornos, der Hurer, der mit Dirnen verkehrt; dann aber auch der Unzüchtige, d.h. derjenige, der sich selbst für Geld zur Unzucht missbrauchen lässt – der Lustknabe und c) porneia, Unzucht, Hurerei (auch homosexueller Art).

Der lat. Begriff fornix hat dieselbe Bedeutung, mit dem Hinweis auf den Ort im Tempel, wo sich die Tempeldirnen versammelten. Vom lat. fornix ist das engl. Wort fornication abgeleitet. Das griech. Wort für Ehebruch ist moicheia. Das Gegenstück im lat. ist ad alterius torum, was soviel bedeutet wie „im Bett eines andern sein“. Davon stammt das engl. Wort adultery.

Moicheia ist ein spezifischer Ausdruck und bedeutet Ehebruch. Dieser Begriff ist kein Synonym, wobei jedoch moicheia in porneia miteingeschlossen ist. Mit anderen Worten: Ehebruch ist eine Unterart von Unzucht, was einen Bezug auf sexuelle Unmoral im allgemeinen herstellt, außer dass Unzucht genauer spezifiziert wird.

Der Gebrauch des Wortes „Unzucht“ wird im NT für jegliche ungesetzliche Handlung verwendet (vgl. 1. Korinther 5:1; Apostelgeschichte 15:20, 29; Mattäus 21:31-32; Lukas 15:30; 1.Korinther 6:13-18; Markus 7:21-22; Mattäus 15:19; 1. Korinther 6:9-11; 7, 2; Offenbarung 17:1-5; 15:16). Wenn das Wort porneia nicht spezifiziert wird, bedeutet es, in Verbindung mit verheirateten Personen, eheliche Untreue, unerlaubter Geschlechtsverkehr (Ehebruch), Homosexualität (3. Mose 18:22), Bestialität (3. Mose 18:23). Daher kann in Matthäus 5:32 und 19:9 das Wort „Unzucht“, da es nicht weiter spezifiziert ist, nicht limitiert werden auf Inzucht, sexuelle Untreue während der Verlobungszeit oder Ehebruch.

Schlussfolgerung

Gottes Wort die Bibel zeigt uns deutlich was Gott unter Unzucht, Unmoral, Hurerei bzw. Porneia versteht. Darunter fällt die buchstäbliche und geistige Reinerhaltung, Prostitution und wechselnde sexuale Partnerschaften, Ehebruch, Inzest, Götzendienst, Päderastie (allgemeine Homosexualität inbegriffen), Sodomie. Doch zugleich zeigt sie auch, was es nicht bedeutet: Porneia bedeutet nicht vorehelicher Sex, sofern echte Absichten eines zukünftigen Ehebundes bestehen. Des Weiteren jede erdenkliche Formen des Sexuallebens, Praktiken wie Petting, Anal- und Oralverkehr, oder Fetischismus, Devianzen sowie andere Vorlieben. Derartige Aussagen, das Porneia das Verbot alle erdenklichen sexualen Praktiken vor und innerhalb der Ehe bedeuten würde, ist eine menschliche Interpretation oder sogar Verfälschung des Wortes Gottes! Warnend lehrt uns die Bibel indem sie sagt: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“. (1. Korinther 4:6)